Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

Am Freitag freute sich die Consorsbank in einer Pressemitteilung darüber, dass die Zehn-Prozent-Marke geknackt sei. Von den 800.000 Euro, die die Fans für die Umbenennung der Club-Spielstätte in Max-Morlock-Stadion springen lassen müssen, sind demnach bereits 80.000 Euro zusammengekommen. Jetzt am Sonntagnachmittag lag die Summe schon bei fast 95.000 Euro.

„Noch ist es ein langer Weg zur Zielerreichung“, schreiben die Verantwortlichen der Crowdfunding-Kampagne „Maxgemeinsam“ (Foto: Sportfoto Zink) jedoch selbst in ihrer Mitteilung. Rund 700.000 Euro fehlen noch, damit der Traum der Fans des 1.FC Nürnberg Wirklichkeit werden kann und das Stadion nach Club-Rekordspieler Morlock, dem Weltmeister von 1954, benannt werden kann. Skeptiker meinen, dass die Bank die Trauben zu hoch gehängt hat und die Initiative scheitert. Andere vertrauen darauf, dass die Fans fleißig genug spenden werden und es am Ende klappen wird. Manche sind auch der Meinung, dass das Geldinstitut einen „Joker“ in der Hinterhand hat und am Ende in irgendeiner Form dafür sorgen wird, dass die Marke 800.000 erreicht wird.

Marco Puschner

Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

  • Nein (86%, 19 Stimmen)
  • Ja (14%, 3 Stimmen)

Wähler insgesamt: 22

Wird Nürnberg unattraktiv für Unternehmen?

Leicht haben es sich die Stadträte nicht gemacht. Seit Herbst 2014 haben sie über eine Anhebung der Gewerbesteuer diskutiert. Es besteht die Furcht, dass eine Erhöhung zur Abwanderung von Firmen aus Nürnberg führt, weil die Hebesätze für die Gewerbesteuer im Umland günstiger sind.
Durch die Anhebung um 20 Punkte auf 467 Prozentpunkte müssen die 10 333 Nürnberger Betriebe ab 2018 mehr Gewerbesteuer zahlen. In der Kämmerei geht man von etwas unter 20 Millionen Euro an Mehreinnahmen pro Jahr aus. Das Geld soll in den nächsten zehn Jahren dazu verwendet werden, Investitionen in Bildung, Kultur und Verkehr zu finanzieren.
Die Firmen werden je nach Gewinn unterschiedlich belastet. Die rund 7300 Betreibe, die bis zu 9999 Euro an Gewerbesteuer im Jahr zahlen, müssen mit einer neuen Belastung von 140 Euro rechnen. 370 Unternehmen zahlen zwischen 50 000 und 99 000 Euro Gewerbesteuer und müssen ab Januar von einer durchschnittlichen Mehrbelastung von 3100 Euro im Jahr ausgehen. 47 Betriebe zahlen 500 000 bis 999 999 Euro. Durch die Anhebung der Gewerbesteuer müssen sie mit Mehrausgaben in Höhe von 31 000 Euro rechnen.
Hohen Grundstückspreisen, zu wenigen Gewerbeflächen für Erweiterungen und jetzt auch noch eine höhere Gewerbesteuer stehen hervorragende Verkehrsanbindungen, sehr gut ausgebildete Facharbeiter, ein überdurchschnittlich attraktives Bildungsangebot und kurze Wege zu einer anwendungsorientierten Technischen Hochschule gegenüber. Auch kann sich das Freizeitangebot in Nürnberg, ein weicher Standortfaktor, sehen lassen.

Wird Nürnberg unattraktiv für Unternehmen?

Reichen zwei verkaufsoffene Sonntage?

