Soll die Stadt eine mobile Sporthalle kaufen?

Weil die Wände der großen Vierfachhalle am Berufsschulzentrum Berliner Platz (BBZ) repariert werden müssen, bleibt die Halle mindestens bis zum Jahresende geschlossen. Das bedeutet für den Profi-Basketball in der Stadt ebenso einen Einschnitt wie für Schüler und Vereinssportler. Nun erwägt die Stadt, eine mobile Sporthalle zu kaufen.

Dies könnte auch deshalb sinnvoll sein, weil nicht sicher ist, ob die Bauarbeiter nicht in der Halle auf Asbest stoßen und diese viel länger geschlossen bleiben muss. Andererseits wäre eine solche Lösung ziemlich teuer. Eine mittlere sechsstellige Summe müsste die Stadt für die Halle ausgeben.

Marco Puschner

Soll die Stadt eine mobile Sporthalle kaufen?

Braucht Nürnberg mehr Graffiti-Kunst?

Graffiti: für die einen sind sie ein Augenschmaus, für die anderen dafür ein Graus. Die Stadt Nürnberg jedenfalls hat schon Anfang vergangenen Jahres beschlossen, die umstrittene Kunstform fördern zu wollen. Dabei will sie freilich auf künstlerisch wertvolle Graffiti setzen, nicht auf illegale Schmierereien. Ideen, wie man die Kunstform im Stadtbild besser etablieren könnte, gibt es viele. Zum Beispiel fordern hiesige Künstler Freiflächen, die für jedermann zur Verfügung stehen und die nach Lust und Laune mit der Sprühdose bearbeitet werden sollen. Derartiges gibt es in Nürnberg noch nicht.
An der Umsetzung der vielen Ideen jedoch hapert es noch. So wurde zwar mittlerweile ein „Runder Tisch Street Art“ ins Leben gerufen, an dem sich nicht nur die Akteure der Szene sondern auch die beteiligten Ämter zusammensetzen. Viele Ergebnisse gibt es aber noch nicht zu sehen. Demnächst soll ein weiteres Treffen stattfinden – in der Hoffnung, dass es dann konkreter zur Sache gehen wird.
Was Graffiti alles kann, zeigt sich gerade an der Theodor-Heuss-Brücke im Pegnitztal West. Dort ist Mitte August das bisher größte Kunstwerk Nürnbergs entstanden. Bunt statt Beton. 35 Künstler haben sich an der Aktion beteiligt, die von einer Initiative organisiert wurde, die sich für Street Art einsetzt, also die Kunst im öffentlichen Raum. Das Werk soll nun zumindest schon mal für die nächsten drei Jahre erhalten bleiben. Das reicht Graffiti-Fans aber noch nicht: Sie wollen die Theodor-Heuss-Brücke dauerhaft zu ihrer Leinwand umfunktionieren.

Meike Kreil

Braucht Nürnberg mehr Graffiti-Kunst?

Sorgen Sie sich um die gesetzliche Rente?

Nachdem sich CDU und CSU in der Flüchtlingspolitik fleißig gestritten hatten, drohte jetzt der nächste Konflikt in der Großen Koalition. Die SPD hätte gerne das Rentenniveau von 48 Prozent bis ins Jahr 2040 festgeschrieben. Der Koalitionsvertrag gibt nur bis 2025 eine Garantie. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rügte die Genossen, mit dieser Debatte unnötig die Bürger zu verunsichern. Für die Zeit nach 2025 gebe es schließlich eine kürzlich eingesetzte Expertenkommission, deren Vorschläge man erst einmal abwarten müsse.

Der DGB betont stets, dass die gesetzliche Rente der Eckpfeiler der Altersversorgung bleiben müsse, betriebliche oder private Lösungen könnten diese lediglich ergänzen, seien aber keine gleichwertige Alternative zum gesetzlichen System.

