Elektroroller: Ist das eine gute Idee?

Jetzt sind sie da. Praktisch geräuschlos und irgendwie blitzschnell rauschen die E-Scooter durch Nürnbergs Innenstadt. Erst Mitte Juni gab der Gesetzgeber grünes Licht für die bis zu 20 Stundenkilometer schnellen, von kleinen Elektromotoren angetriebenen Roller. Und schon schlagen die ersten Verleihfirmen ihre Zelte im Stadtgebiet auf. Befürworter und Kritiker der schmalen Flitzer halten sich derweil noch die Waage.
Die Vorteile des neuen Fortbewegungsmittels liegen auf der Hand. E-Roller sind klein, leicht, wendig und damit ideal für die vergleichsweise kurzen Wege in einer Großstadt. Die Fahrt mit ihnen ist anstrengungslos, deshalb fällt es leicht, das Auto öfter einmal stehen zu lassen – ein großer Pluspunkt in Sachen Umweltschutz. Dazu können nicht zuletzt die Verleihsysteme einen Beitrag leisten.
Allerdings: Wenige Wochen nach der Einführung der E-Roller zeichnen sich bereits beachtliche Schwierigkeiten ab. Immer wieder werden Nutzer gesichtet, die das strickte Fußweg-Verbot für die Scooter schlichtweg missachten. Die Polizei musste bereits erste Unfälle protokollieren – in einem Fall wurde eine Fußgängerin im Pegnitzgrund durch einen E-Roller-Fahrer schwer verletzt. Die ersten Trunkenheitsfahrten werden vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.
Auch die Verleihsysteme könnten zu Sekundärproblemen führen. Schon jetzt stehen vereinsamte Leih-Roller an zahlreichen Orten des Stadtgebiets herum – am Willy-Brandt-Platz, am Wöhrder See, auf dem Lorenzer Platz, mitten auf Verkehrsinseln. So mancher Fahrer lässt seinen Scooter einfach dort stehen, wo er ihn nicht mehr braucht. So wie die leere Laufbier-Flasche, die an der nächsten Ecke geparkt wird.
In Hamburg landen im Weg stehende E-Roller bereits reihenweise in der Alster. Dass dies in Nürnberg Nachahmer finden wird, die störende Flitzer kurzerhand im Dutzendteich oder im Wöhrder See versenken, ist absehbar.
Anders als das Fahrrad gehört der E-Roller im Übrigen verkehrsrechtlich zu den Kraftfahrzeugen. Deshalb gilt für Scooter-Fahrer auch die strengere Grenze von 0,5 Promille Alkohol im Blut sowie die absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,1 Promille. Wer hier von der Polizei erwischt wird oder gar alkoholisiert mit dem E-Roller einen Unfall baut, risikiert (so vorhanden) den Führerschein – ganz so, als ob sich der selbe Vorfall mit einem Auto ereignet hätte.

Tilman Grewe

Elektroroller: Ist das eine gute Idee?

Braucht Nürnberg Anlagen für Wassernebel?

Die vergangenen Wochen zeigten es wieder: In heißen Sommern sucht der Städter verzweifelt nach Kühle. Bäume, Brunnen und Schattenplätze sind aber nicht beliebig vermehrbar. Da klingt ein Vorschlag der SPD-Stadtratsfraktion bedenkenswert. Sie möchte Wassernebelanlagen im öffentlichen Raum testen (Foto: Günter Distler). Das sind große Luftbefeuchter, unter deren feinem Sprühregen sich Passanten kostenlos erfrischen können. Einerseits eine wenig aufwändige Maßnahme – andererseits lädt jedes zusätzliche Objekt im Stadtraum zu Vandalismus ein und zieht neuen Wartungsbedarf nach sich.
Wir wollen daher in unserer Leserfrage wissen: „Braucht Nürnberg Anlagen für Wassernebel?“ In unserem Blog „Senf dazu“ (www.nordbayern.de/senf) können Sie abstimmen und diskutieren.
Vergangene Woche haben wir gefragt: „Höhere Strafen für Müllsünder?“ Teilgenommen haben 295 Leser. Mit Ja antworteten 98,6 Prozent, mit Nein 1,4 Prozent.

