Kaufen Sie jetzt mehr Eier aus der Region?

Die Lebensmittelbranche hat einen neuen Skandal: Nach Pferdefleisch-Lasagne und Listerien in der Wurst ist nun das Insektengift Fipronil in Eiern entdeckt worden. Das Mittel wurde offenbar in Belgien verbotenerweise einem Desinfektionsmittel für die Nutztierhaltung beigemischt – und kam auch in Ställen in den Niederlanden und in Deutschland zum Einsatz.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium schätzt, dass mehr als zehn Millionen aus den Niederlanden stammende belastete Eier in Deutschland verkauft worden seien. Hinzu kommen womöglich noch mehrere Zehntausende Eier aus Niedersachsen – dort war in vier Legehennenbetrieben Fipronil nachgewiesen worden. Auch Länder wie die Schweiz, Schweden und Großbritannien sind betroffen.

Für den Verbraucher besteht laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durch den Verzehr von Eiern „keine konkrete“ Gesundheitsgefährdung. Bei Kindern sieht es anders aus: Beim Verzehr von zwei belasteten Eiern bestehe die Möglichkeit „einer gesundheitlichen Gefährdung“, heißt es. Inzwischen gab es auch die ersten Rückrufaktionen von Produkten mit verarbeiteten Eiern – betroffen waren Salate einer Firma aus Lübeck. Experten zufolge dürften auch in Mayonnaise und Eierlikör Fipronil-Rückstände zu finden sein.

Egal, welche Wendungen der aktuelle Eier-Skandal noch nimmt: Das Vertrauen in den globalisierten Lebensmittelmarkt ist wieder einmal erschüttert worden. Während mancher Verbraucher inzwischen resigniert hat, sind andere verängstigt und überdenken ihr Konsum- und Kaufverhalten. Bio-Betriebe in der Region melden bereits eine Nachfrage nach Eiern, die sie kaum noch bewältigen können. Der Betreiber eines Öko-Geflügelhofs im Nürnberger Land schätzt, dass in sechs bis acht Wochen alles wieder wie vorher ist – es bis dahin aber eine richtige Eierknappheit geben wird. Judith Horn; Foto: Udo Schuster

Kaufen Sie jetzt mehr Eier aus der Region?

Setzt die VAG falsche Schwerpunkte?

Zum Jahreswechsel 2017 werden die Ticketpreise von der VAG und den Verbundpartnern im VGN durchschnittlich um 2,62 Prozent angehoben. Es ist die jährliche Preissteigerung, mit der, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich, die steigenden Personal-, Pensions- und Betriebskosten aufgefangen werden sollen. nach der Tarifreform und der außergewöhnlichen Anhebung 2012 haben die Kunden aber langsam das Gefühl, dass der ÖPNV zu teuer wird. Auch wenn das Netz der VAG sehr dicht geknüpft ist.
Dabei langt das eingenommene Geld bei der VAG nicht aus, um die in die Jahre gekommene Infrastruktur zu erneuern. Die U-Bahntechnik ist zum großen Teil 40 Jahre alt und muss an die neuen Erfordernisse angepasst werden. Es müssen neue Züge und Busse gekauft werden: Das Defizit bei der VAG, das von der Stadt oder den Städtischen Werken ausgeglichen wird, steigt deshalb in den nächsten Jahren weiter. Und wahrscheinlich auch die Ticketpreise. Die VAG war noch vor wenigen Jahren eines der Unternehmen mit den günstigsten Fahrpreisen in Deutschland. Das ist vorbei.
Die VAG, die mit der fahrerlosen U-Bahn ein teures Prestigeprojekt realisiert hat, will eigentlich in den nächsten Jahren den U-Bahnausbau abschließen. Doch zuletzt wurde schon der Ausbau der U-Bahn nach Eibach oder Stein gefordert. Auch sollen etliche Straßenbahnlinien neu gebaut werden. Allen voran die Verbindung von Am Wegfeld nach Erlangen. Gefordert wird auch die Ost-West-Linie für die Straßenbahn durch die Altstadt.
Wenn nicht plötzlich ein Geldsegen von Bund und Land verteilt wird, dann hat es die VAG immer schwerer, den erreichten Standard zu halten und zugleich noch teure Ausbauvorhaben durchzuführen. Da der Öffentliche Personennahverkehrs immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird und am Ende stets die Politik entscheidet, muss überlegt werden, ob nicht doch günstige Fahrpreise wichtiger sind als Neubauvorhaben, die zwar gut bezuschusst werden, aber den Betrieb, für den es keine Fördergelder gibt, auf Dauer verteuern.