Ob die Sonntage ab und an auch mal dem Konsum gehören sollen, ist ein schier ewiges Streitthema. Eines zumindest ist jetzt aber klar: In Nürnberg wird es keine vier verkaufsoffenen Sonntage mehr geben, sondern nur noch zwei. Die Stadt beruft sich auf strengere rechtliche Regeln und will keinen Konflikt mit dem Gesetz anzetteln. Grob gesagt: Die Läden, die an einem Sonntag öffnen dürfen, müssen sich in einigermaßen überschaubarer Nähe zu dem Ereignis befinden, das Anlass der Sonderöffnung ist. Also: Zum Altstadtfest kann künftig auch an einem Sonntag in der Altstadt eingekauft werden, aber nicht mehr wie bisher in der ganzen Stadt mit Ausnahme der Südstadt. Die ist dann zum Maifest auf dem Aufseßplatz an der Reihe. Als Ersatz schlägt Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas vor, auch eine lange Einkaufsnacht pro Jahr einzuführen.
Die Kirchen, die Gewerkschaften, die Grünen, die ÖDP und die Linke halten gar nichts von verkaufsoffenen Sonntagen und hätten sie am liebsten abgeschafft. Sie sorgen sich um das Wohl der Verkäuferinnen und Verkäufer, um den Zusammenhalt der Familien. Der Sonntag soll ein Tag der Ruhe sein.

Andererseits: Gibt es nicht schon genug Menschen, die am Sonntag im Dienst sind? Pflegekräfte, Ärzte, Polizisten, Mitarbeiter in der Gastronomie, am Bahnhof, in der U-Bahn, an den Museumskassen, im Kino. Die Reihe ließe sich leicht fortsetzen. Für sie alle ist Sonntagsdienst längst Routine geworden. Unsere Gesellschaft verändert sich nun einmal.
Auch der Handel wünscht sich verkaufsoffene Sonntage, hätte gerne vier behalten. Er sieht sie als Chance, in Zeiten harter Internetkonkurrenz für sich zu werben. Der Kompromissvorschlag der Stadtverwaltung sieht nun zwei verkaufsoffene Sonntag vor. Sie ganz abzuschaffen lehnt die Stadt mit Blick auf die Situation des Handels ab.

Gabi Eisenack

Reichen zwei verkaufsoffene Sonntage?

Hamstern Sie schon Vorräte für den Notfall?

Es ist ein alter Hut sagen die einen. Andere sprechen von Panikmache. Jedenfalls hat die Bundesregierung mit ihrem neuen Zivilschutzkonzept vor Aufregung gesorgt: Der Bevölkerung wird geraten, Lebensmittel (Foto: Oliver Berg) für zehn Tage zu bevorraten. Begründet wird dies damit, dass es mittlerweile eine sehr sensible Infrastruktur gebe.
Dazu gehörten die Telekommunikations-Infrastruktur ebenso wie die Energie- und Trinkwasserversorgung, die über das Internet gesteuert würden. Im Falle eines Falles also, der allerdings überhaupt nicht näher beschrieben wird, soll die Bevölkerung dadurch im Notfall zum Selbstschutz fähig sein.
Die Rede ist hier von „hybriden Konflikten“, wenn also Computerviren oder Sabotage die digitalen Schaltzentren lahm legen würden. Fest steht, dass die meisten Haushalte in Deutschland auf derartige Krisenszenarien nicht vorbereitet sind. Was für die einen reine Panikmache ist, ist für andere praktische Weitsicht. Hätten beispielsweise die Münsterländer 2005 eine solche Bevorratung bereits im trauten Heim gehabt, wären sie damals dem November-Schneechaos nicht so ausgeliefert gewesen: Orte waren tagelang ohne Strom und von der Umgebung abgeschnitten.
Andererseits ist auch die Kritik der Skeptiker dieses Zivilschutzkonzepts im Hinblick auf den IS-Terror nachvollziehbar: Man könne die Menschen mit immer neuen Vorschlägen, so auch zu Hamsterkäufen, endgültig verunsichern. Und dann gibt es noch die Spötter, die davor warnen, das Haus zu verlassen, es könnte nämlich gerade dann ein Ziegelstein herunterfallen – auf den Kopf des Ahnungslosen… Und so erinnert man sich auch an Erich Kästners Spruch: „Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“

 

 

 

 

Hamstern Sie schon Vorräte für den Notfall?

  • Nein (67%, 10 Stimmen)
  • Ja (33%, 5 Stimmen)

Wähler insgesamt: 15

Ist der Aufwand für den G-7-Gipfel gerechtfertigt?

