Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Der Auftakt ging schon mal daneben. 0:1 gegen Mexiko. Und mit Schweden wartet noch ein Gegner in der Gruppe, der immerhin Italien und den Niederlanden die Reise nach Russland verbaut hat. Vor diesem Hintergrund ist für Deutschland nun sogar der Einzug ins Achtelfinale in Gefahr.

Doch auf der anderen Seite startete die deutsche Elf häufiger holprig ins Turnier und steigerte sich dann. 2010 etwa ging zwar nicht das erste Spiel verloren, aber das zweite gegen Serbien. Am Ende stand dennoch Platz drei. Und vor 36 Jahren, als die DFB-Auswahl bis zum gestrigen Tag letztmals ein Auftaktspiel verlor (1:2 gegen Algerien), kam das Team von Trainer Jupp Derwall immerhin trotzdem noch ins Finale, das man gegen Italien mit 1:3 verlor.

Doch der amtierende Weltmeister kann sich mit zweiten oder dritten Plätzen eigentlich nicht zufriedengeben, Ziel von Bundestrainer Joachim Löw und seinen Gefolgsleuten ist die Titelverteidigung. Der Kader ist sehr stark, aber die Konkurrenz auch. Löw baut in seiner Stammelf vorwiegend auf Weltmeister von 2014. Können die es noch einmal richten?

Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Soll Russland die WM entzogen werden?

Brasilien

Für „unvorstellbar“ hält Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) eine Fußball-Weltmeisterschaft in Russland – zumindest dann, wenn Präsident Putin sich nicht an der Aufklärung darüber beteiligt, wie es zum mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs in der Ostukraine kommen konnte.

298 Menschen starben bei dem Absturz der Maschine, 193 Opfer stammten aus den Niederlanden. Doch unabhängig von diesem tragischen aktuellen Vorgang: Die Russen stehen auch in Verdacht, den Bürgerkrieg in der Ostukraine mit Personal, Waffen und Geld zu schüren. Es ist richtig, dass bis zur nächsten WM noch vier Jahre ins Land gehen – andererseits müsste über einen möglichen Ersatz-Ausrichter wegen der nötigen infrastrukturellen Maßnahmen weit im Vorfeld entschieden werden.

Michael Fuchs, Fraktionsvize der CDU im Bundestag, sagte, dass eine Neuvergabe der WM als Strafmaßnahme wesentlich wirkungsgvoller sei, als die Verhängung harter Wirtschaftssanktionen. 1992 wurde Jugoslawien wegen des dortigen Kriegs von der Europameisterschaft ausgeschlossen. Freilich waren die Jugoslawen nur Teilnehmer, als Gastgeber lud damals Schweden die besten Mannschaften des Kontinents ein.

Für die Grünen-Politikerin Marieluise Beck ist Putin „kein würdiger Gastgeber“. Allerdings steht bei großen Sportveranstaltungen die politische Integrität des Gastgeberlandes oft hintan – insofern werfen Kritiker Beuth, Fuchs und Co. auch Populismus vor. Zudem drängt sich der Verdacht auf, dass so mancher nicht ganz uneigennützig argumentiert und Deutschland als Ersatz-Ausrichter in Stellung bringen will.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Soll Russland die Fußball-WM entzogen werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Soll die Stadt das Tierheim stärker unterstützen?“ Teilgenommen haben 420 Leser. Mit Ja antworteten 57,9 Prozent, mit Nein 42,1 Prozent.

Übersteht Deutschland die Vorrunde der Fußball-WM?

World Cup 2014 - Porto SeguroEs ist noch gar nicht so lange her, da passten die Vertreter der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor lauter Selbstvertrauen durch keine Tür. Nach zwei dritten Plätzen bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 könnte der große Wurf 2014 in Brasilien endlich gelingen, meinten viele Beobachter, zumal Leistungsträger wie Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker oder Neuer im Zenit ihres Könnens stünden und sich einstige Talente wie Reus oder Götze kontinuierlich weiterentwickelt hätten. Doch inzwischen wachsen die Zweifel, trotz des deutlichen 6:1-Testspielsiegs gegen Armenien.

Der klare Erfolg gegen den Außenseiter brachte keinen Rückenwind, im Gegenteil – nun fällt auch noch Reus aus, der sich in Topform befand. Zuvor hatten sich schon Spieler wie Gündogan oder die Bender-Zwillinge abgemeldet, andere wichtige Leistungsträger (Neuer, Khedira) sind nach Verletzungen noch gehandicapt oder ohne viel Spielpraxis. Zudem muten die Personalentscheidungen des Bundestrainers Joachim Löw riskant an – er hat trotz der bekannten Probleme auf der linken Seite Linksverteidiger Schmelzer ausgemustert und mit dem 36-jährigen „Oldie“ Klose nur einen echten Stürmer berufen.

Die Turbulenzen in der Vorbereitung haben Unruhe gebracht, und mit Portugal wartet als erster Gegner ein weitaus größeres Kaliber als etwa 2006 mit Costa Rica (4:2) oder gar 2002, als die Deutschen Saudi-Arabien 8:0 wegfegten. Eine Niederlage gegen die Portugiesen könnte Löw und Co. rasch in Zugzwang bringen. Büßt man dann noch Punkte gegen die nicht ungefährlichen Außenseiter Ghana oder USA ein, ist die WM für Deutschland vielleicht viel schneller vorbei, als viele Experten meinen.

Wir wollen von Ihnen daher diesmal wissen: „Übersteht Deutschland die WM-Vorrunde?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „SPD und CSU: Ist die Kooperation gut für die Stadt?“ Teilgenommen haben 336 Leser. Mit Ja antworteten 53,6 Prozent, mit Nein 46,4 Prozent.