André Fischer

Setzt die VAG falsche Schwerpunkte?

Soll das Kleingeld abgeschafft werden?

Der alltägliche Wahnsinn. Die Kunden stehen an der Kasse, ungeduldig, wie immer. Ganz vorne kramt jemand verzweifelt im Portemonnaie – auf der Suche nach den richtigen Centstücken (Foto: Mark Johnston). Schließlich gibt er entnervt auf, drückt der Kassiererin mehrere in die Hand und sagt: „Schauen sie doch mal, ob das so stimmt.“ Da verdreht die Kassiererin die Augen und die Wartenden stehen kurz vor der Explosion.
Geht es nach der EU-Kommission, werden solche Bilder des „menschlichen Leids“ bald der Vergangenheit angehören. Sie würde nämlich die Ein- und Zwei-Cent-Münzen am liebsten abschaffen. Der Grund dafür ist ebenfalls „geldwertig“, denn der Preis für die Rohstoffe Kupfer und Stahl steigt unaufhörlich. Auch steigt die Zahl derer, die auf dieses Kleingeld gerne verzichten würden, zuletzt waren es 53 Prozent. In Finnland gibt es die Ein- und Zwei-Cent-Münzen zwar noch, aber nur faktisch. Dort werden die Preise immer auf fünf-Cent-Beträge gerundet. Dies ist mittlerweile auch in Belgien, Irland und den Niederlanden so.
Verbraucherverbände befürchten, dass eine Abschaffung der Kleinstmünzen verdeckte Preiserhöhungen zur Folge haben könnte. Und das Kinderhilfswerk befürchtet erheblich weniger Spendeneinnahmen: Bundesweit stehen über 50.000 Spendendosen in Geschäften, und da kommt auch mit den Ein- und Zwei-Cent-Münzen über die Monate viel Geld zusammen. Und auch die Händler würden wohl ungern auf dieses Kleingeld verzichten, denn eine Preispolitik für „Pfennigfuchser“ ist eben nur damit machbar.

Dieter Wegener

Soll das Kleingeld abgeschafft werden?

Finden Sie die VAG-Tarifreform sinnvoll?

VAGZum 1. Januar 2016 werden die VAG-Tarife geändert: Wer sich in Form eines Abonnements oder von Mehrfachfahrtenkarten langfristig an die VAG bindet, der fährt meistens günstiger. Im Gegenzug wurden die Einzelfahrt mit drei Euro deutlich teurer. Ein Spitzenwert in Deutschland. Dagegen ist die Einführung eines Abonnements zu 35 Euro im Monat, das aber erst ab neun Uhr gilt, ganz besonders preisgünstig. Auch die Schülermonatskarte wurde erheblich billiger. Die VAG-Jahreskarte und die Mobicard werden allerdings an die Kostenentwicklung im Verbund angepasst und damit leicht teurer.

Finanziert wird die Umstellung durch höhere Parkgebühren und mit Zuschüssen aus dem Stadthaushalt. Es herrscht auch das Prinzip Hoffnung: Die Stadtspitze ist optimistisch, dass es Mehreinnahmen durch mehr Kunden geben wird. Die neue Fahrscheinsystematik ist ein Wagnis, denn niemand weiß, wie die Kunden reagieren, und ob mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen. Mit Spannung dürften die Tarifreformer vor allem auf die Entwicklung beim Firmenabo schauen: Grundsätzlich können sich ab Januar auch Firmen mit nur einem oder zwei Beschäftigten beteiligen. Es muss aber eine Kammer oder einen Verband geben, der das Firmenabo für die kleinen Firmen organisiert. Die VAG kann das nicht leisten. Wenn das Firmenabo erfolgreich ist und das 35-Euro-Abo gut nachgefragt wird, dann könnten sich die Hoffnungen, die mit der Reform verbunden werden, erfüllen – mehr Nutzer, mehr Einnahmen.

André Fischer

Finden Sie die VAG-Tarifreform sinnvoll?

 

Trinken Sie noch Glühwein?

Für die einen ist es das Aufreger-Thema der aktuellen Vorweihnachtszeit, für die anderen eine völlig überbewertete Angelegenheit: Der Preis für den Glühwein auf dem Christkindlesmarkt ist um 50 Cent gestiegen.

Die Händler begründen diesen beachtlichen Sprung nach oben mit der schlechten Weinernte in Südeuropa und verweisen auf andere Städte mit hohen Preisen – in München oder Dresden liegen sie auch schon bei 3,50 Euro und mehr. Um einiges günstiger lässt es sich etwa in Erfurt vor der Kulisse des Mariendoms etwas innere Wärme erlangen: Auf dem Weihnachtsmarkt dort ist der Glühwein schon ab 1,80 Euro zu haben.