Isabel Lauer

Braucht Nürnberg Anlagen für Wassernebel?

Hat Nürnberg genug Kleingärten?

Hunderte haben eine Petition unterschrieben, es liegen mehrere Anträge der Stadtratsfraktionen dazu vor: die Kleingartenanlage in der Grimmstraße hat viele Unterstützer. Sie wollen verhindern, dass aus dem bepflanzten Grundstück Bauland wird. Doch genau das hat die Stadt als Eigentümerin vor. Dafür schafft sie neue Kleingärten. Erstens ist sie sowieso gesetzlich dazu verpflichtet, bei einer aufgelösten Schrebergarten-Anlage für Ersatz zu sorgen. Zweitens hat Nürnberg zu wenig Grün, darin sind sich auch alle einig. Kein Wunder, dass der aktuelle Vorschlag der Verwaltung, in Zukunft 160 neue Parzellen zu errichten, von den Parteien angenommen wurde.
Doch reicht das aus? Die Wartelisten sind lang, fast 500 Hobbygärtner möchten eine Parzelle pachten, durchschnittlich müssen sie zwei Jahre lang darauf warten (Foto:dpa). Die Anlagen sind Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, Menschen erholen sich hier – das ist immens wichtig, gerade wenn man keinen Balkon hat oder in von Feinstaub belasteten Vierteln wohnt. In den Schrebergärten wird Integration gelebt, hier treffen Generationen zusammen.
Doch die Errichtung einer Anlage ist mit hohen Kosten verbunden. Oft sind es Brachflächen, die mit großem Aufwand erschlossen werden müssen. Nürnberg ist notorisch klamm, auch der aktuelle Haushalt ist wie immer auf Pump finanziert.
Ngoc Nguyen

Hat Nürnberg genug Kleingärten?

 

 

Nürnbergs neuer Konzertsaal: Passt der Standort?

Nürnberg bekommt einen neuen Konzertsaal, soweit der Plan seit Jahren. Interessanterweise haben wir an dieser Stelle schon einmal gefragt, ob der Standort gut gewählt ist. Zwei Jahre liegt das zurück, damals traf der Stadtrat die Grundsatzentscheidung, den Saal unmittelbar neben der Meistersingerhalle zu errichten. „Soll der Konzertsaal neben die Meistersingerhalle?“, fragten wir. 76,2 Prozent der Teilnehmer waren einverstanden, Nein sagten 23,8 Prozent.

Jetzt hat der Stadtrat seine Entscheidung präzisiert, und es folgt Gemurre. Der neue Saal soll an die Westseite, neben die Kleine Meistersingerhalle, kommen (siehe gelbe Markierung). Damit folgten die Stadtratsmitglieder der Empfehlung der Stadtverwaltung, die das Gelände ausgiebig prüfen ließ. Für so einen Prestige-Bau sei die Ecke Münchener Straße/Schultheißallee aber doch zu klein gedacht, monieren die ersten Bürger. Sie befürchten vor allem Verkehrschaos. Andere finden den nicht gerade lebendigen Stadtteil beim Luitpoldhain zu dezentral.

Die Verantwortlichen aus der Stadtregierung beruhigen: Selbst bei Doppelbespielung mit der Meistersingerhalle werde es genügend Parkplätze geben. Zwar würden die jetzigen 150 Parkplätze vor dem Parkhotel wegfallen. Aber entweder könnte der große Meistersingerhallen-Parkplatz um ein Parkdeck aufgestockt werden, oder, so die Hoffnung, das in die Jahre gekommene Hotel könnte irgendwann bei einer Sanierung seine Tiefgarage erweitern. Finanziell kündigt sich die Westseite sparsamer an als die Alternativstandorte rund um die Meistersingerhalle. Im Süden wäre der Eingriff in das Parkgelände ökologisch nicht zu vertreten. Im Osten würde ein neues Bauwerk gleichsam den Zugang zum Park versperren, außerdem bräuchte es mehr Schallschutz wegen der Anwohner.

