Stichwahl: Haben Sie sich entschieden

Auch wenn um uns herum das Leben fast zum Erliegen kommt: Die Stichwahl am Sonntag findet statt – für alle per Brief (Foto: Günter Distler). Das Ergebnis für die Anwärter von CSU und SPD auf den Posten des Nürnberger Oberbürgermeisters fiel relativ knapp aus: Marcus König von der CSU erreichte 36,45 Prozent der Stimmen, Thorsten Brehm (SPD) 34,93 Prozent. Nun gilt es, noch einmal ein Kreuzchen zu machen. Wer einen der beiden schon im ersten Durchgang gewählt hat, für den ist es sicher keine Frage, für wen er sich diesmal entscheidet. Aber was machen zum Beispiel die 15,09 Prozent der Nürnberger, die für Verena Osgyan von den Grünen gestimmt hatten? Was machen die Unentschlossenen? Es bleibt spannend.

Gabi Eisenack

Stichwahl: Haben Sie sich entschieden?

Mehr Bäume – weniger Parkplätze?

In Nürnberg gibt es ein Platzproblem. Autos, Wohnhäuser, Unternehmen, Grünflächen: Sie alle beanspruchen Fläche für sich. Nur ist die in Nürnberg leider Mangelware. Und ausweiten kann man das Stadtgebiet auch nicht, das verhindern Reichswald und Knoblauchsland. Es gilt also, eine Balance zu schaffen. Nur ist das nicht so einfach. Es sind zu viele Interessen auf zu kleinem Raum. Was die Zahl der Bäume angeht, steht Nürnberg anderen Städten vor allem wegen des kleineren Stadtgebiets nach. Wer mehr Bäume fordert, muss auf anderes verzichten – meist müssen Parkplätze weichen, wenn neue Bäume gepflanzt werden. Doch die Zahl der zugelassenen Autos im Stadtgebiet steigt stetig – 2019 waren es fast 300 000 Fahrzeuge. Und das, obwohl die Menschen immer weniger fahren. 30 Minuten sind es täglich im Schnitt. Den Rest der Zeit stehen die Autos herum. Wohl fast alle Bürger wünschen sich mehr Bäume und Grün, aber sind sie auch bereit, dafür auf Komfort zu verzichten?

Stephanie Siebert

Mehr Bäume – weniger Parkplätze?

Coronavirus: Ist die Vorsicht übertrieben?

Zu den vielen Fragen, die das Coronavirus Covid-19 zum Gesprächsthema Nummer eins dieser Tage machen, zählt auch diese: Tickt die Menschheit eigentlich noch richtig mit ihren immer weiter reichenden Schutzmaßnahmen vor der Ausbreitung eines zwar schnell reisenden, aber statistisch nicht maßgeblich tödlichen Atemwegsinfekts?
Auf die Abschottung Chinas folgten Einreiseverbote vieler Länder gegen etliche Nationen, darauf die Abschottung Italiens und nun auch in Deutschland das Ringen ums richtige Maß an Quarantäne. Manche Schüler werden plötzlich ausgesperrt, Lehrer dagegen nicht, mal mit Virustest, mal ohne. Arbeitgeber schicken gesunde Mitarbeiter nach Hause, welche wiederum vorsichtshalber noch schnell eine Extraration Klopapier und Nudeln mit Sagrotan einkaufen (Foto: dpa).
Es ist wahrscheinlich unvermeidlich, dass es in der sich täglich ändernden Lage zu inkonsequenten Entscheidungen kommt. Der deutsche Föderalismus, aber auch die unterschiedlich beflissenen Handlungen ängstlicher Firmenleitungen und Veranstalter, verhindern Systematik. Einleuchtend ist freilich die Devise der Behörden, zum Schutz der wenigen Schwerkranken die Infektionszahlen einzudämmen.

Isabel Lauer

Coronavirus: Ist die Vorsicht übertrieben?

Werden Sie Ulrich Maly vermissen?

