Digitales Klassenzimmer: Ein echter Fortschritt?

Die Digitalisierung der Welt schreitet unaufhaltsam fort – zu Hause, im Berufsleben, in der Freizeit. Nur in vielen Klassenzimmern ist sie noch nicht angekommen. Dabei sind gerade die Schüler versiert im Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. Es muss sich also rasch etwas tun. In Nürnberg wird bereits intensiv am Abschied der Kreidezeit gearbeitet, die Stadt investiert viel Geld in die technische Ausstattung der Schulen. Das ist lobenswert, aber die Umstellung braucht Zeit. Viele historische Gebäude lassen sich nicht mal eben schnell technisch aufrüsten.
In den neuen Schulen in Nürnberg, der Viatisschule, der Michael-Ende-Schule oder der Gretel-Bergmann-Schule ist das digitale Klassenzimmer bereits Standard. Die Kinder sind begeistert, die Lehrer berichten von der Vielfalt der neuen Möglichkeiten, die die Technik bietet.
Andere wiederum sind skeptisch und zweifeln den pädagogischen Nutzen an, den die Digitalisierung im Klassenzimmer mit sich bringt. Klar ist: Es muss auch der Lehrplan der neuen Zeit angepasst werden, ohne dass Inhalte auf der Strecke bleiben. Es geht nicht nur darum, die Technik bereitzustellen, sondern auch Konzepte zu entwickeln, wie sie den Unterricht und das Lernen bereichern kann. Und schließlich müssen auch die Lehrer lernen, wie die neuen Unterrichtsmittel sinnvoll einzusetzen sind. Dann hat die Digitalisierung einen echten Mehrwert.

Gabi Eisenack

Digitales Klassenzimmer: Ein echter Fortschritt?

Sollen die Sommerferien verkürzt werden?

In Bayern ist die sechste und damit letzte Ferienwoche angebrochen. Manche Eltern zählen schon die Tage, bis die Schule endlich wieder losgeht. Wenn der Nachwuchs allmählich beginnt, sich zu langweilen, wird das Familienleben anstrengend.  Auch Aleksander aus Estland findet die Ferien zunehmend öde. Dieser Tage erreichte uns die Agenturnachricht aus Tallinn, dass der junge Mann einen Brief an die Regierung seines Landes geschrieben und sich über die zu lange Auszeit beklagt hat – die Sommerferien dauern in seiner Heimat drei Monate. Im Vergleich dazu sind unsere Sommerferien richtig kurz. Trotzdem hat Aleksander eine alte Diskussion wieder in Gang gebracht. Müssen die Sommerferien unbedingt sechs Wochen dauern? Klar, Kinder brauchen eine Pause, und auch Langeweile fördert die Fantasie.

Pädagogen hingegen werfen ein, dass die Schüler viel Stoff vergessen und zu Schuljahresbeginn eine Menge Auffrischungsarbeit nötig sei. Andere meinen, man könne die Sommerferien auf fünf Wochen kürzen und dafür die Herbstferien verlängern. Denkbare Varianten sind zahlreich.

Gabi Eisenack

 

Sollen die Sommerferien verkürzt werden?

Impfpflicht für Kita-Kinder?

