Stadt will Junggesellen-Abschiede eindämmen

SchnulzeDas Ordnungsamt der Stadt Nürnberg hat eine Zunahme von Beschwerden über die so genannten Jungegesellen-Abschiede registriert: Vor allem bei Großveranstaltungen würden Anwohner in der Innenstadt über die nächtliche Ruhestörer schimpfen, zahlreiche Passanten fühlen sich belästigt von angeheiterten Junggesellen-Abschieds-Gruppen, die mit Bauchläden herumlaufen und beispielsweise Kondome unter die Leute bringen wollen. Wiederholt seien auch alkoholische Getränke verbotswidrig an Minderjährige abgegeben worden.

Diese Beschwerden waren Hintergrund für ein Schreiben des Ordnungsamts an die Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, das der NZ vorliegt. Darin weist das Amt die Beamten darauf hin, dass auch für den Bauchladenverkauf eine Sondernutzungserlaubnis des Liegenschaftsamts vorzuweisen sei. Ansonsten drohen disziplinarische Maßnahmen wie eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung oder gegen das Bayerische Straßen- und Wegegesetz.

Zu solchen disziplinarischen Maßnahmen sei es bislang allerdings noch nicht gekommen, sagte Rainer Lenzner, Sachgebietsleiter Gewerberecht des Ordnungsamts. Man habe sich immer vor Ort gütlich einigen können. Im Gegensatz zu Bamberg halte sich das Problem in Nürnberg noch „einigermaßen im Rahmen“.

Auch Polizeisprecher Bert Rauenbusch betont, dass der Junggesellen-Abschied in Nürnberg „kein Sicherheitsproblem“ darstelle. Doch laut Lenzner seien allein auf der vergangenen „Blauen Nacht“ im Mai 20 Gruppen nicht nur aufgrund ihrer meist einheitlichen T-Shirts auffällig geworden. Auch die Gastronomen jubeln nicht gerade beim Anblick dieser Klientel: Mancher Gast ist genervt von den Störenfrieden und konsumiert wird auch nicht gerade viel: Denn meistens bringen die Junggesellen/innen-Verabschieder ihren Alkohol selbst mit.
Kathrin Walther

Hat Hans Meyer diesen Abschied verdient?

Hans Meyer bei der PokalsiegesfeierDer erste Titel seit 39 Jahren, die erste Qualifikation für das internationale Geschäft seit 19 Jahren: Hans Meyer hat den 1.FC Nürnberg in Gefilde geführt, von denen viele Anhänger nicht einmal zu träumen wagten, als der Trainer im Herbst 2005 verpflichtet wurde. Der Club taumelte damals als Tabellenletzter bekanntlich gerade seinem achten Bundesliga-Abstieg entgegen und wurde später sogar Pokalsieger (im Bild: Meyer und Clubpräsident Michael A. Roth bei der Siegesfeier am Nürnberger Hauptmarkt).
Doch der Ruhm ist schnell verblasst, am Montag erfuhr der 65-jährige Coach von seiner Entlassung. Nicht nur die wenig stilvolle Art, mit der der Verein Meyer abservierte, auch der Zeitpunkt entrüstet viele Fans: Immerhin hatte der Trainer-Oldie gerade mal zwei Spiele in der Rückserie Zeit, mit dem neuen Personal (Koller, Abardonado) zu arbeiten. Und es wäre dem Coach zu gönnen gewesen, wenn er die Früchte seiner Arbeit noch in der Uefa-Cup-Zwischenrunde mit den Spielen gegen Benfica Lissabon hätte ernten können. Dass diese Zwischenrunde überhaupt überraschend erreicht wurde, spricht zudem ebenfalls für Meyer.
Auf der anderen Seite hat der Club schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, als er zu lange an einem Trainer festhielt: 2003 vertrauten die Verantwortlichen darauf, dass Klaus Augenthaler mit dem Team noch die Kurve kriegen könnte. Das erwies sich als Trugschluss, Abstieg Nummer sieben war die Folge. Diesen Fehler wollte das Präsidium. offenbar nicht noch ein zweites Mal machen. Zudem schien Meyer angeschlagen, seine Ausbrüche vor laufenden Kameras wirkten unsouverän, seine scheinbar so launigen Sprüche nicht selten verletzend. Zudem lag er bei Personalentscheidungen nicht immer richtig, manche Spieler hat er wohl voreilig weggeschickt (Gresko, Nikl, Kennedy).
Dennoch: Da macht ein Coach noch die gesamte Vorbereitung auf die Rückrunde und muss dann zwei Spiele später gehen. Ergibt das Sinn?
Wir wollen daher von Ihnen wissen: Hat Hans Meyer diesen Abschied verdient? Abstimmen können Sie, wie immer ab Montag, auf der NZ-Homepage.