Paketaufschlag für die Lieferung zur Haustür?

Sie parken in zweiter und dritter Reihe, stehen auf Radwegen und verstopfen die Straßen in der Innenstadt: Die Paketfahrzeuge von DHL, Hermes und Co. liefern heuer in der Vorweihnachtszeit so viele Päckchen aus wie noch nie zuvor. Der Bundesverband Paket & Expresslogistik rechnet damit, dass bis zu 30 Millionen Pakete mehr an die Haustür gebracht werden als noch 2016.

Die Menschen bestellen immer mehr online: Kleidung, Möbel, Bücher, Lebensmittel – es gibt kaum etwas, das nicht per Klick gekauft werden kann (Foto: dpa). Und ein Ende des Booms ist nicht in Sicht, Brancheninsider rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahlen.

Wie also kann man ein noch schlimmeres Verkehrschaos in den Innenstädten vermeiden? Der Geschäftsführer des DPD, Boris Winkelmann, hat kürzlich einen polarisierenden Vorschlag geäußert: Künftig könnten die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern. Wer sein Päckchen an der Haustür entgegennehmen möchte, zahlt einen Aufschlag. Winkelmann sprach in seinem Beispiel von 50 Cent.

Ist das ein zumutbarer Beitrag, um den Verkehr zu entzerren? Oder trifft man mit einer solchen Regelung genau die falschen – nämlich die, die keine Wahl haben? Für Senioren, Menschen mit Behinderung oder chronisch Kranke ist die Internetbestellung oft die einzige Möglichkeit. Für sie wäre der Haustürzuschlag quasi eine Zwangsgebühr. Und das, obwohl gerade sie finanziell häufig nicht auf Rosen gebettet sind.

Stephanie Siebert

Paketaufschlag für Hauslieferung?