Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?

Seit Mitte dieser Woche gibt es auf dem Hauptmarkt Bestuhlung. 16 Stühle, acht Bänke und vier Tische hat das Marktamt dort aufgestellt. Damit wollen die Stadt Nürnberg und die Markthändler den Platz für Bürger attraktiver machen.
Tatsächlich könnten die neu geschaffenen Sitzgelegenheiten für eine längere und angenehmere Verweildauer auf dem Marktplatz sorgen (Foto: Roland Fengler). Hier können die Menschen sich ausruhen, etwas essen, miteinander ins Gesrpäch kommen. Sie haben auch die Möglichkeit, die Möbel zu verschieben und eigenen Bedürfnissen anzupassen. Jeder kann selbst entscheiden, ob er neben einem Unbekannten auf einer Bank Platz nehmen mag oder den Stuhl etwas weiter weg schiebt, um dort seine Ruhe zu haben.
Bei der Wahl der Möbel hat sich das Marktamt für eine pragmatische Variante entschieden. Die Möbel sind pflegeleicht, robust und stapelbar. Sie wurden auch günstig angeschafft, weil es sich bei der Initiative um einen Test handelt. Die Stadt Nürnberg will beobachten, wie die neuen Sitzgelegenheiten bei den Menschen ankommen. Die Stühle, aber vor allem Tische und Bänke sehen daher entsprechend einfach aus und bringen die Biergartenatmosphäre zwischen dem Schönen Brunnen und der Frauenkirche. außerdem besteht die Gefahr, dass die einzelnen Möbel so auf dem Platz verteilt werden, dass der Ort chaotisch wirken könnte.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Ella Schindler

"Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?"

 

Gänse abschießen am Wöhrder See?

Die Freude über die neue Bademöglichkeit am Wöhrder See ist schnell getrübt worden. Denn in der Norikusbucht und auch am Strand gegenüber fühlt sich nicht nur der Mensch wohl, sondern auch die Gans (Foto: Eduard Weigert). Diese hat eine große Familie und bevölkert dementsprechend üppig Land und Wasser.

Was an sich kein Problem darstellt, wären da nicht die hässlichen Hinterlassenschaften. Der Gänsekot ist nicht nur eklig, er enthält auch Keime (E.coli, Campylobacter), die Durchfall verursachen können. Das bereitet nicht nur den Eltern von Kleinkindern Sorgen.

Die Stadt Nürnberg will das Problem nun angehen und, wie berichtet, auf die Tiere schießen lassen. Freilich sollen die Wasservögel nicht in Massen erlegt werden – es geht um Abschreckung. Tierschützer sind trotzdem schon auf die Barrikaden gegangen. Sie verteidigen die unschuldigen Vögel, die der Mensch durch verbotenes Füttern angelockt hat, und finden, die Natur gehöre schließlich auch ihnen. Andere Stimmen befürchten, es könnten nicht nur Gänse, sondern auch Spaziergänger vom Jäger getroffen werden.

Gabi Eisenack

 

Sollen am Wöhrder See Gänse abgeschossen werden?

  • Ja (81%, 30 Stimmen)
  • Nein (19%, 7 Stimmen)

Wähler insgesamt: 37

Notaufnahme nur gegen Gebühr?

Weder für Patienten noch für das Personal ist es ein Vergnügen: Deutschlands Krankenhaus-Notaufnahmen sind überfüllter denn je – obwohl die Leute nicht kränker sind als früher. Wie alle gewichtigen Probleme hat das Phänomen komplexe Ursachen. Gestiegene Ansprüche, Bequemlichkeit und Unwissenheit in der Bevölkerung haben ihren Anteil. Punktuell fehlt es aber auch an niedergelassenen Fachärzten, die flexibel und ohne monatelange Anmeldefristen behandeln.

Vertreter zweier Kassenärztlicher Vereinigungen (KV) legten den Finger in die Wunde, als sie jetzt in Interviews eine Gebühr als Abschreckung ins Spiel brachten. Müsste man 50 Euro zahlen, überlege man sich die Fahrt ins Krankenhaus wegen Kopfschmerzen oder Grippe vielleicht noch mal. Wer so eine Gebühr erheben soll, ob sie nur bei Bagatell-Fällen oder pauschal bei allen Notaufnahme- Besuchern fällig würde, ließen die Standesvertreter offen. Mediziner und Gesundheitsexperten raten von dieser Patientensanktion ab. Aber könnte sie nicht sogar besser wirken als mühsame Aufklärung und die Umstrukturierung der ärztlichen Notdienste?

