Soll das alte Pellerhaus rekonstruiert werden?

Vor allem unter den NZ-Lesern ist das Interesse an der Diskussion um den Wiederaufbau des Pellerhauses groß, auch der NZ-Dialog zu diesem Thema in der vergangenen Woche war gut besucht. Altstadtfreunde- Chef Karl-Heinz Enderle sieht sich durch den erfolgreich rekonstruierten Pellerhof sicherlich bestätigt. Er hat – obwohl damals noch nicht Vorsitzender des Vereins – den Wiederaufbau des Pellerhauses wohl von Anfang an mitgedacht, wenn nicht gar mitgeplant. Und die Stadtspitze? Die hätte am liebsten gar kein grünes Licht für den Hof gegeben, weil ihr schon schwante, worauf das Ganze hinauslaufen würde: nämlich auf die Forderung, keine halben Sachen zu machen. Allerdings ist die Ausgangslage beim Pellerhaus eine andere als beim -hof. Bei Letzterem handelte es sich um den Wiederaufbau einer Ruine. Beim Haus müsste man erst einmal mit dem Abriss eines Gebäudes beginnen – obendrein eines denkmalgeschützten. Eigentlich sollte diese Tatsache einen Verein wie die Altstadtfreunde dazu zwingen, von dem ehrgeizigen Vorhaben abzulassen, ist doch der Erhalt historisch bedeutender Bauten eine seiner Herzensangelegenheiten. Doch das an der Stelle des einstigen, im Krieg fast komplett zerstörten Renaissance-Prachtbaus in den 50er Jahren errichtete Bibliotheksgebäude will manchem nicht als denkmalwürdig erscheinen. Zu kühl, zu nichtssagend ist ihnen die Mayer’sche Architektur. Mit einem in neuem Glanz erstrahlenden Nachbau möchten sie dem Platz auf dem Egidienberg wieder die Strahlkraft zurückgeben, die er einst besaß.

Ute Wolf

Soll das alte Pellerhaus rekonstruiert werden?

Ist der Konzertsaal-Entwurf gelungen?

Die ersten Reaktionen unserer Online- Leser fielen, gelinde gesagt, verheerend aus. Sie tun den Anblick des Siegerentwurfs für Nürnbergs neuen Konzertsaal als einfallslosen Schuhkarton ab, als Hochbunker, nicht besser als eine Trafowerk-Halle oder das Quelle-Versandzentrum. Liegt es an der Verzerrung der von viel gedankenloser Motzerei geprägten Internet-Kommentarschreiberei, oder ist da was dran?

Unter 246 anonymen Einsendungen hat sich ein mit Mattglas verkleideter Kubus in einem zweistufigen Architektenwettbewerb durchgesetzt. Er ist, kurioser Zufall, eine Teamarbeit aus Nürnberg. Die Büros Johannes Kappler Architekten und Super Future Collective tun sich dafürmit Zürcher Landschaftsarchitekten zusammen. Ein 15-köpfiges Preisgericht, ergänzt um 25 Sachverständige, hat insgesamt vier Tage über die Auswahl beraten.

Es ist nützlich, vor der Beschimpfung innezuhalten. Der Standort des geplanten Klassik-Spielorts verträgt baulich längst nicht alles. Das Konzerthaus entsteht direkt neben dem Meistersingerhallen-Komplex, als dessen moderne Ergänzung. Dass die Meistersingerhalle nicht optisch verdrängt wird, war ein zentrales Auswahlkriterium der Jury, zu der die Stadtregierung und Architekten aus ganz Deutschland zählten. Vielleicht zeigen sich die Vorzüge des Gewinners auch erst im Betrieb. Für die Innenbeleuchtung durchlässig, soll das Gebäude laut Entwurf einmal wie ein „Leuchtkörper im Park“ wirken. In der transparenten Hülle sollen sich die Bäume der Umgebung spiegeln.

Manche Kritiker werden trotzdem unzufrieden bleiben. Es nervt sie, dass Nürnberg bei Neubauten, abgesehen vom Neuen Museum oder den „Sebald-Kontoren“ beim Laufer Schlagturm, architektonisch immer vorsichtig Maß hält und sich wenig traut. Letztlich ist das freilich eine Geschmacks-Grundsatzfrage.

Isabel Lauer

Ist der Konzertsaal-Entwurf gelungen?

City-Point: Ist der Abriss sinnvoll?

In Nürnberg werden immerwieder markante Gebäude abgerissen – mal schmerzt ihr Verlust mehr, mal weniger. Meistens rücken die Bagger dann an, wenn ein Bauwerk zu marode ist, um es zu sanieren – etwa der AOK-Bau am Frauentorgraben. Die Nachricht, dass der City-Point aus dem Stadtbild verschwinden soll, kam allerdings überraschend. Das Einkaufszentrum steht schließlich seit vergleichsweise kurzer Zeit an der Stelle, wo sich einst das Hertie-Kaufhaus befand. 1999 ist das Gebäude eröffnet worden. Nun will es der Eigentümer, der Düsseldorfer Projektentwickler Development Partner, abreißen und durch einen Neubau ersetzen – untergebracht werden sollen Einzelhandel, Gastronomie, mehr Stellplätze und ein Hotel.

Nürnbergs Baureferent Daniel Ulrich sieht die Entscheidung positiv. Der Neubau, der optisch deutlich ansprechender ausfallen werde, bedeute eine Aufwertung der Innenstadt. Kritiker halten dagegen, dass damit Ressourcen und Energie verschwendet würden. „Die Wegwerfgesellschaft hat schon das Baugewerbe erfasst“, schreibt etwa ein Kommentator dazu im Internet.

Gabi Eisenack

City-Point: Ist der Abriss sinnvoll?

Hauptpost: Welcher Entwurf gefällt Ihnen am besten?

Der Wettbewerb für die Neubebauung der Hauptpost ist abgeschlossen. 20 Architekturbüros waren eingeladen, 16 haben ihre Vorstellungen eingereicht. Vier Vorschläge wurden jetzt in die engere Wahl genommen. Es handelt sich um die Entwürfe von Max Dudler (Berlin, Platz 1), von Weber, Auer (München, Platz 2), von Knerer, Lang (Dresden, Platz 3) und von Bär, Stöcker, Stadelmann (Nürnberg, Platz 4).

1. Platz:
LOKALES                                 Foto: Eduard Weigert     Datum:  22.7.15 Entwürfe Hauptpost 1. Preis  Prof Max Dudler

2. Platz:
hauptpost1

3. Platz:
Hauptpost4

4. Platz:
LOKALES                                 Foto: Eduard Weigert     Datum:  22.7.15 Entwürfe Hauptpost 4. Preis   Bär Stöcker Stadelmann Architekten

Welchen Vorschlag möchten Sie an diesem prominenten Platz realisiert sehen? Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung. Sie können aber auch einfach nur beim Voting mitmachen.

Hauptpost: Welcher Entwurf gefällt Ihnen am besten?

Ergebnisse anzeigen