Alle reden im Moment über die Grippe – in ihrem Windschatten sind aber noch andere Krankheitserreger mit Gefahrenpotenzial unterwegs. Keuchhusten zum Beispiel. 2016 starben in Deutschland drei Babys an diesen Bakterien, meldete jüngst das Robert-Koch-Institut. 22 119 Keuchhusten-Fälle registrierte das Institut im vergangenen Jahr insgesamt, ein Höchststand seit Beginn der Meldepflicht 2013. Es komme derzeit wieder zu Erkrankungswellen – auch wegen Impflücken in der Bevölkerung, so das Institut.
Keuchhusten, Windpocken, Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken – sie zählen zu den ansteckenden Infektionskrankheiten, gegen die die Ständige Impfkommission Schutzimpfungen für Kinder empfiehlt. Der Nürnberger CSU-Stadtratsfraktion gehen die bloßen Empfehlungen nicht weit genug: Sie will speziell die Masernimpfung zur Voraussetzung für die Aufnahme in eine Kindertagesstätte der Stadt Nürnberg machen. Denn die wenigen Impfgegner oder -faulenzer würden viele andere Menschen gefährden, die zum Beispiel wegen Immunschwäche nicht geimpft werden dürfen.
Tatsächlich führen gerade die Masern in Einzelfällen zu tragischen Komplikationen: Sie können eine tödliche Hirnhautentzündung auslösen. Fälle davon gab es auch schon in Nürnberg. Die Nürnberger Jugend- und Gesundheitsämter lehnen eine Impfpflicht trotzdem ab. Eltern müssten durch Sachargumente überzeugt werden. Auch wäre die Vorschrift zur Impfung bei Einrichtungen der öffentlichen Hand gesetzlich derzeit gar nicht oder nur sehr aufwändig durchsetzbar.

Isabel Lauer

Impfpflicht für Kita-Kinder?

Soll das Handyverbot an Schulen fallen?

Immer und überall klingelt es. Fortwährend spricht ein Mensch in ein Smartphone oder spielt damit herum. Ist es da nicht gut und richtig, dass wenigstens in der Schule Sendepause herrscht? Die Frage, ob die Handynutzung an Schulen erlaubt oder verboten werden soll, wird seit langem heftig diskutiert – auch jüngst erhitzte das Thema bei einer Podiumsdiskussion in Nürnberg die Gemüter. Die Zahl der Befürworter und Gegner hielt sich in etwa die Waage. Dass die Schüler für eine Freigabe sind, versteht sich. Aber es gibt auch Politiker, für die das Handy-Verbot abgeschafft gehört, so etwa Nürnbergs Schulbürgermeister Klemens Gsell. Befürworter des Verbots fürchten, dass es mit der Handy-Freigabe an Schulen zu Missbrauch kommt, dass zum Beispiel Mobbing betrieben wird, indem Schüler Aufnahmen von Klassenkameraden oder Lehrern ins Netz stellen. Auch sehen sie mit Skepsis die viele Aufmerksamkeit, die Smartphones auf sich ziehen. Rauben sie den Kindern nicht das letzte Bisschen Konzentrationsvermögen? Ist es nicht wichtig, gegen die permanente Ablenkung anzugehen und Pausen zu verordnen?

Nein, sagen die Gegner des Verbots. Sie halten die strikte Linie, die nicht nur in Bayern gilt, für antiquiert. Das Smartphone sei nun einmal ein Teil der Lebenswirklichkeit der jungen Leute, finden sie. Es sei doch besser, ihnen einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät beizubringen, statt es zu verbannen. Bestimmte Regeln könnten außerdem einen ungebremsten Gebrauch im Unterricht eindämmen. Und schließlich: Möglichkeiten, dem Unterricht geistig fernzubleiben, gibt es auch jenseits des Mobiltelefons reichlich. Stichwort: Schiffeversenken.

Gabi Eisenack

Soll das Handyverbot an Schulen fallen?

Zu viel Aufhebens um den ersten Schultag?

