Schützen Sie Ihre Daten jetzt besser?

Ein 20-jähriger Schüler hat große Datenmengen, darunter zahllose persönliche Informationen von Politikern und Prominenten, im Internet veröffentlicht. Aber auch für viele Durchschnittsinternet-Nutzer ist dieser Alptraum, laut einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom, schon bittere Realität geworden – demnach wurde im vergangenen Jahr jeder zweite Internetnutzer Opfer von Cyberkriminalität, mal ging es um Kreditkartenbetrug, mal um Identitätsdiebstahl, mal um die Weitergabe persönlicher Daten an Dritte (Foto dpa).
Es gibt aus aktuellem Anlass wieder Experten-Tipps, wie man sich besser vor Datenmissbrauch schützen kann: Änderung des Passwortes, der sparsame Umgang mit der Angabe persönlicher Daten (das beginnt schon beim Geburtsdatum) oder genauer zu überlegen, welches Foto man ins Netz stellt oder, ob man seinen Standort preisgibt. Auch vor immer raffinierter gefälschten E-Mails wird gewarnt, vor allem, wenn sie Anhänge oder Links enthalten.
Manch einer nimmt sich diese Hinweise zu Herzen, andere resignieren und sagen: Wenn es einem 20-jährigen Schüler und Autodidakt gelingt, Daten in dieser Vielfalt und Menge abzufischen, dann kann man sich offenbar sowieso nicht effektiv schützen. Wir wollen daher in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Datenklau: Schützen Sie Ihre Daten ab jetzt besser?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Claudia Urbasek

Schützen Sie Ihre Daten jetzt besser?

Halten Sie Wikileaks für gefährlich?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101203-10-11113Wikileaks war abseits des Wintereinbruchs das Aufregerthema der vergangenen Woche. Tausende teilweise streng geheime Akten der US-Behörden waren auf der Internetseite eingestellt und von Journalisten weltweit ausgewertet worden. Das Ergebnis: Deutsche Politiker bekamen ihr Fett weg. An Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) perle alles ab, was ihr in Botschaftskreisen den Spitznamen „Teflon-Merkel“ einbrachte. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeige sich aggressiv.

Über den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wurde enthüllt, er sei voll der Bewunderung für seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin und dessen „Macho-Stil und autoritäre Art“. Berlusconi unterhalte eine „unheilvolle Beziehung“ zu Moskau, hieß es. Über die afghanische Regierung Hamid Karsais übermittelte die US-Botschaft, nur ein Minister stehe nicht unter Korruptionsverdacht. Regierungschef Karsai wurde als „schwache Persönlichkeit“ beschrieben, der von „Paranoia“ getrieben sei. Nordkorea wird von einem chinesischen Diplomaten als „verzogenes Kind“ bezeichnet. In den Dokumenten wird angedeutet, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang vermutlich binnen drei Jahren nach dem Tod von Staatschef Kim Jong Il zusammenbricht. Chinesische Politiker seien bereit, eine mögliche südkoreanische Herrschaft über die gesamte Halbinsel zu akzeptieren.

Der Aufschrei war groß: Die einen verurteilten die Wikileaks-Veröffentlichungen, die anderen sahen publiziert, was viele denken. Doch wie groß ist die Gefahr, die von den Enthüllungen ausgeht? Es ist eine Seite, zu sagen, dass ein deutscher Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) eine „schräge Wahl“ war. Doch bergen Dokumente – gerade über sensible Staaten im arabischen oder asiatischen Raum – nicht enorme Gefahren? Für Bürgerrechtler in China, für Streitkräfte im Auslandseinsatz, für diplomatische Beziehungen.
Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Halten Sie Wikileaks für gefährlich?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Finden Sie die Terrorwarnung übertrieben?“ Mit Ja antworteten 57 Prozent, mit Nein 43 Prozent.