Chronisten im Dopingsumpf

tour.jpgDer Dopingsumpf musste ihnen zwar erst bis zum Hals stehen, doch jetzt zogen die Sponsoren Telekom und adidas immerhin doch die Konsequenzen. Sie ziehen sich aus dem Radsport zurück und unterstützen die Tour de France nicht mehr.

Das ficht die ARD jedoch überhaupt nicht an. Sie will die Tour weiter übertragen, als sei nichts gewesen. Welche Gründe im Hintergrund auch immer einer Rolle spielen, offiziell bezieht sich die Sendeanstalt vor allem auf ihre Chronistenpflicht. Nur: Gibt es nicht auch interessante Wrestling-Kämpfe oder Poker-Turniere, bei denen zwar auch nicht alles mit rechten Dingen zugeht, von denen man aber trotzdem als Chronist berichten könnte? Trotzdem überlassen die Öffentlich-Rechtlichen dies gerne den Privatsendern. Warum muss das beim Radsport anders gehandhabt werden?

Bei der ARD werden zudem nicht wie bei den Sponsoren oder den Privatsendern nur Werbegelder eingesetzt, um die Berichterstattung zu finanzieren. Es handelt sich auch um Geld, das den Zuschauern zwangsweise abgeknöpft wird, angeblich um einen öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, der beispielsweise auch unabhängige, kritische Information vorsieht. Überspitzt könnte man sagen: Die Dopingmittel, mit denen die Radler schneller die Pyrenäen erklimmen, werden auch von arglosen Fernsehgebührenzahlern mitfinanziert.

Unsere Leserfrage lautet daher: Rundfunkgebühren für die Tour de France? Abstimmen können Sie wie immer über den Link rechts unten auf der NZ-Homepage.