Zugleich aber gibt es Zweifler, die angesichts der demografischen Entwicklung die gesetzliche Rente nicht mehr für sicher halten. Wenn die SPD das Rentenniveau und die Beiträge stabil halten wolle, müsse die Lebensarbeitszeit auf 73 Jahre steigen, meint etwa Rentenexperte Bernd Raffelhüschen – oder es müsste höhere Steuern geben. Dass Merkel den Vorschlag der SPD so klar ablehnt, könnte freilich auch jene Verunsicherung erzeugen, die sie der SPD vorwirft. Ist es um die gesetzliche Rente womöglich doch nicht so gut bestellt, wie die Konservativen zuletzt behaupteten?

Marco Puschner

Sorgen Sie sich um die gesetzliche Rente?

Brauchen die Bauern Dürrehilfen?

Wegen der wochenlangen Dürre in vielen Regionen Deutschlands können die Landwirte auf staatliche Nothilfen von bis zu 340 Millionen Euro zählen. Allein in Mittelfranken könnten bis zu 5000 Betriebe betroffen sein, hat der Bezirksvorsitzende des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Günther Felßner, kürzlich im NZ-Gespräch gesagt.

Bund und Land teilen sich die Summe. Die Hitzewelle sorgte dafür, dass bis zu 10000 Betriebe in ihrer Existenz gefährdet sind – noch mehr, als im Jahr 2003, als der Bund letztmals Dürrehilfen zahlte. Insofern scheint es verständlich, dass der Bund einschreitet und den Bauern hilft.

Kritiker aber sagen, dass die Gelder vor allem Großbetrieben zugutekämen, die zu sehr ins Risiko gegangen seien. Wer solide wirtschaftet nach dem Motto „Eine Ernte im Feld, eine im Lager, eine auf der Bank“ überlebe auch diese außergewöhnliche Hitze. Große Unternehmen, die in schnelles Wachstum investiert hätten, kämen dagegen nun in die Bredouille und würden daher die Hilfen beantragen. Außerdem, so die Kritiker, senkten die Hilfen den Druck auf die Bauern, selbst die Initiative zu ergreifen und ihre Betriebe besser auf den Klimawandel einzustellen.

Marco Puschner

Brauchen die Bauern Dürrehilfen?

„Pflichtjahr: Soll es eingeführt werden?“

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht ins Gespräch gebracht und ist damit in der Union auf sehr viel Zustimmung gestoßen. Junge Menschen sollen demnach im Anschluss an die Schule ihre Arbeitskraft ein Jahr der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Damit ist keine Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht gemeint, obgleich das Militär ein Ort ist, an dem die jungen Leute den Dienst ableisten können.
Aber der Idee nach wäre es genauso möglich, sich in sozialen, ökologischen oder kulturellen Einrichtungen zu engagieren. Befürworter glauben, dass ein solches verpflichtendes Gesellschaftsjahr den Bürgern eines wohlhabenden Landes durchaus abverlangt werden könne. Soziale Träger, die unter dem Wegfall des Zivildienstes litten, könnten die Kräfte gut brauchen. Zudem würde die Gesellschaft enger zusammenrücken, denken die Verfechter der Idee. Und obendrein sei es auch eine Chance für die jungen Leute, sich beruflich zu orientieren und Tätigkeitsfelder kennenzulernen, auf die sie sonst vielleicht nicht stoßen würden.
Allerdings geht das bisher auch schon, wenngleich auf freiwilliger Basis – man kann ein soziales Jahr einlegen oder sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren (Foto: dpa). Vertreter von SPD, Grünen, Linken und FDP haben sich denn auch skeptisch gezeigt, ob eine allgemeine Dienstpflicht wirklich sinnvoll ist. Hans-Peter Bartels (SPD) zum Beispiel äußerte verfassungsrechtliche Bedenken, Zwangsarbeit sei schließlich verboten. Die Linkspartei befürchtet, dass junge Leute über ein solches System instrumentalisiert werden könnten, um Notstände in der Pflege zu verringern. FDP und Grüne sehen durch ein Pflichtjahr einen massiven Eingriff in die individuellen Rechte der jungen Leute und lehnen es daher ab.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Pflichtjahr: Soll es eingeführt werden?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Marco Puschner

"Pflichtjahr: Soll es eingeführt werden?"

Gänse abschießen am Wöhrder See?