Das Gebäude soll mindestens 25 Meter hoch werden. Die aktuellen Planungen sehen den Baubeginn für 2021 vor, die Kosten sind noch völlig unklar. Und wie sehen Sie das?

Isabel Lauer, Illustration: Stadt Nürnberg

Neuer Konzertsaal: Passt der Standort?

Wöhrder See: Ein Kiosk für das Südufer?

Der Kiosk am Nordufer des Wöhrder Sees (Foto: Dominik Heinz) muss im nächsten Jahr einem Café weichen, das dort gebaut wird. Dieses neue „Seecafé“ mag architektonisch nicht jedermanns Geschmack sein – aber das steht auf einem anderen Blatt. Es soll für das Publikum am Sandstrand Getränke und Snacks bieten und ordentliche Toiletten anbieten. So weit, so gut.

Doch für Michael Reichelt, den Betreiber des Kiosks, der in der Nähe des künftigen „Seecafés“ acht Sommer lang Süßigkeiten, Eis und Getränke angeboten hat, sieht die Zukunft zappenduster aus. Denn er muss nicht nur seinen angestammten Platz räumen; es gibt auch keinen Ausweichplatz für ihn. Im Freiraumkonzept der Stadt ist nämlich außer dem neuen Café kein Platz für einen weiteren Anbieter von Snacks und Getränken vorgesehen – auch nicht am Südufer des Wöhrder Sees. Laut Wirtschaftsreferent Michael Fraas gibt es dort mit der Pizzeria in der Norikus-Anlage und einer weiteren im ehemaligen Milchhof-Gelände genügend gastronomische Angebote.

Viele Mütter mit Kindern, die am Wöhrder See nur spazieren gehen oder sich auf dem Spielplatz vergnügen möchten, wollen aber schlicht und einfach ein Eis oder Süßigkeiten für ihre Kleinen und selbst vielleicht einen Kaffee oder eine Cola – genau das, was Reichelt in seinem Kiosk bisher angeboten hat.

Da plant die Stadt Nürnberg vom grünen Tisch aus ein Freiraum-Konzept für den Wöhrder See und beschließt, ein Café am Nordufer und die umliegende Gastronomie werde dafür ausreichen. Mit Müttern und Kindern dürfte da niemand gesprochen haben. Die wären sicher weiterhin dankbar für ein Angebot, wie Reichelt es in seinem Kiosk hatte. Sie wären wahrscheinlich auch froh, wenn nicht nur in einem Café am Nordufer so etwas zu bekommen wäre, sondern auch auf der südlichen Seeseite. Schließlich kommt man nicht überall so schnell und einfach von einer Seeseite auf die andere.

Wäre es da nicht am besten, wenn es auch am südlichen Ufer des städtischen Gewässers einen Kiosk gäbe?

Ute Wolf

 

Wöhrder See: Ein Kiosk für das Südufer?

Muss Kaiser Wilhelm einem Brunnen weichen?

EgidienplatzDer Egidienplatz soll schöner werden – und zwar ohne das Denkmal, das Kaiser Wilhelm I. zeigt. Diese Überlegungen des Stadtplanungsamts stoßen bei Bürgern und Politikern auf Unverständnis.

Sogar aus den Vereinigten Staaten kam Protest: »Würde gern wissen, was mit dem Denkmal am Egidienplatz werden soll. Wird dieser Teil der deutschen Geschichte vergessen?«, fragt Barbara Ernst in einer E-Mail an die Redaktion. Die NZ-Leserin, die in Tennessee lebt, ist in der Tetzelgasse in der Nähe des Egidienplatzes geboren worden und spielte damals mit ihren Geschwistern um das Denkmal herum Fangen. weiter lesen