Wenn am Dienstag das neue Schul­jahr startet, sind die Abc-Schützen ganz besonders aufgeregt. Für sie beginnt ein spannender Lebensab­schnitt, jetzt gehören sie auch schon ein bisschen zu den Großen. Der ers­te Schultag ist aber nicht nur für die Kinder eine aufregende Angelegen­heit, sondern für die ganze Familie. Man hat mit den liebgewonnenen Erzieherinnen im Kindergarten die Schultüte gebastelt, sich Gedanken über den Inhalt gemacht und jetzt steht der Zwerg da, winkt und ver­schwindet im Klassenzimmer. Ist er nicht gerade erst auf die Welt gekommen? Hat er nicht eben sei­nen ersten Schrei getan? Und jetzt Schulkind? Da müssen Mama und Papa, so stolz sie sind, schon mal ein wenig schlucken.
Dieser besondere Tag wird nun aber auch immer exzessiver began­gen. In die Schultüte kommen bis­weilen nicht nur mehr kleine Über­raschungen, sondern auch schon mal ein Smartphone. Der Abc-Schütze soll schließlich fürs Leben lernen… Und im Schlepptau hat er bei seiner Einschulung nicht nur Eltern und Großeltern, sondern auch Tanten und Onkels. Gemietet wird zur Feier des Tages ein Saal, wer mag, bestellt einen Clown zur Unterhaltung dazu. Für die Kinder mag das ein Spaß sein, aber haben sie nicht auch ohne so viel Ramba­zamba schon genug Freude an ihrem besonderen Tag? Abgesehen
von der übertrieben teuren Material­schlacht, die veranstaltet wird – was gibt es dann erst zum Abitur?

Gabi Eisenack

Zu viel Aufhebens um den ersten Schultag?

Sollte „Benehmen“ ein Schulfach werden?

Kinder-Knigge-Kurs„Die heutige Jugend hat keine Manieren“, meckert ein alter Mann im Bus. „Aber eben hat Ihnen doch ein Junge einen Platz angeboten“, wundert sich sein Nachbar. „Das schon, aber meine Frau steht immer noch!“ Wenn also „Benehmen“ ein Unterrichtsfach werden soll, dann müsste wohl auch dieser meckernde alte Mann noch mal die Schulbank drücken.

Immerhin sprechen sich 75 Prozent der Deutschen für ein Schulfach „Benehmen“ aus. Für 51 Prozent müsste es sogar Pflichtfach sein. Damit liegt den Bürgern ein derartiges obligatorisches Unterrichtsfach mehr am Herzen als „Wirtschaft“ (48 Prozent), „Gesundheitskunde“ (42), „Suchtprävention“ (39) oder „Computerprogrammierung“ (35). Wenig überraschend ist laut der jüngst veröffentlichten Umfrage auch, dass älteren Menschen die Unterweisung in „die gute Kinderstube“ viel wichtiger ist als jungen. Sicher ist nicht viel Lebensweisheit nötig, um zu der Erkenntnis zu kommen: Schlechtes Benehmen ist eben kein „Privileg“ der jungen Generation. Das kann jeder an jedem Tag beobachten oder am eigenen Leib erfahren.

Allerdings erweist sich ein unhöfliches, ungehobeltes Auftreten für die junge Generation gerade dann als besonders verhängnisvoll, wenn es um das berufliche Weiterkommen geht. Der unrasierte, kaugummiekauende Bewerber, der dem Personalchef dann auch noch die Hand als erstes entgegenstreckt, hat, um es höflich auszudrücken, schlechte Karten.
Auftreten, Anstand, Gebaren, hier sind eigentlich zuvörderst die Eltern gefragt. Nur leider sind die schlechten Umgangsformen der jungen Leute nicht selten das Spiegelbild jener im Elternhaus. Und damit sind wir wieder in der Schule. Dort fragen sich die Lehrer (Foto: dpa) zurecht: „Was sollen wir denn noch alles leisten?“ Die Antwort könnte lauten: Weniger Gedichtsanalyse und mehr Vermittlung von Alltagsfähigkeit. Das freilich würde weit mehr als „nur“ die Umgangsformen beinhalten. Mit dem jetzigen Lehrplan ist das sicher nicht zu schaffen. Hier wären auch die Politiker gefragt.

Die einen pochen darauf, dass für bestimmte „Alltagsfähigkeiten“ die Eltern verantwortlich sind. Andere würden sich wünschen, dass dies durchaus auch Bestandteil schulischer Bildung sein könnte.

Dieter Wegener

Sollte "Benehmen" ein Schulfach werden?

Sitzenbleiben: Soll es abgeschafft werden?