Die Freude über die neue Bademöglichkeit am Wöhrder See ist schnell getrübt worden. Denn in der Norikusbucht und auch am Strand gegenüber fühlt sich nicht nur der Mensch wohl, sondern auch die Gans (Foto: Eduard Weigert). Diese hat eine große Familie und bevölkert dementsprechend üppig Land und Wasser.

Was an sich kein Problem darstellt, wären da nicht die hässlichen Hinterlassenschaften. Der Gänsekot ist nicht nur eklig, er enthält auch Keime (E.coli, Campylobacter), die Durchfall verursachen können. Das bereitet nicht nur den Eltern von Kleinkindern Sorgen.

Die Stadt Nürnberg will das Problem nun angehen und, wie berichtet, auf die Tiere schießen lassen. Freilich sollen die Wasservögel nicht in Massen erlegt werden – es geht um Abschreckung. Tierschützer sind trotzdem schon auf die Barrikaden gegangen. Sie verteidigen die unschuldigen Vögel, die der Mensch durch verbotenes Füttern angelockt hat, und finden, die Natur gehöre schließlich auch ihnen. Andere Stimmen befürchten, es könnten nicht nur Gänse, sondern auch Spaziergänger vom Jäger getroffen werden.

Gabi Eisenack

 

Sollen am Wöhrder See Gänse abgeschossen werden?

  • Ja (81%, 30 Stimmen)
  • Nein (19%, 7 Stimmen)

Wähler insgesamt: 37

Notaufnahme nur gegen Gebühr?

Weder für Patienten noch für das Personal ist es ein Vergnügen: Deutschlands Krankenhaus-Notaufnahmen sind überfüllter denn je – obwohl die Leute nicht kränker sind als früher. Wie alle gewichtigen Probleme hat das Phänomen komplexe Ursachen. Gestiegene Ansprüche, Bequemlichkeit und Unwissenheit in der Bevölkerung haben ihren Anteil. Punktuell fehlt es aber auch an niedergelassenen Fachärzten, die flexibel und ohne monatelange Anmeldefristen behandeln.

Vertreter zweier Kassenärztlicher Vereinigungen (KV) legten den Finger in die Wunde, als sie jetzt in Interviews eine Gebühr als Abschreckung ins Spiel brachten. Müsste man 50 Euro zahlen, überlege man sich die Fahrt ins Krankenhaus wegen Kopfschmerzen oder Grippe vielleicht noch mal. Wer so eine Gebühr erheben soll, ob sie nur bei Bagatell-Fällen oder pauschal bei allen Notaufnahme- Besuchern fällig würde, ließen die Standesvertreter offen. Mediziner und Gesundheitsexperten raten von dieser Patientensanktion ab. Aber könnte sie nicht sogar besser wirken als mühsame Aufklärung und die Umstrukturierung der ärztlichen Notdienste?

Isabel Lauer

Notaufnahme nur gegen Gebühr?

Kreuze in allen staatlichen Dienstgebäuden?

Kreuze gehören zu Bayern wie die Berge. Das soll Ministerpräsident Edmund Stoiber schon 1995 auf einer Großdemonstration in München gesagt haben. Seinerzeit brachte der „Kruzifix-Beschluss“ des Bundesverfassungsgerichts die Massen in Wallung. Karlsruhe erklärte damals die Anordnung zum Kreuz in bayerischen Klassenzimmern für verfassungswidrig. In der Praxis darf es seither trotzdem hängen bleiben, es sei denn, jemand erhebt Einspruch.

Mehr als 20 Jahre danach ordnet der aktuelle Ministerpräsident Markus Söder Kreuze für alle staatlichen Dienstgebäude an – und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus (Foto: dpa). Quer durch die Republik werfen Politiker, Kirchenvertreter und -verbände dem bayerischen Regierungschef berechnende „Symbolpolitik“ für Traditionalisten vor. Aus den Unionsparteien bekommt Söder auffallend wenig Unterstützung, vom Zuspruch Stoibers abgesehen.

