Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Die Polizei hat dieses Jahr zusammen mit der Stadt Nürnberg ein neues Verkehrskonzept für das Klassik-Open-Air erarbeitet. So wurden einige Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt und der Verkehr umgeleitet (Foto: Michael Matejka). Die Polizei und die Stadt Nürnberg sahen im neuen Verkehrskonzept wichtige Verbesserungen: Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Veranstaltung erhöhen.

Außerdem versprachen sich die Verantwortlichen mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger, die aufgrund der Zufahrtssperren die Straße einfach überqueren konnten. Andererseits erforderte die Umsetzung einen höheren Aufwand für die Polizei und einiges an Umstellungen für die Autofahrer, die nicht zum Klassik-Open-Air wollten. Ella Schindler

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Sind Sie für Nulltarif bei Bus und Bahn?

Auf den ersten Blick muss man da ja zustimmen: Wer ist schon ernsthaft gegen Nulltarif bei Bus und Bahn? Schaut man genauer hin, ist freilich klar, dass der ohnehin stets in den roten Zahlen befindliche öffentliche Personennahverkehr dann anderweitig finanziert werden müsste: zum Beispiel über Steuern.
Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie und der Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG), hat so ein Modell kürzlich im NZ-Interview ins Gespräch gebracht. Die hohen Zuwachszahlen, die der VAG aus dem Nulltarif erwachsen würden, hätten positive Auswirkungen auf die Stadt, glaubt Hasler: Weniger Autos sorgten für mehr Lebensqualität, für die Umwelt wäre dies womöglich eine enorme Entlastung.
Ob es aber wirklich so angenehm ist, in dann übervollen Bussen und Bahnen unterwegs zu sein? Und was ist mit den Menschen, die diese Verkehrsmittel trotzdem nicht nutzen? Die auf ihr Auto nicht verzichten wollen oder die die Umwelt schonen, indem sie eher per Rad oder zu Fuß unterwegs sind? Hier stellt sich dann die Gerechtigkeitsfrage, wenn sie mit ihren Steuermitteln für den öffentlichen Nahverkehr aufkommen müssen, obwohl sie ihn gar nicht nutzen. Auf der anderen Seite wird auch der bestehende ÖPNV aufgrund der defizitären wirtschaftlichen Situation permanent aus öffentlichen Geldern bezuschusst.

Marco Puschner

Sind Sie für Nulltarif bei Bus und Bahn?

Braucht Nürnberg ein Fahrradleihsystem?

Es kam nicht ganz unerwartet: Im Oktober kündigte die Firma Nextbike an, bis Ende des Jahres 2016 aus dem Betreibervertrag für „NorisBike“ auszusteigten – aus wirtschaftlichen Gründen. Das anfangs vielgelobte Leihfahrrad-Modellprojekt hatte sich für das Leipziger Unternehmen immer mehr zum Draufzahlgeschäft entwickelt. Bei der Diskussion, wer oder was die Ursache an der Misere trägt, gehen die Meinungen natürlich weit auseinander: Die Stadt zählt nicht befriedigend auskurierte Kinderkrankheiten und mangelndes Marketing auf, bei Nextbike wird etwa moniert, dass die Stadt nach der Förder-Phase Vergünstigungen für VAG-Kunden kappte und dass etliche Wunsch-Standorte für Verleihstationen wegen des Denkmalschutzes nicht realisiert werden konnten.