Beim Thema Sitzenbleiben scheiden sich die Geister. Die einen sagen, wer in einem Kernfach im Zeugnis eine Sechs oder in zwei Kernfächern je eine Fünf habe, müsse in eine kostenlose schulische Nachhilfemaßnahme. Sitzenbleiben verschwende Lern- und Lebenszeit und sei längst nicht mehr zeitgemäß.

Andere wiederum argumentieren, der Schüler gewinne mit der Wiederholung eines kompletten Schuljahres ausreichend Zeit, um in Ruhe den Lernstoff aufzuarbeiten. Er wahre somit die Chance, seine Schulkarriere wie geplant fortzusetzen. Zudem könne allein schon die Aussicht auf eine drohende „Ehrenrunde“ Schüler zu einer Leistungssteigerung motivieren.

Bundesweit wiederholen pro Jahr etwa zwei Prozent aller Schüler eine Klasse. In Bayern drehten im vergangenen Schuljahr 2,3 Prozent der Gymnasiasten, 2,6 Prozent der Realschüler und 1,1 Prozent der Mittelschüler eine „Ehrenrunde“. Nachdem das Sitzenbleiben in mehreren Bundesländern bereits abgeschafft wurde, prallen nun im weiß-blauen Freistaat die gegensätzlichen Meinungen dazu aufeinander.

SPD-Spitzenkandidat Christian Ude fordert, auch in Bayern darauf zu verzichten. „Ich habe es schon in meiner Schulzeit nicht begriffen, warum Mitschüler, die in einigen wenigen Fächern nicht mitkommen, alle Fächer wiederholen müssen“, so Ude. Wohingegen Bayerns Kulturminister Ludwig Spaenle die Forderung nach mehr individueller Förderung für Schulkinder als blanken Unsinn und bildungspolitischen Populismus bezeichnete. Ist also das Sitzenbleiben ein notwendiges und angebrachtes pädagogisches Instrument oder ist es eine Verschwendung von Lebenszeit?

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Sitzenbleiben: Soll es abgeschafft werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf  NZ.de auf der rechten Seite ab

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Gefällt Ihnen der Name Grundig-Stadion?“ Mit Ja antworteten 46 Prozent, mit Nein 54 Prozent.

Studiengebühren: Soll Bayern sie abschaffen?

Der liberale Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch will nicht auf die Einnahmen durch die Studiengebühren verzichten. Sie würden gebraucht, um die Bedingungen an den Hochschulen zu verbessern – und seien deshalb nicht ungerecht, sondern eine soziale Maßnahme.

Gegner der Studiengebühren sehen den Fall genau umgekehrt: Die Gebühren seien eben keine soziale, sondern eine unsoziale Sache. Sie würden Studenten aus finanziell schwächeren Familien abschrecken, an eine Hochschule oder Universität zu gehen. Sie würden das Studium verlängern, weil mehr nebenbei gejobbt werden müsse und sie würden viele junge Leute schon jetzt in eine Schuldenfalle jagen. Sie müssten nämlich Kredite aufnehmen, an denen sie ewig zu knabbern haben. Wer am Anfang seines Berufslebens steht, vielleicht auch an Familie denkt, für den sind das nicht eben die besten Startbedingungen

Unsere NZ-Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Studiengebühren: Soll Bayern sie abschaffen?“ Geben Sie ihr Votum unter nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht Nürnberg ein Faschingsprinzenpaar?“ Mit Ja antworteten 33 Prozent, mit Nein 67 Prozent.

Soll Tempo 30 vor Schulen bleiben?