Isabel Lauer

Notaufnahme nur gegen Gebühr?

Schadet Seehofer der CSU?

Die Flüchtlingsdebatte in Deutschland ist völlig übertrieben und greift zu kurz.“ Das sagt kein SPD-Mann, auch kein Linker oder Grüner. Sondern Gerd Müller, Bundesentwicklungsminister und Mitglied der CSU. Mitglied der CSU – das ist der Schweinfurter Landrat Harald Leitherer nicht mehr, weil er das Verhalten des Parteichefs Horst Seehofer für „unglaubwürdig, wenn nicht sogar lächerlich“ und dessen Ton für „unsäglich“ hält.

Das zeigt: Seehofers Verhalten schockiert auch die eigenen Parteifreunde. Vom politischen Gegner ganz zu schweigen. Die Nürnberger Ehrenbürgerin Renate Schmidt (SPD) findet es „zum Fremdschämen“, dass Seehofer kürzlich seine Freude über die Abschiebung von 69 Menschen nach Afghanistan so unverhohlen zeigte. Jeglicher „Anflug von Humanität“ sei auf der Strecke geblieben. Aber selbst unter jenen, die die harte politische Position des CSU-Chefs teilen, sind viele irritiert über den Stil, den Umgang mit der CDU, mit Angela Merkel, mit dem Koalitionspartner SPD – etwa, wenn Seehofer in seinem „Masterplan Migration“ hinter die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags zurückfällt.

Höflichkeit, Zuverlässigkeit, respektvoller Umgang – das waren ursprünglich eigentlich konservative Tugenden. Nun habe die CSU, schreibt die „Zeit“, unter Seehofer völlig das „bürgerliche Maß“ verloren. Zahlreiche politische Beobachter meinen, dass hinter dem Prozess der Selbstradikalisierung, hinter der derben Rhetorik, lediglich die Absicht steckt, den Rechtspopulisten von der AfD das Wasser abzugraben. Das wäre durchaus ein sinnvolles Ziel.

Allerdings ist es sehr fraglich, ob diese Strategie aufgeht oder ob Seehofer nicht eher erst recht die Wähler in die Arme von Gauland und Co. treibt. Bei der Bundestagswahl war die AfD nämlich in Bayern und Sachsen besonders stark – Bundesländer, in denen die Schwarzen einen sehr rechten Kurs fuhren, der sich indes letztlich nicht auszahlte. Und auch die Umfragen zeugen von einer trotz alledem sehr stabilen Af D, während die CSU nach derzeitigem Stand ihre absolute Mehrheit verlieren würde.

Marco Puschner

Schadet Seehofer der CSU?

Braucht Nürnberg Taubenschläge?

Straßentauben haben in Nürnberg wie in allen Großstädten keinen guten Ruf. Die Bürgerinitiative „Ein Haus für Stefan B.“ will das ändern. Sie hat mittlerweile Rückhalt in der Stadtverwaltung dabei gefunden, erstmals einen betreuten Taubenschlag einzurichten, möglicherweise beim Quelle-Gelände. Darin würden Eier durch Gips-Attrappen austauscht und Futter angeboten, das die Tiere dann nicht mehr in der Stadt suchen. Durch die Pflege kranker und verletzter Exemplare wollen die Unterstützer gleichzeitig dem Tierschutz einen Dienst erweisen. Aus Sicht der Kritiker erreicht der ganze Aufwand erfahrungsgemäß aber nicht das Ziel, die Taubenpopulation in Schach zu halten.

Isabel Lauer

Braucht Nürnberg Taubenschläge?

Trinkstuben: Der richtige Weg?

Die Probleme mit der Trinkerszene im Bereich des Hauptbahnhofs nehmen zu. Alkohol macht aggressiv, die Zahl der Körperverletzungen steigt. Das belegen Zahlen der Polizei. Die Stadt will deshalb so bald wie möglich das Alkoholverbot an Ort und Stelle ausweiten. Im Herbst dürfte es wohl so weit sein.