Offensichtlich haben die adventlichen Heißgetränkpreise schon die Relevanz der Oktoberfestmaß-Kosten erreicht – zumindest hat es den Anschein, wenn man die leidenschaftlich geführte Debatte im Internet verfolgt. Nun bestehen eine Reihe von Möglichkeiten, mit der Preiserhöhung umzugehen: den Christkindlesmarkt entweder ganz zu meiden, ihn zu besuchen, ohne Glühwein zu ordern – was manchen Menschen ganz und gar freudlos erscheinen muss. Oder es zu halten wie die Oktoberfestbesucher: Die ärgern sich zwar auch jedes Jahr wieder über die steigenden Bierpreise. Aber auf das feuchtfröhliche Vergnügen verzichten sie am Ende doch nicht. Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Preiserhöhung: Trinken Sie noch Glühwein?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Begrüßen Sie das Streikrecht für Kirchenbeschäftigte?“ Mit Ja antworteten 60 Prozent, mit Nein 40 Prozent.

Höhere Strafen für Schwarzfahrer?

Wer wiederholt beim Schwarzfahren erwischt wird, soll bald 120 Euro Strafe zahlen. Diese Forderung stellt die VAG, weil einige Fahrgäste Probleme machen: Sie verbreiten minutenschnell über Facebook, wo Kontrolleure unterwegs sind. Und entwischen immer wieder.

Das Verkehrsunternehmen möchte in Zukunft so vorgehen: Wer zum ersten Mal ertappt wird, zahlt 60 statt wie jetzt 40 Euro. Wenn jemand zum zweiten Mal kein Ticket dabei hat, werden 120 Euro fällig. Beim dritten Mal gibt es eine Strafanzeige. Doch es ist unklar, ob höhere Strafen abschrecken. Außerdem: Viele meinen, dass die VAG selber schuld sei – oft seien Fahrkartenautomaten defekt, so dass kein Ticket erworben werden könne.

Unsere Leserfrage lautet deshalb: „Höhere Strafen für Schwarzfahrer?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de ab.

Letzte Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Haben schlechte Umgangsformen zugenommen?“ Mit Ja antworteten 90 Prozent, mit Nein 10 Prozent. Den Duffle-Trolley hat Walter Große aus Nürnberg gewonnen. Diesmal verlosen wir unter den Leserfrage-Teilnehmern einen Blu-Ray Player.

Soll das Sozialticket eingeführt werden?

Im vergangenen Jahr kam es zum großen Knall unter den Stadträten der Linken Liste, und Hans-Joachim Patzelt sowie seine einstigen Mitstreiterinnen Marion Padua sowie Eylem Gün gehen seither getrennte Wege. In einem ist sich das Trio aber nach wie vor einig: Die Stadt braucht ein Sozialticket, damit Menschen mit wenig Einkommen nicht von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ausgeschlossen werden.

Durch die nunmehr vom Stadtrat beschlossene Anhebung der Preise für Bus und Bahn um 30 Prozent bis 2015 erhält dieses Argument neue Nahrung. Auch die Jusos und die ÖDP sind für die Einführung eines solchen Tickets, mit dem sozial Benachteiligte die Verkehrsmittel der VAG verbilligt nutzen könnten. Die VAG sagt indes, es gebe bereits ein Sozialticket, auch wenn es offiziell nicht so heißt – immerhin dürften die Besitzer des Nürnberg-Passes, der Bedürftigen ausgestellt wird, eine Monatskarte der Tarifstufe 2 (Nürnberg, Fürth, Stein) für 30,80 Euro lösen (statt 50,50). Dieses Ticket sei auch nicht von den Erhöhungen betroffen.

Dennoch halten es die Sozialticket-Befürworter für zu teuer und 15 Euro für einen angemessenen Preis. Sie glauben, dass dadurch wesentlich mehr ärmere Menschen Bus und Bahn nutzen würden und so dieses Sozialticket der VAG auch keine Verluste bescheren würde. Derzeit läuft eine Studie, die bis 2012 die Wirtschaftlichkeit eines Sozialtickets ermitteln soll.

Wir wollen aber in unserer Leserfrage schon jetzt von Ihnen wissen: „Soll das Sozialticket eingeführt werden?“ Diskutieren Sie mit uns!

Benzin: Wären Sie bereit, mehr zu zahlen?