Erschien in Fußball, NZ-Leserfrage, WM | Kommentare deaktiviert für Übersteht Deutschland die Vorrunde der Fußball-WM?

Ist Fifa-Chef Blatter noch tragbar?

Bei einem Ertrag von einer Milliarde Dollar und Reserven von 1,3 Milliarden Dollar sollte man bei der Fifa eher wieder an den Weihnachtsmann glauben als daran, dass hier nur Fußballwettbewerbe organisiert werden. Derzeitiger Präsident ist der Schweizer Sepp Blatter, seit 1998. Sein Ansehen ist inzwischen so durchlöchert, dass ein Schweizer Käse im Vergleich dazu eine durchgehende Fläche aufweist.

Es ist unbestritten, dass der frühere Fifa-Präsident Joao Havelange und das erst kürzlich zurückgetretene Fifa-Vorstandsmitglied Ricardo Teixeira (beide aus Brasilien) Millionen an Schmiergeldzahlungen erhalten haben.

Die beinharte schweizer Staatsanwaltschaft haute der Fifa die wasserdichten Dokumente um die Ohren, aber die stellt sich taub. Und dies, obwohl ebenfalls unbestritten ist, dass die Fifa Kenntnis von den Schmiergeldern an Personen ihrer Organe hatte. Blatter mimt den Unschuldsengel und sagt, dass die Geldgeschenke zur damaligen Zeit nicht strafbar gewesen seien.

Der 76-jährige Sepp Blatter, der von seiner Erscheinung her eigentlich sehr sympathisch rüberkommt, der seine Gesprächspartner meist mit Witz und Charme um den Finger wickelt, offenbart in der Defensive eine geradezu schmerzhafte Arroganz, wenn er süffisant anmerkt, er sei bei der Fifa für den Erfolg zuständig. Und richtig fröhlich erklärt er, was er immer schon gesagt habe: Er stehe nicht auf der Liste des Schweizer Bundesgerichts. Blatter will den Skandal einfach aussitzen.

Seine Aussichten, dann immer noch auf diesem Stuhl zu sitzen, sind nicht einmal schlecht. Denn nur in Europa ist die Aufregung über die Fifa-Schmiergeldaffäre groß. Wohingegen aus Asien oder Afrika kaum kritische Stimmen zu hören sind – und die Fifa ist eben ein Weltfußballverband.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Ist Fifa-Chef Blatter noch tragbar?“ Geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Alkoholverbot in der Altstadt?“ Mit Ja antworteten 47 Prozent, mit Nein 53 Prozent.

 

 

Interessiert Sie die Frauenfußball-WM?

Durch besondere Fortschrittlichkeit ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in seiner Geschichte nur selten aufgefallen. Und so ist auch der Beschluss auf dem Verbandstag von 1955 kein Ruhmesblatt, als Deutschlands oberste Fußball-Funktionäre befanden, dass die „Kampfsportart“ Fußball „der Natur des Weibes“ fremd und auch nicht „schicklich“ sei – Frauenfußball wurde kurzerhand verboten.

Die Frauen scherten sich glücklicherweise nicht um dieses Verbot, das noch bis 1970 galt, sondern spielten einfach trotzdem – und inzwischen haben sich die Zeiten ohnehin geändert, denn der heutige DFB-Präsident Theo Zwanziger gilt als großer Fan des Frauenfußballs. Der DFB kann auch froh sein, dass er die Mädels hat – die sind nämlich in jüngerer Vergangenheit um einiges erfolgreicher als die Herren. Die deutschen Nationalspielerinnen holten 2003 und 2007 die Weltmeisterschaft und seit 1989 sieben Europameisterschaften.

Dennoch: Im Fernsehen wird über die Bundesliga der Frauen nicht annähernd so ausführlich berichtet wie über die der Männer, und auch die Stadien sind im Männmerfußball wesentlich voller. Die durchschnittliche Zuschauerzahl liegt im Frauenfußball bei 1000, bei den Männern bei über 40.000 pro Bundesligaspiel.

Ob die Weltmeisterschaft das ändern kann? Dadurch, dass sie in Deutschland stattfindet, wird Frauenfußball noch mehr in den Fokus rücken. Dennoch fand sich kein Unternehmen, das etwa auf der Wöhrder Wiese wie bei den Männerturnieren ein Public Viewing organisiert hätte. Die Veranstalter glauben offenkundig nicht, dass Birgit Prinz und Co. heuer für eine ähnliche schwarz-rot-goldene Fußball-Euphorie sorgen können wie Philipp Lahm und seine Mitstreiter bei den WM- und EM-Spielen 2006, 2008 und 2010.

Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Interessiert Sie die Frauen-WM?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf unserer NZ-Homepage ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Soll das Sozialticket eingeführt werden?“ Mit Ja antworteten 43 Prozent, mit Nein 57 Prozent.

Wird Deutschland doch noch Weltmeister?

jogi_pokal_dpaEs hat wie die Fortsetzung des Sommermärchens von 2006 begonnen, doch dann kam die Niederlage der Nationalelf gegen Serbien. Vorsichtige Optimisten, die vor dem Spiel gewarnt hatten, wurden als Miesmacher kritisiert. Dabei wäre ein deutscher Siegeslauf bis zum Finale ein Fußballwunder gewesen. Die Abwehr ist insgesamt nicht abgebrüht und erfahren genug. Im Sturm fehlt es oftmals an Präzision, und die Spitzen hatten bis auf eine Ausnahme eine schlechte Saison. Das gute Australien-Spiel war vielleicht doch nur eine Ausnahme.

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