Doch reicht es, die Menschen von dort zu vertreiben? Sie werden sich andere Treffpunkte suchen, sie sind ja nicht aus der Welt. Genauso wenig wie die Probleme, die sie haben. Viele von ihnen sind krank und brauchen Hilfe. Die Grünen hatten deshalb vor einem Jahr angeregt, spezielle Räume für alkoholkranke Menschen zu schaffen. Versuche mit „Trinkerstuben“ gibt es zum Beispiel in Kiel und Dortmund. Dort dürfen die Besucher Wein und Bier konsumieren dürfen, aber nichts Hochprozentiges. Außerdem gibt es Beratungsangebote. „Wir brauchen Konsumräume, egal, wie wir sie nennen“, so Britta Walthelm, Stadträtin der Grünen.

Die Frage ist: Werden die Betroffenen solche Räume wirklich nutzen? Sozialamtschef Dieter Maly ist in dieser Hinsicht nicht ganz sicher. „Wir müssen uns mit der Zielgruppe intensiv beschäftigen.“ Mit einem Schnellschuss werde man der Sache nicht gerecht.

Trinkstuben: Der richtige Weg?

Fahrradstraßen: Sind sie sinnvoll?

Nürnberg soll für Radler attraktiver werden – auch mit Hilfe von Fahrradstraßen, die den Radverkehr bündeln. Die Straßenzüge, die das Verkehrsplanungsamt dafür ausgewählt hat, sind jetzt schon Teil der bei Radlern beliebten Routen durch die Stadt. Sie haben insgesamt eine Länge von 15 Kilometern. Radfahrer haben auf diesen Straßen an Einmündungen Vorfahrt, sie dürfen auch nebeneinander fahren. Außerdem gilt Tempo 30. Damit sollen noch mehr Bürger dazu bewegt werden, ihr Auto auch mal stehenzulassen. Schließlich wird die Stadt so vom Verkehr entlastet und damit auch die Luft besser – denn auch Nürnberg hat ein Problem mit erhöhten Stickoxidwerten.

Der Vorteil für die Fahrradfahrer: Sie kommen schneller und sicherer voran. Laut einer Untersuchung der deutschen Versicherungswirtschaft ist die Verkehrssicherheit auf Fahrradstraßen „positiv zu bewerten“.

Auf rund 750.000 Euro werden die Kosten für die Einrichtung der Fahrradstraßen in Nürnberg geschätzt. Kritische Stimmen finden, dass das Geld besser in neuen Radwegen angelegt wäre. Ihnen scheint es sicherer, wenn Fahrrad- und Autofahrer auf klar voneinander getrennten Wegen unterwegs sind. Was die Versicherungswirtschaft in ihrer Studie auch festgestellt hat: das Tempolimit von 30 km/h wird häufig überschritten.

Gabi Eisenack

Fahrradstraßen: Sind sie sinnvoll?

Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Der Auftakt ging schon mal daneben. 0:1 gegen Mexiko. Und mit Schweden wartet noch ein Gegner in der Gruppe, der immerhin Italien und den Niederlanden die Reise nach Russland verbaut hat. Vor diesem Hintergrund ist für Deutschland nun sogar der Einzug ins Achtelfinale in Gefahr.

Doch auf der anderen Seite startete die deutsche Elf häufiger holprig ins Turnier und steigerte sich dann. 2010 etwa ging zwar nicht das erste Spiel verloren, aber das zweite gegen Serbien. Am Ende stand dennoch Platz drei. Und vor 36 Jahren, als die DFB-Auswahl bis zum gestrigen Tag letztmals ein Auftaktspiel verlor (1:2 gegen Algerien), kam das Team von Trainer Jupp Derwall immerhin trotzdem noch ins Finale, das man gegen Italien mit 1:3 verlor.

Doch der amtierende Weltmeister kann sich mit zweiten oder dritten Plätzen eigentlich nicht zufriedengeben, Ziel von Bundestrainer Joachim Löw und seinen Gefolgsleuten ist die Titelverteidigung. Der Kader ist sehr stark, aber die Konkurrenz auch. Löw baut in seiner Stammelf vorwiegend auf Weltmeister von 2014. Können die es noch einmal richten?

Wird Deutschland wieder Weltmeister?

VAG-Tickets: Preiserhöhung aussetzen?

Die Ticketpreise von VAG und VGN sind zu teuer geworden, lautet von vielen Seiten der Vorwurf an die politisch Verantwortlichen. Jede Preiserhöhung, die in den letzten Jahren erfolgt ist und die nur die Kostensteigerungen bei Löhnen, Vertrieb und Treibstoffen berücksichtigt hat, war deshalb heftig umstritten. Derzeit wird darüber verhandelt, wie hoch die Erhöhung zum Jahresende erfolgen soll. Im Gespräch sind 2,5 bis 3,2 Prozent.