Übernächsten Sonntag mischen die Wähler in Bayern die Karten neu. Die Kommunalwahl bedeutet für Nürnberg in jedem Fall einen epochalen Einschnitt. 18 Jahre am Stück regierte der Sozialdemokrat Ulrich Maly (Foto: Roland Fengler) im Rathaus – jetzt zieht er sich überraschend früh aus der Politik zurück. Das Nürnberg seiner Amtszeit ist sozusagen volljährig und muss ohne ihn zurechtkommen.
Bei dieser Oberbürgermeisterwahl gibt es durchaus realistische Aussichten darauf, dass die SPD-Traditionsstadt nach so langer Zeit die Farbe wechselt. Sollte die SPD Einbußen erleiden, dann wäre das aber wohl in Nürnberg nicht als Unzufriedenheits-Quittung des Wählers zu verstehen, sondern als seine Neuorientierung. Denn Ulrich Maly kann auf eine skandalfreie Regierungszeit zurückblicken, auf ungebrochen hohe Zustimmung und Beliebtheit. Dem politischen Gegner bot er wenig Angriffspunkte, zumal er in pragmatischer Kollegialität mit ihm zusammenarbeitete. Das stand für langfristiges Denken und brachte viele Projekte in der Stadt voran. Mit seiner Auffassungsgabe, seinem Redetalent und Witz konnte Maly immer auch in der für Bürgermeister so entscheidenden Kategorie „Volksnähe“ punkten.
Aber genug des Lobs – Maly selbst kokettiert gern damit, dass er auch deshalb abtrete, weil jetzt jemand Jüngeres, Digitaleres, Unbefangeneres ans Ruder müsse. Daraus spricht die Angst um das Selbstbild – irgendwann nur noch als „der Alte“ wahrgenommen zu werden. Also: Zeit für neue Themen und Köpfe?
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche wissen: „Werden Sie Ulrich Maly vermissen?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter www.nordbayern.de/senf über die Leserfrage abstimmen und diskutieren. Vergangene Woche haben wir gefragt: „Rauchverbot in der Öffentlichkeit?“ Teilgenommen haben 227 Leser. Mit Ja antworteten 54,2 Prozent, mit Nein 45,8 Prozent.Isabel Lauer

Werden Sie Ulrich Maly vermissen?

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Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

Debatten um Rauchverbote verlaufen unversöhnlich und finden bis heute kein Ende. Das macht sie aber nicht überflüssig. In Schleswig-Holstein ist dieser Tage das Rauchen auf öffentlichen Spielplätzen verboten worden. Das ist in Bayern übrigens schon seit 2008 der Fall – was aber weitgehend unbekannt blieb. Jedenfalls haben Lungenmediziner die Gesetzesänderung im Norden wieder zum Anlass genommen, noch viel weiterreichende Rauchverbote zu fordern: auch im Auto und in der Öffentlichkeit generell. Passivrauchen schädige insbesondere die Lungen von Kindern unumkehrbar, also sei es unbedingt einzudämmen.

Streng medizinisch betrachtet kann es hier keinen Einwand geben. Jede nicht gerauchte Zigarette tut dem Körper gut, auch dem des Gegenübers. Und ein Mangel an Gelegenheiten minimiert die Lust so manches Gelegenheitsrauchers. Gesundheitsaufklärung und rücksichtsvolles Miteinander nützen einem Kind von Rauchern sonst nämlich nichts. Auf der anderen Seite lässt sich Menschen kein gesundes Leben per Gesetz verordnen. In Gaststätten, am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln ist der Tabak schon weitgehend zurückgedrängt. Der Rest, so kann man freiheitlich argumentieren, fällt nun mal in den Bereich der allgemeinen Lebensrisiken.

Isabel Lauer

Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

Kanzlerkandidatur: Soll Söder doch antreten?

Mit der Ankündigung Annegret Kramp-Karrenbauers, dass sie den Rückzug antritt, hat das Rennen begonnen: Friedrich Merz, Armin Laschet und Jens Spahn wollen sich um die Kanzlerkandidatur bewerben. Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, hat sich nicht ins Gespräch gebracht, aber sein Name tauchte ganz schnell in der Diskussion auf. Obwohl er klarstellte, dass sein Platz im Freistaat sei, liegt er im ARD-Deutschlandtrend gleich hinter Merz. Die CSU gilt derzeit im Gegensatz zur CDU als stabil und handlungsfähig.

Gabi Eisenack

Kanzlerkandidatur: Soll Söder doch antreten?

Coronavirus: Haben Sie Angst?

Kaum ein Thema spaltet die Menschen derzeit so sehr wie das Coronavirus. Während die einen sich Sorgen machen und peinlich genau darauf achten, sich nur nicht mit irgendetwas anzustecken, machen sich die anderen überhaupt keine Gedanken wegen einer möglichen Ansteckung.

Fakt ist: Seit dem Bekanntwerden der ersten Fälle im Dezember vergangenen Jahres haben sich in China (Foto: dpa) mittlerweile mehr als 37.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. 813 Menschen sind – stand Sonntag – weltweit am Coronavirus gestorben.

Am Nürnberger Flughafen machen sich Mitarbeiter bereits Sorgen. In einem Brief an die Presse beklagen einige, dass sie sich alleingelassen fühlen. Denn: Obwohl Reisende ihnen tagtäglich ins Gesicht husten, dürfen sie keine Atemschutzmasken tragen. Auch besondere Reinigungsvorgänge oder Desinfektionsmaßnahmen gibt es derzeit nicht, heißt es in dem Schreiben.

