Soll der Bahnhofsbunker ein Museum werden?

Kaum hatte der Förderverein Nürnberger Felsengänge die Termine für Führungen durch den Atombunker im Hauptbahnhof veröffentlicht, da waren sie schon wieder ausgebucht. Auch zusätzlich anberaumte Rundgänge am vergangenen Wochenende waren stets gut gefüllt. Die Nürnbergerinnen und Nürnberger interessieren sich für ihre Geschichte – und das nicht nur zum Jubiläum des Mauerfalls. Der Förderverein würde gerne regelmäßig Führungen, zum Beispiel an jedem Wochenende, in den Atombunker anbieten. Bisher müssen alle Führungen aufwändig von der Stadt genehmigt werden. Deshalb gibt es nur Sonderführungen zu bestimmten Anlässen.

Von verschiedenen Seiten wurde bereits mehrfach die Einrichtung eines Museums im Bahnhofsbunker angeregt. Ein derart wichtiges Stück Zeitgeschichte müsse einem größeren Publikum regelmäßig zur Verfügung stehen, so die Argumentation der Museumsbefürworter. Hohe Kosten für Brandschutz, Verkehrssicherung und Betrieb ließen die Pläne aber wieder in der Schublade verschwinden.

Soll der Bahnhofsbunker ein Museum werden?

Königstorpassage: Fühlen Sie sich noch sicher?

 

Zunächst einmal: Der Bereich Hauptbahnhof/Königstorpassage (Foto: Roland Fengler) ist für viele Menschen in erster Linie ein Treffpunkt. Obdachlose,Drogenabhängige, Punker oder Flüchtlinge wollen hier mit Ihresgleichen zusammen kommen. Das ist legitim, zumal es sich hier um öffentlichen Raum handelt, den jeder Mensch nutzen darf. Hier unterscheidet sich die Nürnberger Situation in nichts von anderen Großstädten wie etwa München, Köln oder Frankfurt. Allerdings hat sich die Sicherheitslage in der Königstorpassage seit Ende 2015 objektiv verschärft. Die Drogenszene tritt offener auf. Vor allem die Kräutermischungs-Szene bereitet Probleme. Dazu kommen Flüchtlinge, die in der Regel allerdings rein optisch in Erscheinung treten. Im Jahr 2016 hat die Stadt deshalb einen Runden Tisch gegründet, an dem unter anderem die Polizei, die Stadtreklame, die Streetworker von Mudra und Co. oder die VAG sitzen. Im November beschloss der Stadtrat ein Maßnahmenpaket, um die Situation im Bereich Hauptbahnhof/Königstorpassage langfristig zu verbessern.
Dazu gehört nicht zuletzt eine deutlich verstärkte Präsenz der Polizei mit vielen Kontrollen. Nun haben sich einzelne Ladenbetreiber zu Wort gemeldet. Die Drogenszene sei umgezogen, es gebe mehr Ärger (die NZ berichtete in der Samstagsausgabe). Die Polizei kann dies nicht nachvollziehen. Die Zahl der Einsätze (und die der Körperverletzungen) sei seit Ende 2016 spürbar zurückgegangen – und habe sich auch zuletzt nicht signifikant erhöht. Vor diesem Hintergrund möchten wir in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Königstorpassage: Fühlen Sie sich noch sicher?“ Vergangene Woche hatten wir Sie gefragt: „Soll es Pfand auf Milchtüten geben?“ Teilgenommen haben 125 Leser; mit Ja antworteten 8,8 Prozent, mit Nein 91,2 Prozent.

Tilmann Grewe

 

 

Königstorpassage: Fühlen Sie sich noch sicher?