In der Sitzung des Verkehrsausschusses in dieser Woche, die sich mit dem Thema befassen wird, will sich die Stadtverwaltung grundsätzlich für ein Fahrradverleihsystem stark machen und dafür „alle Möglichkeiten prüfen“. Grundsätzlich stünde als Partner auch die Firma Nextbike bereit, allerdings unter anderen wirtschaftlichen Bedingungen. Ohne kommunale Förderung, so deutet es sich schon an, wird ein solches System in Zukunft nicht realisierbar sein. Daraus lässt sich natürlich auch die Frage ableiten, ob ein grundsätzlicher Bedarf für öffentliche Leihfahrräder besteht. Man könnte ja auch argumentieren, dass nach den bisherigen Erfahrungen Nürnberg im Unterschied zu anderen Kommunen wohl nicht das geeignete Pflaster für ein solches Angebot ist. Auf der anderen Seite stünde eine Stadt, die sich die Fahrradfreundlichkeit groß auf die Fahnen geschrieben hat und Kampagnen wie „Nürnberg steigt auf“ betreibt, ohne eine Leihfahrrad-Option doch eher unglaubwürdig da.

Clemens Helldörfer

Braucht Nürnberg ein Fahrradleihsystem?

Setzt die VAG falsche Schwerpunkte?

Zum Jahreswechsel 2017 werden die Ticketpreise von der VAG und den Verbundpartnern im VGN durchschnittlich um 2,62 Prozent angehoben. Es ist die jährliche Preissteigerung, mit der, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich, die steigenden Personal-, Pensions- und Betriebskosten aufgefangen werden sollen. nach der Tarifreform und der außergewöhnlichen Anhebung 2012 haben die Kunden aber langsam das Gefühl, dass der ÖPNV zu teuer wird. Auch wenn das Netz der VAG sehr dicht geknüpft ist.
Dabei langt das eingenommene Geld bei der VAG nicht aus, um die in die Jahre gekommene Infrastruktur zu erneuern. Die U-Bahntechnik ist zum großen Teil 40 Jahre alt und muss an die neuen Erfordernisse angepasst werden. Es müssen neue Züge und Busse gekauft werden: Das Defizit bei der VAG, das von der Stadt oder den Städtischen Werken ausgeglichen wird, steigt deshalb in den nächsten Jahren weiter. Und wahrscheinlich auch die Ticketpreise. Die VAG war noch vor wenigen Jahren eines der Unternehmen mit den günstigsten Fahrpreisen in Deutschland. Das ist vorbei.
Die VAG, die mit der fahrerlosen U-Bahn ein teures Prestigeprojekt realisiert hat, will eigentlich in den nächsten Jahren den U-Bahnausbau abschließen. Doch zuletzt wurde schon der Ausbau der U-Bahn nach Eibach oder Stein gefordert. Auch sollen etliche Straßenbahnlinien neu gebaut werden. Allen voran die Verbindung von Am Wegfeld nach Erlangen. Gefordert wird auch die Ost-West-Linie für die Straßenbahn durch die Altstadt.
Wenn nicht plötzlich ein Geldsegen von Bund und Land verteilt wird, dann hat es die VAG immer schwerer, den erreichten Standard zu halten und zugleich noch teure Ausbauvorhaben durchzuführen. Da der Öffentliche Personennahverkehrs immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird und am Ende stets die Politik entscheidet, muss überlegt werden, ob nicht doch günstige Fahrpreise wichtiger sind als Neubauvorhaben, die zwar gut bezuschusst werden, aber den Betrieb, für den es keine Fördergelder gibt, auf Dauer verteuern.

André Fischer

Setzt die VAG falsche Schwerpunkte?

Finden Sie die VAG-Tarifreform sinnvoll?

VAGZum 1. Januar 2016 werden die VAG-Tarife geändert: Wer sich in Form eines Abonnements oder von Mehrfachfahrtenkarten langfristig an die VAG bindet, der fährt meistens günstiger. Im Gegenzug wurden die Einzelfahrt mit drei Euro deutlich teurer. Ein Spitzenwert in Deutschland. Dagegen ist die Einführung eines Abonnements zu 35 Euro im Monat, das aber erst ab neun Uhr gilt, ganz besonders preisgünstig. Auch die Schülermonatskarte wurde erheblich billiger. Die VAG-Jahreskarte und die Mobicard werden allerdings an die Kostenentwicklung im Verbund angepasst und damit leicht teurer.