Schloss Elmau. Am 7. und 8. Juni blickt die Welt nach Krün. 1922 Einwohner zählt die Gemeinde bei Garmisch-Partenkirchen. Der G-7-Gipfel mit den Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Wirtschaftsnationen ist vor allem eines: teuer. Rund 130 Millionen Euro ist die „billige“ Schätzung, der Steuerzahlerbund spricht gar von bis zu 360 Millionen Euro. Der Sicherheitsaufwand ist enorm: 17.000 Polizisten, sieben Kilometer lange und drei Meter hohe Absperrzäune, mehrere Hubschrauber, Richter und Staatsanwälte vor Ort, spezielle Inhaftierungszellen und mit Sicherheit vieles, was in der Öffentlichkeit gar nicht publik gemacht worden ist. Die Staatsregierung hat 10000 Hotelbetten in der ganzen Region reserviert.
Den teilnehmenden Staats- und Regierungschefs des G-7-Gipfels stehen im Schloss Elmau luxuriöse Suiten, drei kosmopolitische Restaurants, eine weitläufige Lounge mit Bibliothek, offene Kamine und sonnige Terrassen und viele weitere Annehmlichkeiten zur Verfügung. Kostenlos ist dabei lediglich die Wettersteinwand und der rauschende Ferchenbach.
Kanzlerin Angela Merkel verteidigt das Format solcher Treffen entschieden. Das Zusammentreffen der Staats- und Regierungschefs abseits der üblichen Hektik in informeller Atmosphäre werde durchaus wichtige Ergebnisse bringen. In der Tat lodert es weltweit an zahlreichen Stellen lichterloh, und wichtige Umweltfragen sind nach wie unbeantwortet.
Allerdings gibt es mittlerweile immer mehr Menschen, die diesem Gipfel entweder die Fähigkeit oder gar den Anspruch absprechen, über die Geschicke der gesamten Welt zu entscheiden. Andere wiederum sagen, angesichts der schwerwiegenden Probleme müsste auch die kleinste Chance genutzt werden, Lösungen zu finden.

Dieter Wegener

Ist der Aufwand für den G-7-Gipfel gerechtfertigt?

Sind Sie für eine lange Nacht des Einkaufens?

Einkaufsoffener Sonntag

Das Einkaufsverhalten der Menschen ändert sich rasant. Erinnert sei nur an Quelle: Der Niedergang des Unternehmens schien ein Symbol für das Ende einer ganzen Branche zu sein. Doch die Entwicklung ging in eine völlig andere Richtung: Durch das Internet boomt der Versandhandel wieder. Dagegen ist der stationäre Einzelhandel in ganz Deutschland unter Druck geraten und es wird nach Ideen gesucht, wieder mehr Kunden in die realen Geschäfte zu bringen. Auch in Nürnberg wird überlegt, wie die Altstadt als Einkaufsort attraktiver werden kann. Es sollen vor allem Menschen angesprochen werden, die hauptsächlich per Internet einkaufen. CSU-Stadtrat Thomas Pirner hat in einem Antrag für den Stadtrat jetzt die Durchführung einer langen Einkaufsnacht, wie sie bereits in vielen deutschen Städten stattfindet, vorgeschlagen. Eine solche Shopping-Nacht könnte schon 2015 oder aber 2016 auch durch ein Begleitprogramm ergänzt werden, um die Menschen zum Verweilen in der Stadt einzuladen, so Pirner.

Eine lange Einkaufsnacht sei im Hinblick auf die verkaufsoffenen Sonntage für die im Einzelhandel tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertretbar, so Pirner. Denn in Nürnberg werden die verkaufsoffenen Sonntage nicht voll ausgeschöpft, sondern es gibt zwei verkaufsoffene Sonntage ausschließlich für die Südstadt und zwei verkaufsoffene Sonntage für das übrige Stadtgebiet. Damit hat jedes Einzelhandelsgeschäft nur zwei Möglichkeiten zur Sonntagsöffnung, während es in den Nachbarstädten vier Sonntagsöffnungen gibt, so der CSu-Stadtrat weiter. Verweisen könnte man etwa auf Berlin oder Baden-Württemberg, wo die Geschäfte bis spät in die Nacht geöffnet bleiben dürfen. Wenn es sich nicht rechnen würde, würden die Geschäftsinhaber früher schließen.