Ist die Panik übertrieben? Gesundheitsexperten sehen das so. Das Robert-Koch-Institut etwa sieht „keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert“. Dr. Alice Schaffer, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz am städtischen Gesundheitsamt, verweist ebenfalls auf die Einschätzung der Lage durch das Robert-Koch-Institut: „Im Moment wird die Möglichkeit einer Gefährdung in Deutschland als gering eingeschätzt.“ Weil das Informationsbedürfnis zum Coronavirus so hoch ist, hat das Gesundheitsamt bereits eine Hotline eingerichtet (0911/23110666). Auf der Internetseite des Amts wird empfohlen, ganz besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen eine gute Händehygiene, die Husten- und Nies-Etikette sowie ein Abstand zu Erkrankten einzuhalten. „Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten“, so die Experten.

Julia Vogl

Coronavirus: Haben Sie Angst?

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Soll Kleingeld abgeschafft werden?

Tonnenschwer fühlt sich bisweilen die Geldbörse an, dabei befinden sich keineswegs Reichtümer darin. Es sind die Ein- und Zwei-Cent-Münzen, die sich zuhauf darin breit machen und für Gewicht sorgen (Foto: fabersam/pixabay). Aber: Wer will sie wirklich haben? Kein Parkautomat nimmt sie an. Aber Geld ist doch Geld, oder nicht? Ob Münze oder Schein.
Dieser Tage hat die EU-Kommission die Diskussion entfacht, ob es nicht sinnvoll wäre, die Mini-Münzen abzuschaffen. In Ländern wie Belgien oder den Niederlanden lässt man schon längst alle Fünfe gerade sein. Das heißt: Man rundet auf oder ab. Auch weisen Experten darauf hin, dass die Herstellungskosten der Ein- und Zwei-Cent-Münzen höher sind als der Wert des Klimpergeldes an sich. Statt 1.99 Euro zahlt man dann eben zwei Euro. Auch Abrunden ist freilich möglich.
Kritiker der Kleingeldabschaffungs-Idee befürchten allerdings damit einen Anfang vom Ende des Bargelds.

Gabi Eisenack


Soll Kleingeld abgeschafft werden?

Bauernprotest: Haben Sie Verständnis?

Sie kamen zu Tausenden mit ihren Traktoren auf den Volksfestplatz: Vor Kurzem protestierten bayerische Bauern gegen die aktuelle Agrar- und Umweltpolitik. Die Landwirte klagen über überbordende Bürokratie, die sie immer stärker in ihre Büros zwingt, statt auf dem Acker und bei den Tieren ihrer eigentlichen Arbeit nachzugehen. Über immer höhere Auflagen bei Pflanzen- und Düngemitteln. Und über die mangelnde Wertschätzung ihres Berufsstands in der Gesellschaft. „Ohne Landwirtschaft wärst du hungrig, naggad und nüchtern“, war bei der Demo auf einem Plakat zu lesen. Die Landwirte monieren, dass die Bürger ihre Vorgärten in Steinwüsten verwandelten und gleichzeitig beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben, um ihr Gewissen zu erleichtern.

Nicht wegdiskutieren lassen sich allerdings die hohen Nitratwerte im Grundwasser. Oder ein massives Insektensterben, das Wissenschaftler auf der ganzen Welt alarmiert. Beides unter anderem ausgelöst durch eine immer intensivere Landwirtschaft. Und sicher wird kein Bauer bestreiten, dass es auch in seiner Branche schwarze Schafe gibt, die es mit einer verhältnismäßigen Düngung nicht immer so genau nehmen. Da wirken die Proteste doch etwas übertrieben.

Judith Horn

Bauernprotest: Haben Sie Verständnis?

Braucht Nürnberg eine Eislaufbahn?

Eislaufen ist ein Sport, der Generationen verbindet, gute Laune macht und fit hält. In vielen Städten – derzeit auch in Schwabach – werden temporäre Eisbahnen unter freiem Himmel errichtet, die von den Bürgern gerne genutzt werden. In Nürnberg hat zur Jahreswende 1999/2000 eine mobile Eislauffläche sogar auf dem Hauptmarkt gestanden – doch das ist lange her. Wer sich aufs Glatteis begeben möchte, muss mit der Arena Vorlieb nehmen. Das Vergnügen, an der frischen Luft Runden zu drehen, bleibt den Nürnbergern derzeit verwehrt. Für zugefrorene Weiher ist es – noch – zu warm.

Die Stadtverwaltung hätte nichts dagegen, wenn sich ein Betreiber fände, der an geeigneter Stelle eine transportable Eisbahn errichtet. Gastronomie und Einzelhandel drum herum würden sicher auch davon profitieren. Vielleicht fände sich ja jemand, der sich mit einer gewissen Summe beteiligt. Doch derzeit bietet sich niemand an, der das Projekt verwirklichen könnte.

Vielleicht ist es ja auch besser, man lässt es bleiben: insbesondere der Umwelt zuliebe. Denn natürlich braucht es eine ganze Menge Energie, bei milden Temperaturen Eis zu produzieren. Und wer gleich nebenan wohnt, ist von der Geräuschkulisse, die die Freizeitsportler erzeugen, vermutlich auch nicht allzu begeistert.

Gabi Eisenack

Braucht Nürnberg eine Eislaufbahn?