Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Der Auftakt ging schon mal daneben. 0:1 gegen Mexiko. Und mit Schweden wartet noch ein Gegner in der Gruppe, der immerhin Italien und den Niederlanden die Reise nach Russland verbaut hat. Vor diesem Hintergrund ist für Deutschland nun sogar der Einzug ins Achtelfinale in Gefahr.

Doch auf der anderen Seite startete die deutsche Elf häufiger holprig ins Turnier und steigerte sich dann. 2010 etwa ging zwar nicht das erste Spiel verloren, aber das zweite gegen Serbien. Am Ende stand dennoch Platz drei. Und vor 36 Jahren, als die DFB-Auswahl bis zum gestrigen Tag letztmals ein Auftaktspiel verlor (1:2 gegen Algerien), kam das Team von Trainer Jupp Derwall immerhin trotzdem noch ins Finale, das man gegen Italien mit 1:3 verlor.

Doch der amtierende Weltmeister kann sich mit zweiten oder dritten Plätzen eigentlich nicht zufriedengeben, Ziel von Bundestrainer Joachim Löw und seinen Gefolgsleuten ist die Titelverteidigung. Der Kader ist sehr stark, aber die Konkurrenz auch. Löw baut in seiner Stammelf vorwiegend auf Weltmeister von 2014. Können die es noch einmal richten?

Wird Deutschland wieder Weltmeister?

Wird Deutschland Europameister?

Die Vorschusslorbeeren sind riesig: Nach der überzeugenden Weltmeisterschaft mit einem beachtlichen dritten Platz sowie der souveränen Qualifikation für die Europameisterschaft stehen die deutschen Fußballer unter einem hohen Erwartungsdruck.
Zudem kam den Deutschen wie so oft das Losglück zugute: gegen Kroatien, Polen und Österreich ist es durchaus möglich, die Vorrunde zu überstehen, und auf einen Vertreter des bärenstarken Quartetts aus der „Todesgruppe“ C (Frankreich, Italien, Rumänien, Holland) kann das Team von Trainer Joachim Löw frühestens im Finale treffen.
Personell hat Löw zudem kaum Probleme; vom Ausfall des verletzten Routiniers Bernd Schneider mal abgesehen, konnte er bei der Nominierung seines 23-köpfigen Kaders frei unter den heimischen Elitekickern auswählen.
Doch in all die Zuversicht mischen sich freilich auch die Erinnerungen an die EM-Turniere 2000 und 2004, als ein gänzlich indisponiertes deutsches Team jeweils in der Vorrunde scheiterte und ohne Sieg abreisen musste. Der Ruf, eine Turniermannschaft zu sein, war dahin. Dabei hatten die Deutschen 2004 in der Gruppe unter anderem einen Gegner, der damals als absoluter Außenseiter galt: Aber selbst gegen Lettland sprang nur ein 0:0 heraus.
Das sollten all jene bedenken, die etwa den „Dreier“ gegen Österreich schon fest eingeplant haben. Zumal die Alpenrepublik auf dem Vormarsch ist – in der jüngsten Fußball-Weltrangliste verbesserte sie sich von Platz 101 auf 92 und überholte zum Beispiel die Fußball-Großmächte Uganda und Gabun.
Doch im Ernst: Gerade die vermeintlich leichtere Vorrundengruppe könnte zur Stolperfalle werden. Wir wollen daher von Ihnen wissen: Wird Deutschland Europameister?

Abstimmen können Sie ab Montag auf der NZ-Homepage.
Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Sind Sie bereit, mehr für die Milch zu bezahlen? Mit Ja antworteten 67,0 Prozent, mit Nein 33,0 Prozent.

Zur EM hat die NZ übrigens ein eigenes Blog unter dem Titel „Die EM auf der Couch“ eingerichtet.