Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

Am Freitag freute sich die Consorsbank in einer Pressemitteilung darüber, dass die Zehn-Prozent-Marke geknackt sei. Von den 800.000 Euro, die die Fans für die Umbenennung der Club-Spielstätte in Max-Morlock-Stadion springen lassen müssen, sind demnach bereits 80.000 Euro zusammengekommen. Jetzt am Sonntagnachmittag lag die Summe schon bei fast 95.000 Euro.

„Noch ist es ein langer Weg zur Zielerreichung“, schreiben die Verantwortlichen der Crowdfunding-Kampagne „Maxgemeinsam“ (Foto: Sportfoto Zink) jedoch selbst in ihrer Mitteilung. Rund 700.000 Euro fehlen noch, damit der Traum der Fans des 1.FC Nürnberg Wirklichkeit werden kann und das Stadion nach Club-Rekordspieler Morlock, dem Weltmeister von 1954, benannt werden kann. Skeptiker meinen, dass die Bank die Trauben zu hoch gehängt hat und die Initiative scheitert. Andere vertrauen darauf, dass die Fans fleißig genug spenden werden und es am Ende klappen wird. Manche sind auch der Meinung, dass das Geldinstitut einen „Joker“ in der Hinterhand hat und am Ende in irgendeiner Form dafür sorgen wird, dass die Marke 800.000 erreicht wird.

Marco Puschner

Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

  • Nein (86%, 19 Stimmen)
  • Ja (14%, 3 Stimmen)

Wähler insgesamt: 22

Club: Soll der Profibereich ausgegliedert werden?

„Wir Clubfans brauchen den Erfolg nicht auf Teufel komm‘ raus, wir können warten“, wurde Christian Mössner von den Ultras Nürnberg in der NZ zitiert. Anlass war eine Diskussionsveranstaltung, ob überhaupt und wie die Fußball-Profi-Abteilung des 1. FC Nürnberg vom normalen Verein ausgegliedert werden kann. Der Club ist immer noch als eingetragener Verein mit einem Aufsichtsrat aufgestellt, das macht Entscheidungen schwieriger und vor allem dauern sie länger. Die Aufsichtsräte müssen sich dann vor der Jahreshauptversammlung des Vereins, die nicht immer rationalen Regeln folgt, verantworten. Der frühere Sportvorstand Martin Bader konnte die Emotionen der Fans zu seinen Gunsten steuern und blieb deshalb auch für viel zu lange im Amt. Allerdings sind solche Abstimmungsdramen bei Mitgliederversammlungen auch gelebte Vereinsdemokratie.
Viele der Fußballprofi-Vereine der ersten und zweiten Liga organisieren sich aber anders. Die ausgegliederten Profi-Bereiche gehören dann zwar noch zu den Vereinen oder die Vereine halten Aktien von den selbständigen Gesellschaften, doch die eigentlichen Entscheidungen treffen nur Fachleute im kleinen Kreis. Neben der effizienteren Entscheidungsfindung hat das Modell auch noch Vorzüge, wenn es um die Finanzierung von Spielern und um den Umgang mit Krediten geht.
Sieht man einmal von 1860 München oder dem HSV ab, die desolat gewirtschaftet haben und deshalb abhängig von Geldgebern sind, haben die Vereine mit einem ausgegliederten Profibereich mehr Erfolge und können noch am ehesten Spitzenfußball bieten als Vereine mit einer traditionellen Struktur.
Die Formulierung, dass man in Nürnberg, wenn man nichts ändert, etwas länger auf den Erfolg warten muss, wäre dann wahrscheinlich zu erweitern: Der Erfolg kann gar nicht mehr kommen, weil der Club wirtschaftlich mit Vereinen, selbst wenn sie kleiner sind, mithalten kann. Das Modell, das der 1. FC Nürnberg anpeilt würde aber kein reines Aktienmodell sein: Am Ende würde immer die Stimme des Vereinsvorsitzenden den Ausschlag geben.

André Fischer

Club: Soll der Profibereich ausgegliedert werden?

Wieder Gebühren bei der Stadtbibliothek?

Foto: Roland  Fengler                   Motiv:      Unter Nürnbergs Dächer      Besuch der Stadtbibliothek     Datum:  12.03.2014
Die Stadt leistet sich den Luxus, keine Jahresgebühren für die Ausleihe der Stadtbibliothek zu verlangen. Luxus? werden einige fragen und darauf verweisen, dass der Verzicht auf Gebühren es allen möglich macht Bücher oder andere Medien auszuleihen. Es wird niemand von diesem Bildungsangebot ausgeschlossen, nur weil er es sich nicht leisten kann, ein Grundgebühr zu bezahlen. Aus einer sozialen Perspektive sicherlich verständlich und die Nutzerzahlen sind auch deutlich angestiegen.