Doch die Gegner einer Einkaufsnacht haben schnell reagiert. Das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis „Allianz für den freien Sonntag“ lehnt eine jährlich wiederkehrende Einkaufsnacht ab. Der Sprecher des Sonntagsbündnisses, Nobert Feulner vom Evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, nennt den Antrag der CSU-Stadtratsfraktion eine „erneute Schnapsidee“, den Ladenschluss auszuhöhlen. Die Begründung, wonach der stationäre Einzelhandel durch den Onlinehandel unter Druck gerate, hält Feulner für „nicht durchdacht und wenig sachdienlich“. Einkaufsnächte würden diesen Trend nicht aufhalten. „Die Stärken des Einzelhandels liegen in einer fachkundigen und individuellen Beratung durch Beschäftigte mit guten Arbeitsbedingungen und nicht in Shopping-Nächten mit Begleitprogramm, das den Menschen auf ein Anreizsystem reduziert, das bespaßt werden müsse“, heißt es in einer Presseerklärung Feulners. Die Belastungen für die Beschäftigten durch eine Liberalisierung der Ladenschlusszeiten werden aus Sicht des DGB Mittelfranken völlig unzureichend beleuchtet. „Jede weitere Verlängerung der Ladenöffnungszeiten führt zu einer weiteren Prekarisierung der Arbeit“, mient Stephan Doll, Chef des DGB Mittelfranken. Entscheiden müssen jetzt die Stadträte.

Wir wollen deshalb wissen:

Sind Sie für eine lange Nacht des Einkaufens?

Ist das Projekt Euro gescheitert?

Der Euro – mit Posaunen und Trompeten eingeführt, die Euphorie war schier grenzenlos. Die Europäische Währungsunion stellt formal den Zusammenschluss von EU-Mitgliedsstaaten auf dem Gebiet der Geld- und Währungspolitik dar. Seit ihrer Errichtung 1999 mit elf Staaten (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien) traten mit Griechenland (2001), Slowenien (2007), Malta und Zypern (2008), der Slowakei (2009) und Estland (2011) sechs weitere Staaten bei.

Die Jubelzeiten gehören der Vergangenheit an. Vielmehr ist das Stichwort „Euro“ mittlerweile meistens Anlass für Sorgenfalten auf der Stirn. Der Euro ist ins Gerede gekommen, denn er scheint die Staaten zu spalten, anstatt sie zu einen. Viele Kritiker machen den Euro verantwortlich für die Schwierigkeiten im Bankensektor Europas. Auch hätte er maßgeblichen Anteil an der hohen Arbeitslosigkeit und an den enormen Handelsdefiziten.

Das Ansehen des Euro scheint ziemlich ruiniert, wenn fast jeder bei diesem Wort zuerst an einen Rettungsschirm denkt. Der ebenso häufig herbeigesehnte wie auch abgelehnte Euro-Rettungsschirm für mittlerweile so viele klamme Staaten bestärkt jene Kritiker, die den Euro als größten Antreiber einer europäischen Spaltung geißeln.

Einer der entschiedensten Euro-Kritiker, Prof. Wilhelm Hankel, fühlt sich bestätigt: „Die Euro-Union musste scheitern, weil sie die Kreditwürdigkeit der unterschiedlich entwickelten und regierten Euroländer nivelliert und ihre bekannten und erkennbaren Kosten-, Produktivitäts- und Kaufkraft-Disparitäten ignoriert.“ Zinsen und innere Wechselkurse seien von Beginn an falsch und verzerrt gewesen. Sie verführten die heutigen Krisenländer zu sich steigerndem Überkonsum, „finanziert aus Pump und Über-Verschuldung“.

Wohingegen Altbundeskanzler Helmut Schmidt „alles Gerede über eine Krise des Euro als leichtfertiges Geschwätz“ bezeichnet. Damit steht er nicht allein, denn viele Experten sind sich einig und warnen: Ohne die gemeinsame Währung wäre Deutschlands Wirtschaft nicht da, wo sie sich im Augenblick befindet.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Ist das Projekt Euro gescheitert? “ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Können Sie ein Minarett in Nürnberg tolerieren?“ Mit Ja antworteten 17 Prozent, mit Nein 83 Prozent.