Königstorpassage: Fühlen Sie sich noch sicher?

 

Zunächst einmal: Der Bereich Hauptbahnhof/Königstorpassage (Foto: Roland Fengler) ist für viele Menschen in erster Linie ein Treffpunkt. Obdachlose,Drogenabhängige, Punker oder Flüchtlinge wollen hier mit Ihresgleichen zusammen kommen. Das ist legitim, zumal es sich hier um öffentlichen Raum handelt, den jeder Mensch nutzen darf. Hier unterscheidet sich die Nürnberger Situation in nichts von anderen Großstädten wie etwa München, Köln oder Frankfurt. Allerdings hat sich die Sicherheitslage in der Königstorpassage seit Ende 2015 objektiv verschärft. Die Drogenszene tritt offener auf. Vor allem die Kräutermischungs-Szene bereitet Probleme. Dazu kommen Flüchtlinge, die in der Regel allerdings rein optisch in Erscheinung treten. Im Jahr 2016 hat die Stadt deshalb einen Runden Tisch gegründet, an dem unter anderem die Polizei, die Stadtreklame, die Streetworker von Mudra und Co. oder die VAG sitzen. Im November beschloss der Stadtrat ein Maßnahmenpaket, um die Situation im Bereich Hauptbahnhof/Königstorpassage langfristig zu verbessern.
Dazu gehört nicht zuletzt eine deutlich verstärkte Präsenz der Polizei mit vielen Kontrollen. Nun haben sich einzelne Ladenbetreiber zu Wort gemeldet. Die Drogenszene sei umgezogen, es gebe mehr Ärger (die NZ berichtete in der Samstagsausgabe). Die Polizei kann dies nicht nachvollziehen. Die Zahl der Einsätze (und die der Körperverletzungen) sei seit Ende 2016 spürbar zurückgegangen – und habe sich auch zuletzt nicht signifikant erhöht. Vor diesem Hintergrund möchten wir in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Königstorpassage: Fühlen Sie sich noch sicher?“ Vergangene Woche hatten wir Sie gefragt: „Soll es Pfand auf Milchtüten geben?“ Teilgenommen haben 125 Leser; mit Ja antworteten 8,8 Prozent, mit Nein 91,2 Prozent.

Tilmann Grewe

 

 

Königstorpassage: Fühlen Sie sich noch sicher?

Sind Sie für mehr Videoüberwachung?

Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten haben die Menschen verstört und ratlos zurückgelassen. Viele Fragen sind noch immer ungeklärt. Wie konnte es zu einer derart enthemmten Aggressivität gegenüber Frauen kommen? Warum hat die Polizei keine Verstärkung angefordert? Und wird es je gelingen, die Täter zu identifizieren? Auch in Nürnberg sind mehrere Frauen beim Feiern bedrängt und sexuell belästigt worden.

Die CSU-Stadtratsfraktion fordert deshalb, die Videoüberwachung (Foto: Michael Matejka) in Nürnberg – etwa an öffentlichen Plätzen und großen Haltestellen – auszuweiten. Dadurch könne nicht nur das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen verbessert, sondern auch Straftaten schneller aufgeklärt werden. Zudem setzt die CSU darauf, dass die Kameras auf potenzielle Täter eine abschreckende Wirkung haben. Auch die Freien Wähler wollen im Stadtrat über eine Ausweitung der Videoüberwachung diskutieren. Es sei zwar nicht möglich, flächendeckend Kameras zu installieren. An neuralgischen Punkten wie dem Hauptmarkt, in der Fußgängerzone oder vom Bahnhofsvorplatz bis zum Königstorgraben sei das aber durchaus machbar.

Die Grünen-Stadtratsfraktion hingegen lehnt es entschieden ab, Nürnbergs öffentlichen Raum verstärkt durch Videokameras überwachen zu lassen. Kameras könnten keine Straftaten verhindern, wie Studien aus London und Berlin belegen würden. Vielmehr müsse die Polizei für das Problem und die Dynamik der sexuellen Übergriffe geschult und sensibilisiert werden. Mehr Videokameras zu installieren, sei blinder Aktionismus, der die Nürnberger zu gläsernen Bürgern mache.

Judith Horn

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