Hat Ihnen die Blaue Nacht gefallen?

Projektion auf die Burg von Julian Vogel.

Projektion auf die Burg von Julian Vogel.

Die Innenstadt war mal wieder proppenvoll am vergangenen Samstagabend. Auch in ihrer 14. Auflage zog die Blaue Nacht die Massen an und konnte auch wieder für neue Superlative sorgen: Die Lichtaktion am Hauptmarkt von Martin Böttcher werteten Beobachter als einen der absoluten Höhepunkte in der Geschichte der Blauen Nacht, und auch Julian Vogels Einfälle, die Burg ins rechte Licht zu setzen, fanden viel Beifall.

Zudem faszinierte der Themenblock „Star Wars“ die Besucher. Die Lessingstraße wurde zum historischen Rummelplatz, es gab eine generationenübergreifende Begeisterung für Darth Vader und Co. und manche Nürnberger gingen vielleicht zum ersten Mal ins Opernhaus – weil dort die Star-Wars-Musik erklang.

Die Blaue Nacht wirkt auch weit über Nürnberg hinaus: Es kamen nicht nur Besucher aus der Metropolregion zu der etablierten Veranstaltung, sondern beispielsweise auch aus Düsseldorf, Hannover oder Bochum.

Andererseits war nicht jede Kunstaktion wirklich gelungen, das Gedränge zwischen Burg und Lorenzkirche nervte viele Besucher und die Fülle der innerhalb weniger Stunden dicht gedrängten Angebote macht es mitunter schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wir wollen daher von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Hat Ihnen die Blaue Nacht gefallen?“ Geben Sie Ihr Votum auf www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Nerven Sie die Unterschriftensammler in der Innenstadt?“ Mit Ja antworteten 71 Prozent, mit Nein 29 Prozent.

Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee?

Am nächsten Samstag wälzt er sich wieder durch Nürnberg: der Besucherstrom der Blauen Nacht. Rastlos, ziellos, gut gelaunt, prinzipiell kunstinteressiert, hauptsächlich aber begierig danach, in einer völlig aufgedrehten Innenstadt umherzulaufen.

Diesem Strom würden viele Einzelhändler sich allzu gerne als Wellenbrecher in den Weg stellen, indem sie ihre Läden zum Verkauf öffnen. Sie sehen dass Lokale und Eisdielen an diesem Abend das Geschäft des Monats machen und das Publikum so entspannt wie nie herumstreunt.

Warum also nicht das Fest zu einer langen Einkaufsnacht erweitern? Auch die dargebotene Kultur ist bei dem „Event“ längst nicht so frei von Kommerz und Werbung, wie ihre Väter es ursprünglich wollten. Und die Kundschaft nimmt Gelegenheiten zum Konsum bei aller Jammerei über Geldknappheit ja doch immer irgendwie wahr. Boutiqueninhaber im Altstadthof, die in einer Blauen Nacht einmal wohlmeinend kleine Tische zur Bewirtung aufstellten, bekamen Bußgeldbescheide – typisch deutsch, ärgerten sie sich. Die Stadt darf das Ladenschlussgesetz natürlich nicht eigenmächtig aussetzen, könnte aber eine Ausnahme beantragen, wie etwa zur Spielwarenmesse.

Wenn sie es denn wollte. Stolz auf seine Erfindung der ersten deutschen großen Kulturnacht, belässt das städtische Kulturreferat es bislang bei der Inszenierung verträglicher Kunst im öffentlichen Raum. Museen als Spaßlabore, Kunstinstallationen als Massenbeglückung – das ist das Ziel. Käme auch noch blaues Shopping hinzu, müssten sich die Veranstalter dem Vorwurf der Beliebigkeit und Anbiederung aussetzen. Schon öfter haben Händler die Stadt um Öffnung bei der Blauen Nacht ersucht. Am Kulturprogramm, beklagt das Projektbüro, hätte sich da im Gegenzug aber keiner von ihnen je ernsthaft beteiligen wollen.
Wir wollen deshalb von unseren Lesern wissen: Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist Fürth auf ewig „unaufsteigbar“? Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.