Finanziert wird die Umstellung durch höhere Parkgebühren und mit Zuschüssen aus dem Stadthaushalt. Es herrscht auch das Prinzip Hoffnung: Die Stadtspitze ist optimistisch, dass es Mehreinnahmen durch mehr Kunden geben wird. Die neue Fahrscheinsystematik ist ein Wagnis, denn niemand weiß, wie die Kunden reagieren, und ob mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen. Mit Spannung dürften die Tarifreformer vor allem auf die Entwicklung beim Firmenabo schauen: Grundsätzlich können sich ab Januar auch Firmen mit nur einem oder zwei Beschäftigten beteiligen. Es muss aber eine Kammer oder einen Verband geben, der das Firmenabo für die kleinen Firmen organisiert. Die VAG kann das nicht leisten. Wenn das Firmenabo erfolgreich ist und das 35-Euro-Abo gut nachgefragt wird, dann könnten sich die Hoffnungen, die mit der Reform verbunden werden, erfüllen – mehr Nutzer, mehr Einnahmen.

André Fischer

Finden Sie die VAG-Tarifreform sinnvoll?

 

Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

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Nürnberg zieht mit München gleich. Zumindest was die Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen anbelangt: Ab Januar 2016 kostet auch in Nürnberg die Stunde parken 2,50 Euro. Sicher, in Nürnberg waren die Parkgebühren seit 1996 konstant niedrig und es war ein gewisser Nachholbedarf gegenüber den Preissteigerungen im Öffentlichen Personennahverkehr vorhanden. Musst aber gleich um einen Euro angehoben werden?
Der Beschluss des Stadtrats, die Parkgebühren zu erhöhen, erfolgten zusammen mit der Neugestaltung der VAG-Preise. Ziel der Reformprojekts ist es, die ÖPNV-Nutzer dauerhaft zu binden, deshalb werden vor allem die Abonnements günstiger. Mit den Mehreinnahmen durch höhere Parkgebühren will die Stadt den höheren Zuschussbedarf für die VAG decken. Offiziell wurden beide Beschlüsse nicht miteinander verknüpft, um den Vorwurf, die Autofahrer würden den ÖPNV subventionieren erst gar nicht entstehen zu lassen. Das ist aber reine Rhetorik, denn der städtische Haushalt kann gar keine Mindereinnahmen verkraften: Ohne höhere Parkgebühren könnte die Stadt das Tarifexperiment im ÖPNV nicht stemmen, denn keiner weiß, ob die Kalkulation aufgeht.
Parkgebühren und Ticketpreise sind die beiden Steuerungsmechanismen, Kritiker nennen sie auch Gängelungen, um das ÖPNV-Angebot für Autofahrer attraktiv zu machen. Da Menschen oftmals rational entscheiden, werden sie wohl eher auf ein Auto verzichten, wenn Parken teurer wird, Busse und Bahnen aber günstiger werden, so die Überzeugung bei den meisten Stadträten im Rathaus. Straßen würden entlastet und die Auslastung von Bahnen und Bussen erhöht werden. Doch die Menschen entscheiden eben nicht immer rational, vielleicht wollen sie das Angebot einfach nicht annehmen.

André Fischer

Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?

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Seit Jahren wird darüber disku­tiert, wie das Angebot an Bussen und Bahnen noch besser werden kann, um Autofahrer zum Umstei­gen zu bewegen. Neben den Projek­ten im Nahverkehrsentwicklungs­plan, wie die Stadtbahnen nach Kornburg und Erlangen, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren umge­setzt werden sollen, ist auch ein attraktiveres Tarifsystem für die VAG geplant. Allerdings sollen die Zuschüsse der Stadt für den Öffent­lichen Personennahverkehr, die der­zeit bei rund 60 Millionen Euro im Jahr liegen, nicht steigen.