Zehn Beschwerdeführer bei der Regierung von Mittelfranken wollen die flächendeckende Tempo-30-Regelung vor Schulen in Nürnberg, die seit September gilt, zu Fall bringen. Sie haben um eine Überprüfung der verkehrsrechtlichen Anordnungen der Stadt Nürnberg gebeten. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet, denn es geht um einen Kurswechsel bei der Ausweisung der Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen in Bayern: Bislang wurden solche flächendeckenden Geschwindigkeitsregelungen in Bayern nicht geduldet. „Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung von Rechtsgütern erheblich übersteigt. Die Rechtmäßigkeit einer Anordnung kann deshalb nur unter Berücksichtigung der konkreten Verkehrsverhältnisse in jedem Einzelfall beurteilt werden“, erklärt Günther Kiermeier, stellvertretender Pressesprecher der Regierung von Mittelfranken. Pauschale Tempo-30-Regelungen sind demnach eigentlich ausgeschlossen. Es müssen die jeweilige Gefahrenlage und die örtliche Verkehrssituation berücksichtigt werden. Wie wichtig aber eine Geschwindigkeitsbeschränkung vor Schulen ist, machen folgende Zahlen deutlich: In der ersten Schulwoche 2011, die nur aus vier Tagen bestand, wurden bei Geschwindigkeitskontrollen 883 Verstöße festgestellt.

Die Beschwerde führenden Autofahrer sehen dagegen die Geschwindigkeitsbeschränkung als Möglichkeit, Autofahrer zu schröpfen, um Geld für den maroden Stadthaushalt zu bekommen. Eine Gefahrenlage liege in vielen Fällen nicht vor, so der Tenor der Kritik. „Die bislang 10 Einwender machen im Wesentlichen geltend, dass die Verkehrsbeschränkungen nach der Straßenverkehrsordnung nicht erforderlich seien, auch weil in vielen Fällen Schülerlotsen oder technische Einrichtungen zur Schulwegsicherung in Form von Fußgängerüberwegen, Ampeln vorhanden seien“, so Kiermeier. In Berlin unterlag im November aber eine Autofahrerin vor Gericht, als sie die dortige Tempo-30-Regelung vor Schulen und Kindertagesstätten kippen wollte. Die Richter stuften die Unversehrtheit von Kindern höher ein als den Zeitverlust für Autofahrer durch eine reduzierte Fahrgeschwindigkeit. Die Regierung von Ansbach überprüft jetzt die Nürnberger Regelung

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Soll Tempo 30 vor Schulen bleiben?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf der NZ-Homepage ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Fan-Randale: Soll der Club härter durchgreifen?“ Mit Ja antworteten 48 Prozent, mit Nein 52 Prozent. fis

Bildungsstreik: Haben die Schüler recht?

Sie verlassen die Hörsäle und Klassenzimmer und gehen auf die Straße. Aber nicht, weil sie nicht lernen wollen. Im Gegenteil, sie wollen es. Besser sogar als bisher. Doch was hunderttausende Schüler und Studenten bundesweit auf den Demonstrationen beklagen, ärgert auch viele Nürnberger: Große Klassen, veraltetes Lehrmaterial, ein undurchlässiges Bildungssystem und hohe Studiengebühren.
Bildung ist ein Menschenrecht, sagen sie. Und das soll nicht nur in Anspruch nehmen können, wer reiche Eltern hat, wer sich teure Nachhilfestunden und Elite-Universitäten leisten kann. Für ihre Forderungen riskieren sie auch Verweise und andere Sanktionen. Denn wenn sie nachmittags demonstrieren, werden sie kaum wahrgenommen, sagen die Schüler. So wie die vielen anderen Kundgebungen, die tagtäglich stattfinden.
Ihr Anliegen ist ihnen so wichtig, dass sie für die nötige Aufmerksamkeit die Schulen und Universitäten verlassen und den Zorn der Direktoren auf sich nehmen. Das unterstützen auch viele Bürger, Gewerkschaften und Parteien. Wie sehen Sie das? Muss das Bildungssystem reformiert werden, durchlässiger werden und Schülern und Studenten mehr Raum geben? Wir wollen diese Woche von Ihnen wissen: „Bildungsstreik: Haben Schüler und Studenten recht?“ Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist das Bratwurstdorf jetzt fränkisch genug? Mit Ja antworteten 56,8 Prozent, mit Nein 43,2 Prozent.