Kommt Franken im Tatort gut weg?

Franken-TatortEs ist geschafft! Der erste fränkische Tatort überhaupt ist mittlerweile über die Mattscheiben der Republik geflimmert, und der in den letzten Tagen allgegenwärtige Pulverdampf verzieht sich langsam. Doch eine Frage bleibt neben der nach dem Täter noch zu klären: Haben es die Krimi-Macher vom Bayerischen Rundfunk geschafft, das fränkische Lebensgefühl jenseits von Bratwurst und Butzenscheiben so wiederzugeben, dass auch deutsche Bürger, die etwa hinterm Deich oder im Ruhrpott leben, unser Seelenleben nachvollziehen können? Das ist schließlich eine der zentralen Botschaften dieses Krimi-Flaggschiffs: Zu zeigen, dass Verbrechen und Polizeiarbeit nicht im luftleeren Raum, sondern in wirklichen Städten und inmitten von wirklichen Menschen stattfinden.
Das Produktionsteam vom BR hat sich nicht lumpen lassen und schon bei der Besetzung auf Lokalkolorit geachtet: Eli Wasserscheid, die die Kommissarin Wanda Goldwasser spielt, stammt im Film und im echten Leben aus Bamberg, bei Andreas Leopold Schadt alias Sebastian Fleischer gilt dasselbe in Bezug auf seine Heimatstadt Hof. Die mittelfränkische Note ist schließlich bei Matthias Egersdörfer gut aufgehoben. Als Spurensicherer Michael Schatz kann er sich so ausdrücken, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der Kabarettist und Schauspieler zollt auf jeden Fall dem Regisseur Max Färberböck großes Lob: „Ich finde das sensationell, dass ein Oberbayer diese Stadt wirklich inhaliert hat und versucht, das wiederzugeben. Das ist ihm überdurchschnittlich gelungen“ schwärmt er geradezu im NZ-Interview. Aber nichts ist so entscheidend wie der ganz persönliche Eindruck.
In unserer Frage der Woche möchten wir deshalb von Ihnen wissen:

 

Kommt Franken im Tatort gut weg?

Clemens Helldörfer

18 Euro monatlich für ARD und ZDF

Die Rundfunkgebühren sollen weiter steigen. Die Gebührenkommission hat eine Erhöhung um 95 Cent pro Monat vorgeschlagen und wie es aussieht, wird dieser Vorschlag abgenickt (in der Hoffnung, dass eh die meisten sagen: Ist ja nicht einmal ein Euro, was soll also die Aufregung). Knapp 18 Euro (17,98 Euro genau) werden dann monatlich als Fernsehgebühr abgebucht. Zwangsweise, denn eine Möglichkeit, auf die öffentlich-rechtlichen Sender zu verzichten und nur werbefinanzierte Sender zu schauen, hat man nicht.

In den NZ-Weblogs ist in den letzten Tagen wiederholt Kritik an ARD und ZDF geübt worden. Sei es beim seltsamen Verhalten der ARD in Sachen Tour de France, sei es bei der Unkenntnis der Sender in Bezug auf das Internet oder sei es wegen bezahlter Eigenwerbung jobsuchender Journalisten. Auch an teuren und ehrgeizigen Filmprojekten ließ der NZ-Kritiker kaum ein gutes Haar. Selbst wenn es um Berichte aus unserer Region geht, bleiben die gebührenfinanzierten Sender den Beweis schuldig, dass sie es besser hin bekommen.

Dabei wäre es augenblicklich nicht schwer, kompetenter und seriöser Programm zu machen als die Privaten mit ihren Gewinnspielen oder Dschungelcamps, zumal wenn man wie ARD und ZDF dafür 7,7 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung hat.

Zugegeben, es gibt hin und wieder auch gute Sendungen bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber sind die 18 Euro pro Monat wert?

Chronisten im Dopingsumpf

tour.jpgDer Dopingsumpf musste ihnen zwar erst bis zum Hals stehen, doch jetzt zogen die Sponsoren Telekom und adidas immerhin doch die Konsequenzen. Sie ziehen sich aus dem Radsport zurück und unterstützen die Tour de France nicht mehr.

Das ficht die ARD jedoch überhaupt nicht an. Sie will die Tour weiter übertragen, als sei nichts gewesen. Welche Gründe im Hintergrund auch immer einer Rolle spielen, offiziell bezieht sich die Sendeanstalt vor allem auf ihre Chronistenpflicht. Nur: Gibt es nicht auch interessante Wrestling-Kämpfe oder Poker-Turniere, bei denen zwar auch nicht alles mit rechten Dingen zugeht, von denen man aber trotzdem als Chronist berichten könnte? Trotzdem überlassen die Öffentlich-Rechtlichen dies gerne den Privatsendern. Warum muss das beim Radsport anders gehandhabt werden?

Bei der ARD werden zudem nicht wie bei den Sponsoren oder den Privatsendern nur Werbegelder eingesetzt, um die Berichterstattung zu finanzieren. Es handelt sich auch um Geld, das den Zuschauern zwangsweise abgeknöpft wird, angeblich um einen öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, der beispielsweise auch unabhängige, kritische Information vorsieht. Überspitzt könnte man sagen: Die Dopingmittel, mit denen die Radler schneller die Pyrenäen erklimmen, werden auch von arglosen Fernsehgebührenzahlern mitfinanziert.

Unsere Leserfrage lautet daher: Rundfunkgebühren für die Tour de France? Abstimmen können Sie wie immer über den Link rechts unten auf der NZ-Homepage.