Es war nur eine Frage der Zeit, bis in der diesjährigen Oster-Debatte über zu hohe Benzinpreise Forderungen nach Steuersenkungen aus der Politik laut werden. Sie stehen bei diesem Dauerthema regelmäßig ganz oben auf der Wunschliste der Populisten. Womöglich werden auch bald wieder mal ein „Benzinpreis-Gipfel“, das Anzapfen der Ölreserven, Tankgutscheine für Pendler, Sozialtarife für Energie oder eine Spekulationssteuer auf Ölgeschäfte verlangt.

Immer wieder kommt irgendeinem Politiker dann auch die Idee, Benzin mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben statt 19 Prozent zu belegen. Mit knapp 40 Milliarden Euro macht die Mehrwertsteuer auf den Sprit fast zehn Prozent der gesamten Steuereinnahmen aus und ist damit nach Einkommen- und Umsatzsteuer die drittstärkste Steuerquelle eines Landes, das Rekordschulden vor sich herschiebt.

Mit einer Absenkung würde man Benzin und Diesel gleichsetzen mit Grundnahrungsmitteln wie Brot, Milch und Butter. Im Gegensatz dazu fordern nicht nur Umweltschützer, den Sprit eher teurer zu machen. Nur über den Geldbeutel sei ein bewusster Umgang mit der wertvollen Ressource Öl zu erreichen und der Umstieg auf regenerative Energien interessant.  

Wir wollen diesmal von Ihnen wissen: Wären Sie bereit, mehr für Benzin zu bezahlen? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Überdachte Radständer in der Altstadt? Mit Ja antworteten 32,9 Prozent, mit Nein 67,1 Prozent. sag

Vor allem Singles müssen sparen

Starke Preissteigerungen in manchen Bereichen sorgen dafür, dass der Ver­braucher weniger im Geldbeutel hat. Statistisch gesehen betrug die Steige­rungsrate im Februar 2008 im Ver­gleich zum Vorjahresmonat lediglich 2,8 Prozent. Doch für den Bürger fällt die Teuerungswelle viel drastischer aus, als es die offiziellen Zahlen aus­drücken. Jetzt hat ein Schweizer Sta­tistikprofessor endlich auch die gefühlte Inflation unter die Lupe genommen und stellte fest, dass die wahrgenommene Entwertung des Gel­des dreimal so hoch ausfällt wie der Index in der amtlichen Statistik. Bei einer Umfrage im Frankeneinkaufs­zentrum in Langwasser zeigte sich, dass vor allem Singles unter dieser Entwicklung leiden.
 
An einem frühen Nachmittag unter der Woche ist im ersten Stock des Ein­kaufszentrums in Langwasser nicht viel los. Mütter schieben ihren Kinder­wagen durch die Gänge, Paare bum­meln an den Auslagen entlang, Renter verschnaufen im Cafe. Der Monats­beginn liegt noch nicht lange zurück, doch nur selten hat jemand mehr als eine Tüte in der Hand.

Eine Frau mittleren Alters antwor­tet ausführlich auf die Frage, wie sie die Preissteigerung wahrnimmt. Seit der Euroeinführung sei alles teurer geworden, aber ihre Einnahmen sind nahezu gleich geblieben. Bei Klei­dung, Lebensmitteln und auch sonst spare sie, sagt die allein lebende Frau. Die Politiker wüssten gar nicht, was die einzelnen Dinge kosten, schimpft sie. Die gingen ja nur selten einkau­fen.

Ein junger Vater muss ebenfalls nicht lange überlegen. Den Autokauf hat er aufgeschoben. Das Modell, das vor einigen Jahren um die 30000 Mark gekostet habe, sei inzwischen nur noch für 30000 Euro zu haben. Also fährt er mit öffentlichen Ver­kehrsmitteln.

Ein gut situierter Herr mittleren Alters, der eigentlich keine Geldsor­gen hat, bemerkt die Preissteigerung beim Bäcker. Wenn er sich etwas Süßes kaufe, dann fühlt er die Infla­tion. Was früher Pfennige gekostet hat, liege bei mindestens 50 Cent.

Eine alleinerziehende Mutter spart beim Urlaub. Ganz verzichten möchte sie nicht darauf, aber nun ist nur noch preiswertes Reiseziel drin. Ansonsten wird weniger für den kleinen Luxus im Alltag ausgegeben, also die Erdbee­ren vor der Saison oder eine Flasche Wein.

Übrigens, egal wer befragt wurde, jung oder alt, besser verdienend oder nicht: Alle rechnen die Beträge noch in DM um. Petra Nossek-Bock

Dazu gibt es auch eine Videoumfrage.