Ist das E10-Benzin reine Geldschneiderei?

Allmählich wird das neue Benzin E10 auch in Nürnberg flächendeckend angeboten. Es enthält zehn Prozent Ethanol, das aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird und soll damit die Klimabilanz verbessern. E10 wird dort, wo es bereits zu haben ist, zum bisherigen Preis des herkömmlichen Super E5 verkauft. Gleichzeitig wird der Preis von Super E5 um bis zu acht Cent auf das Niveau von Super Plus angehoben – oder es wird nur noch Super Plus angeboten, um den von der Regierung vorgeschriebenen Bestandsschutz für Autos, die kein E 10 vertragen, zu erfüllen.

Wie der ADAC in einer aktuellen Online-Umfrage herausgefunden hat, wissen immer noch rund 22 Prozent der Autofahrer nicht, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt. 70 Prozent antworteten auf die Frage, ob sie E10 tanken werden mit „Nein“.
Kritiker monieren, dass der Biosprit unterm Strich oft sogar mehr Kohlendioxid als herkömmliches Benzin erzeuge, weil der Verbrauch um geschätzte 1,5 bis zu fünf Prozent steige. „Was die Umweltbilanz betrifft, ist E10 eine Mogelpackung und ein Fall von Verbrauchertäuschung“, sagt der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Mit der Erhöhung des Ethanolanteils auf zehn Prozent rechnet der BUND mit einem jährlichen Bedarf von insgesamt rund fünf Millionen Tonnen Getreide, Zuckerrüben und Mais für E10. Lebensmittel in Autotanks – auch ethische Bedenken werden gegen E10 ins Feld geführt. Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „E10 Benzin – reine Geldschneiderei?“ Geben Sie Ihr Votum bitte entweder unter den in der Grafik abgedruckten Rufnummern oder hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Sollte Guttenberg zurücktreten?“ Mit Ja antworteten 30 Prozent, mit Nein 70 Prozent (die Unterschiede zum Online-Voting, wo ca. 52 Prozent für einen Rücktritt Guttenbergs votieren, resultieren aus dem der im Gesamtergebnis mitberücksichtigten Abstimmung über Telefon, dort waren mehr als 1000 Anrufer gegen einen Rücktritt und nur knapp 100 dafür).