Der erste Entwurf für eine Tarif­reform wurde in der vergangenen Woche vorgelegt. Neben einem Abo für rund 30 Euro im Monat, das ab 9 Uhr gilt, soll es ein Schüler-Abo für 25 (Sekundarstufe I) bzw. 40 Euro (Sekundarstufe II) geben. Einzel­fahrten werden deutlich teurer, Kurzstrecken günstiger, so die Pla­nung. Rabatte gibt es für alle, die sich länger an die VAG binden.

Aus der Vierer-Karte soll eine Achter-Karte werden, aber nur sie­ben Fahrten müssen bezahlt wer­den. Damit hofft man, neue Kunden anzulocken. Auch für das Firmen­abo sind Verbesserungen geplant, denn bislang können nur größere Firmen mitmachen.

Bezahlt werden soll das neue Angebot durch Mehreinnahmen, weil Busse und Bahnen mehr Kun­den haben, und zumindest teilweise durch die Erhöhung der Parkgebüh­ren auf öffentlichen Parkplätzen in der Altstadt von 1,50 auf drei Euro die Stunde, in der Innenstadt von einem auf zwei Euro die Stunde. Beschlossen wurde bislang noch nichts.

Wir wollen von Ihnen daher dies­mal wissen: „Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?“

fis

Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?

  • Nein (58%, 46 Stimmen)
  • Ja (42%, 33 Stimmen)

Wähler insgesamt: 59

Bus- und Bahnfahren für einen Euro am Tag?

Ohne die öffentlichen Nahverkehrsmittel erlägen die Städte dem Kollaps. Wenn alle mit dem Auto fahren würden, ginge nichts mehr voran. Doch die regelmäßig steigenden Ticket-Preise in Nürnberg sorgen für Frust und Kritik. Die Grünen sehen in Wien ein großes Vorbild, dort gibt es ein Jahresticket für die „Öffis“ zu einem Preis von 365 Euro.

Seit der Einführung dieses Schnäppchen-Tarifs im Jahr 2012 ist die Zahl der Fahrgäste nach oben geschnellt – obwohl die Preise für Tagestickets höher wurden. Man konnte die Passagiere stärker an den ÖPNV binden. Wer ein Jahresticket hat, der nutzt es auch.

Was die Österreicher machen, ist an sich eine sehr gute Sache. Denn sie entlasten nicht nur die Umwelt, sondern ermöglichen allen Menschen, sich ein Ticket zu leisten. Allerdings: Wien ist im Vergleich zu Nürnberg eine wohlhabende Stadt. Die VAG schreibt jetzt schon regelmäßig deutlich Verluste, die die N-Ergie ausgleichen muss.

Auf Dauer aber wird auch der kommunale Energieversorger nicht für das Minus der Verkehrsbetriebe in die Bresche springen können. Zwar würden mit einem Billig-Ticket mehr Leute Bus- und Bahnfahren, doch das Netz stößt jetzt schon in den Hauptverkehrszeiten an seine Grenzen. Es müsste verstärkt werden.

Auch das kostet Geld. Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Bus- und Bahnfahren für einen Euro am Tag?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Schafft der Club den Klassenerhalt?“ Teilgenommen haben 564 Leser. Mit Ja antworteten 68,1 Prozent, mit Nein 31,9 Prozent.

Macht die VAG genug für Senioren?

Die VAG hat Seniorinnen und Senioren als zukunftsträchtigen Markt erkannt. Mit der Unterstützung des Stadtseniorenrats bemüht sich das Verkehrsunternehmen, die öffentlichen Verkehrsmittel seniorengerechter zu machen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut.

 

In einigen Straßenbahnen befindet sich beispielsweise eine schiefe Ebene, die bei Regen oder Schnee rutschig sein kann – ein echtes Problem für Gehbehinderte und Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Außerdem gibt es im Umkreis noch viele Haltestellen, die über keine Sitzplätze verfügen, obwohl gerade dort wegen der selteneren Fahrten ältere Menschen oft lange warten müssen. Auch die Fahrkartenautomaten mit berührungsempfindlichem Bildschirm bereiten manchen Senioren noch Probleme.