Das könnte die Einzelfahrt, die derzeit bei 3,10 Euro in Nürnberg, Fürth und Stein kostet, noch einmal teurer machen. „Könnte“ deshalb, weil der Aufsichtsrat der VAG erst noch Vorschläge machen muss, wie er den Preisanstieg auf die einzelnen Tarife verteilt. Er könnte auch den Einzelfahrschein günstiger und das Jahresabo dafür teurer machen.

Am Ende muss der Stadtrat entscheiden. Die Nürnberger CSU hat jetzt gefordert, die Tarife für zwei Jahre nicht anzuheben. Es soll überlegt werden, ob die Finanzierung des ÖPNV nicht neu organisiert werden kann. Auch mit Hilfe von Bund und Land. Grüne und Linke sind schon seit jeher gegen Preiserhöhungen bei Bussen und Bahnen. Die SPD hat sich noch nicht festgelegt.

Wenn es keine Preiserhöhung geben sollte, dann muss die Stadt mit zusätzlichen Einnahmeausfällen von mindestens 3,8 Millionen Euro allein für 2019 rechnen. Sie kommen zum jetzt schon absehbaren Defizit der VAG von rund 70 Millionen Euro hinzu. Wie das zusätzlich Defizit ausgeglichen werden soll, ist derzeit offen. Der städtische Haushalt gibt es eigentlich nicht her.

Im Grunde sind sich alle Parteien einig, dass der ÖPNV von Bund und Ländern mehr gefördert werden muss, um Menschen zum Umsteigen auf Busse und Bahnen zu bewegen. Das wäre auch angesichts der Schadstoffund Dieselproblematik in Großstädten hilfreich. Doch es gibt keinen Konsens über die Strategie, wie man mehr Nutzer anlocken soll und wie das Defizit auch aus anderen Finanzquellen ausgeglichen werden kann: Sollen Einzelkarten oder Abos günstiger werden und eine Nahverkehrsabgabe eingeführt werden? Muss in den ÖPNV nicht wesentlich mehr Geld gesteckt werden, um etwa elektronische Kartensysteme einzuführen, damit individuelle Abrechnungen möglich werden?

Günstige Ticketpreise machen einen ÖPNV aber noch nicht attraktiv: Wichtig sind auch kurze Taktzeiten und ein eng geknüpftes Netz. Wie können Bund und Land helfen? Eines ist aber klar: Die Fahrten mit Bussen und Bahnen verursachen Kosten, für die jemand finanziell aufkommen muss.

André Fischer

VAG-Tickets: Preiserhöhung aussetzen?

Verzichten Sie auf Einwegbecher?

Einweg-Becher gibt es in jedem noch so kleinen Geschäft, das im Eckchen eine Kaffeemaschine stehen hat. So kann jeder, der spontan ein Heißgetränk für unterwegs mitnehmen möchte, zugreifen. Damit machen die Anbieter von To-go-Coffee ein gutes Geschäft – und das ist das Problem. Die Bequemlichkeit der Nürnberger lässt eine wahre Becherflut entspringen, Tag für Tag landen 50.000 Einweg-Becher im Müll. Nun will die Stadt gegensteuern, mit Aufklärungskampagnen auf Müllwagen und einem Pfandsystem. Bei diesem zahlt man für einen 0,3-Liter-Becher einen Euro. Gibt man den Becher in einem Partnerbetrieb ab, wird das Geld erstattet. Seit Samstag gilt im Tiergarten dieses Pfandsystem, Einwegbecher sind am Schmausenbuck nun tabu.
Was der Umwelt dient, ist jedoch nicht immer praktisch. Wer zum Beispiel hat schon stets einen Mehrwegbecher dabei, für den Fall, dass man unterwegs einen Kaffee trinken möchte? Und wer ist so vernünftig, auf einen schnellen Kaffee zu verzichten, wenn es den nur im Einwegbecher gibt? Viele Anbieter von Kaffee klagen, dass ihre Umsätze zurückgegangen sind, seitdem sie keine Wegwerfbecher mehr anbieten. Diese gehören offenbar längst zum Alltag dazu, ein Umlenken ist schwierig.

Ngoc Nguyen

Verzichten Sie auf Einwegbecher?