Nachdem 2013 die Erhebung von Grundgebühren bei der Stadtbibliothek abgeschafft wurden, bestand die Hoffnung, dass über die Verlängerungs- und Vormerkgebühr, die noch erhoben werden, zumindest so viel Geld zusammenkommt, dass der städtische Anteil bei der Finanzierung nicht weiter steigt. Doch das System klappte nicht: Offenbar gibt die überwiegende Zahl der Nutzer ihre Bücher rechtzeitig zurück und bei den Vormerkungen halten sie sich diszipliniert zurück.

Da die Stadt ein Einsparpaket in Höhe von 20 Millionen Euro schnüren muss, um die Vorgaben der Regierung von Mittelfranken zu erfüllen und um Spielraum im Haushalt für die anstehenden Investitionen zu bekommen, wird derzeit darüber diskutiert, ob eine Grundgebühr in Höhe von 15 Euro pro Jahr eingeführt werden soll. Rund 500.000 Euro würde das an Mehreinnahmen bedeuten.

Die Befürworter der Wiedereinführung einer Jahresgebühr können darauf verweisen, dass 15 Euro im Jahr ganze 1,25 Euro im Monat sind. Ein Summe, die verkraftbar erscheint. Wenn etwas umsonst ist, dann gibt es immer wieder Mitnahmeeffekte, etwa von Nutzern, die genügend Geld haben, Bücher und Medien, die sie benötigen, selber zu bezahlen. Es gehört nicht zu den Aufgaben der Stadt, Reiseführer, die dann für den dreiwöchigen im Urlaub mitgenommen werden, vorzuhalten. Das ist keine kein Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, sondern Luxus. Zu loben ist auch, das gute, weil breite Angebot von Zeitungen und Zeitschriften. Muss das komplett umsonst sein?

Wir wollen deshalb von Ihnen wissen:

Zurück zur Jahresgebühr bei der Stadtbibliothek?

Vergangene Woche haben wir gefragt: „Hat Bob Dylan den Literatur-Nobelpreis verdient?“ Teilgenommen haben 213 Leser (online und per Telefon). Mit Ja antworteten 61,4 Prozent, mit Nein 38,6 Prozent.

Fanrandale: Soll der Club härter durchgreifen?

Jahrelang beklagten Fußball-Anhänger, dass sie bei den Einlasskontrollen zu den Stadien wie Schwerverbrecher behandelt und bereits aus nichtigen Anlässen mit Stadionverbote belegt würden. Nach den Szenen, die sich in jüngerer Vergangenheit immer wieder in Fußball-Stadien abspielen und die zuletzt auch beim fränkischen Derby zu sehen waren, stellt sich aber eher die Frage, ob die Vereine vielleicht zu wenig für die Sicherheit tun.

In diesen Tagen hat der niederländische Erstligaverein Ajax Amsterdam einen gewaltbereiten Fan mit 30 Jahren Stadionverbot belegt. Muss vielleicht auch der Club noch wesentlich härter gegen Fans vorgehen, die sich nicht an die Spielregeln halten? Gut, die martialischen Szenen am Dienstag, als sich die Meute aus der Nordkurve bedrohlich Richtung Fürther Block bewegte, hätte es wohl in dieser Form nicht gegeben, wenn die Polizei zeitig Präsenz gezeigt hätte.

Dennoch ist nun die Frage, ob der Club dies als bedauerlichen Einzelfall abtut oder massivere Maßnahmen ergreift, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Fanrandale: Soll der Club härter durchgreifen?“ Geben Sie Ihr Votum unter www.nz.de ab. Über die Leserfrage diskutieren können Sie hier.  M.P.

Braucht Nürnberg ein reines Fußballstadion?

Die Fans sollen näher ran ans Geschehen auf dem Spielfeld, findet Martin Bader. Deswegen würde der Sportvorstand des 1.FC Nürnberg gerne dem Beispiel anderer Vereine folgen und die Spielstätte des Clubs in eine reine Fußball-Arena umbauen lassen.

Ob er den Anhängern damit aber wirklich einen Gefallen tut, ist fraglich, denn viele Fans mögen das Nürnberger Stadion gerade wegen der roten Laufbahn und der achteckigen Form. Die Neubauten vieler Bundesligisten seien austauschbare Betontempel ohne individuellen Charme, meinte zum Beispiel kürzlich ein Mitglied der Initiative „Max-Morlock-Stadion jetzt!“ im Gespräch mit der NZ. Kämmerer Harry Riedel hat allen Umbauplänen für dieses Jahrzehnt angesichts der angespannten Haushaltssituation ohnehin eine Absage erteilt und sich von Baders Vorstoß wenig erfreut gezeigt. Dennoch, die Debatte wird weitergehen.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Braucht Nürnberg ein reines Fußballstadion?“.