Der deutsche Alltag ist heute noch religionsferner als in den 1990er Jahren. Warum also dient das Kreuz überhaupt noch zum Kulturkampf? Die einen fühlen sich dadurch bedrängt, sie möchten weder vom Christentum noch von irgendeiner Religion so kumpelhaft umarmt werden. Die anderen, meist sind es bekennende Christen, sehen das Kreuz in außerkirchlichen Zusammenhängen zum Dekorationsgegenstand herabgewürdigt. Das Zeichen für den Kreuzestod Christi sei eben gerade kein Brauchtumsding wie die Lederhose und der Bierkrug. Es steht universell für die Humanität des Christseins, losgelöst von jedem Staatsgebilde. Die Frage ist also weniger, ob das Christentum eine Vereinnahmung aushält. Sondern eher, ob Politik es aushält, sich auf ein religiöses Symbol zu stützen.

Isabel Lauer

Kreuze in allen staatlichen Behörden?

Ladenöffnungszeiten: Sollen sie freigegeben werden?

Die Diskussion über die Ladenöffnungszeiten ist alt, neu belebt haben sie kürzlich die bayerischen Liberalen, die mit dem Thema in den Landtagswahlkampf ziehen. Sie fordern eine flexible Handhabung an sieben Tagen der Woche.

In anderen Bundesländern sind die Zeitgrenzen für den Konsum längst gefallen. In Berlin oder Hamburg dürfen Läden bis 24 Uhr geöffnet bleiben. Für Sonntage bestehen unterschiedliche Regelungen. In Nürnberg gibt es in diesem Jahr zwei verkaufsoffene Sonntage: am 6. Mai in der Südstadt und am 16. September in der Altstadt.

Gegen verkaufsoffene Sonntage sprechen sich neben den Gewerkschaften auch die Kirchen aus. Sie möchten, dass nicht auch noch dieser Tag dem Konsum geopfert wird. Die Gewerkschaften sind dagegen, weil der Sonntag der Familie, den Freunden und der Erholung gehören soll. Wenn dann auch noch die Geschäfte in die Innenstädte locken, ist es mit dem Sonntagsfrieden vermutlich vorbei – dann wird die Warenwelt durchkämmt, statt der Wanderrucksack geschnürt.

Die FDP jedoch ist der Meinung, dass liberale Ladenöffnungszeiten vor allem den kleinen Geschäften nutzen. Und schließlich sei im Internet Einkaufen rund um die Uhr sowieso schon längst Normalität.

Gabi Eisenack

Ladenöffnungszeiten: Sollen sie freigegeben werden?

Sind Smartphones schädlich für Kinder?

Für viele Kinder sind Smartphone und Tablet völlig selbstverständlich: Sie halten darüber Dauerkontakt zu Freunden, zocken Spiele, schauen Videos, surfen im Internet, lernen mit Apps – nicht selten viele Stunden lang am Tag. Es gibt in Familien mit jungen Mädchen oder Jungen selten ein Thema, das so viel diskutiert wird wie der Konsum von digitalen Medien. Einige befürworten es, dass der Nachwuchs möglichst früh Zugang zu Tablet und Smartphone erhalten soll: Eine moderne Gesellschaft und später auch eine digitalisierte Arbeitswelt erfordern dies, so die Argumente. Andere fürchten, dass Kinder über die Beschäftigung mit digitalen Medien vereinsamen und süchtig werden, von den gesundheitlichen Risiken wie Entwicklungsstörungen und Hyperaktivität ganz zu schweigen. Tatsächlich zeigt eine Studie des Bundesgesundheitsministeriums, dass die extensive, völlig unkontrollierte Nutzung digitaler Medien gravierende Folgen haben kann. Dem gegenüber steht die Einschätzung amerikanischer Kinderärzte, dass Mädchen und Jungen ab drei Jahren bis zu einer Stunde am Tag auf einen Bildschirm gucken können, ohne Nachteile fürchten zu müssen. Die Menschheit hat viele Jahrhunderte Erfahrung mit analogen Lernmaterialien wie Büchern. Dagegen beschäftigt uns die Existenz von Internet und digitalen Medien erst seit rund 20 Jahren. Die Unsicherheit ist also groß, die Vorsicht berechtigt.

Ngoc Nguyen

Sind Smartphones schädlich für Kinder?