Auf der anderen Seite ist schon viel passiert: Der Stadtseniorenrat hat unter anderem eine Busverbindung von St. Jobst zum Nordostbahnhof erwirkt. Vorher konnte man diesen nur sehr umständlich erreichen. Regelmäßig bietet der Verkehrsbetrieb Kurse für ältere Menschen an, zum Beispiel zum Thema Sicherheit. Und die von der VAG angebotenen Freizeitaktivitäten werden vor allem von Senioren gern angenommen. Eine Telefonspule im Infozentrum ermöglicht Menschen mit Hörgerät eine leichtere Verständigung.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Tut die VAG genug für Senioren?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Sind ,Geisterräder‘ als Warnung sinnvoll?“ Mit Ja antworteten 38,7 Prozent, mit Nein 61,3 Prozent.

Erschien in NZ-Leserfrage, VAG | Kommentare deaktiviert für Macht die VAG genug für Senioren?

City-Maut: Abzocke oder sinnvolle Steuerung?

Pro City-Maut: Eine Gebühr zu bezahlen, um in die Innenstadt einer Großstadt fahren zu können, wird derzeit in London, Stockholm, Oslo oder Mailand praktiziert. Ziel ist, den Autoverkehr in den überlasteten Innenstädten zu verringern. Weniger Abgase und ein Rückgang des Parksuchverkehrs sind die Ziele, die mit der Einführung der City-Maut verbunden sind.

Experten nennen die City-Maut deshalb auch gerne „Verstopfungsgebühr“. Es müssen die Verursacher zahlen, die mit ihren Autos die Innenstädte verstopfen. Es langt offenbar nicht, dass sie im Stau stehen. Sie sollen auch noch dafür zahlen, um zu lernen, auf den ÖPNV umzusteigen. In London hat das Steuerungsinstrument City-Maut zunächst gut funktioniert. Zumindest überlegen sich die Autofahrer genauer, ob sie ihren Pkw benutzen oder ob sie nicht doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die City kommen. Große Mehreinnahmen haben die beteiligten Städte nicht generiert, denn das System braucht Kontrollen, was Geld kostet, und der ÖPNV muss ausgebaut werden, denn die Innenstädte sollen erreichbar bleiben.

Puppen als Beifahrer

Kontra City-Maut: Eine City-Maut können im Grunde nur Städte einführen, an denen touristisch, ökonomisch oder politisch keiner vorbeikommt. Metropolen die nicht so begehrt oder interessant sind, würden einfach nicht mehr aufgesucht werden. Sollte etwa Nürnberg eine City-Maut einführen, dann geht das Umland eben in Erlangen einkaufen oder man fährt gleich weiter zum Factory-Outlet-Center nach Ingolstadt. Nürnberg hätte dann zwar keine Parkplatznot mehr, wohl aber ein Problem mit dem Ladensterben. Auch für Touristen dürfte eine City-Maut abschreckend wirken. Dass es zu erheblichen Verlagerungseffekten von Firmen und Dienstleistern in das Umland kommt, um so der City-Maut zu entgehen nehmen die Befürworter der City-Maut billigend in Kauf. Für Nürnberg wäre das Gift.

Es gibt aber auch auf der sozialen ebene einen Einwand gegen die City-Maut: Reiche werden sich nicht groß überlegen müssen, ob sie mit dem Auto in die Innenstadt fahren, wohl aber die ärmeren Schichten, die sich vielleicht gerade noch ein Auto leisten können. Hinzu kommt auch noch das Tricksen: In Amerika ist die City-Maut günstiger, wenn zwei Menschen im Auto sitzen. Nur: Wer kontrolliert die Puppen, die plötzlich zum Beifahrer werden?

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „City-Maut: Abzocke oder sinnvolle Steuerung?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht Nürnberg einen neuen Konzertsaal?“ Mit Ja antworteten 52 Prozent, mit Nein 48 Prozent.