Soll die Dürer-Kopie zurück in den Rathaussaal?

Der Film, der am vergangenen Wochenende zum ersten Mal einem großen Publikum gezeigt wurde, machte deutlich: Albrecht Dürer und eines seiner weitgehend unbekannten Meisterwerke beschäftigt die Menschen.

Besuchermassen wollten sich ein Bild davon machen, wie die Nordwand des Historischen Rathaussaales aussah, bevor die Ausmalungen Dürers im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Das Malergenie hatte einst von der Stadt Nürnberg den Auftrag erhalten, das Rathaus und vor allem den Rathaussaal zu bemalen.

Der Film präsentierte mehr als 500 Jahre alte Entwurfszeichnungen von Dürer, Freskenfragmente aus dem 17. Jahrhundert, historische Kopien von 1904 und Fotografien von 1943/1945. Im Mittelpunkt der multimedialen Zeitreise standen der kaiserliche Triumphzug, den er entworfen hatte, sowie die Zeichnung „Verleumdung des Appelles“ – ein Richter mit Eselsohren. Zu bewundern waren vor allem die Schönheit des Werkes und das außerordentliche künstlerische Niveau Albrecht Dürers.

((ContentAd))Eine vollständige Rekonstruktion ist leider nicht möglich, da keine kompletten Ansichten der Ausmalungen existieren. Deshalb betont Kulturreferentin Julia Lehner: „Wer eine Rekonstruktion fordert, muss erst einmal klären, was rekonstruiert werden soll.“

Doch eine komplette Ausmalung ist nicht nötig – stattdessen könnte ein kleiner, gut dokumentierter Teil realisiert werden. Der „Triumphzug“ und „Die Verleumdung des Appelles“ sind belegt. Sie würden Bürgern und Touristen zeigen, dass die Geschichte des Rathaussaales unvergessen ist. Gegner einer Ausmalung nach historischen Vorgaben sprechen jedoch von einer unnötigen „Geschichtsklitterung“.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Dürer-Kopie zurück in den Rathaussaal?“

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Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Brauchen wir ein Mehrheitswahlrecht?“ Mit Ja antworteten 60 Prozent, mit Nein 40 Prozent.

Braucht der Flughafen einen neuen Namen?

Der Flughafen Nürnberg wurde zuletzt stark gebeutelt. Finanzkrise, Aschewolke, politischer Frühling in Nordafrika und zu wenig Grundkapital haben den Airport im Knoblauchsland in Finanznöte gebracht, so dass Stadt und Freistaat in den nächsten Jahren insgesamt 40 Millionen Euro zuschießen müssen. Mit neuen Flugzielen und einer Modernisierung des Angebots am Flughafen – von den Geschäften bis hin zu neuen Veranstaltungen –, soll der Airport modernisiert werden, damit mehr Fluggäste kommen.

Finanzminister Markus Söder, der auch wieder dem Aufsichtsrat des Flughafens angehören wird, brachte nun einen neuen Namen ins Spiel: Statt Flughafen Nürnberg soll es künftig Albrecht-Dürer-Airport heißen. Mit der Marke „Dürer“ versucht Nürnberg im kulturellen und touristischen Bereich seit zehn Jahren verstärkt auf sich aufmerksam zu machen. Dürer ist eben der bekannteste Sohn der Stadt – weltweit.

Ob die Gleichung „Dürer-Airport“ ist gleich mehr Fluggäste zutrifft, darüber kann man heftig streiten. Von München fliegt man ja auch nicht ab, weil der Flughafen „Franz-Josef-Strauss“ heißt, sondern weil das Angebot der Flugziele und die Preise stimmen. Eine Umbenennung würde aber in jedem Fall dazu führen, dass der Name Nürnberg international weniger stark wahrgenommen wird.

Unsere Leserfrage lautet deshalb in dieser Woche: „Braucht der Flughafen einen neuen Namen?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf unserer Homepage ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Gefällt Ihnen der neue Friedrich-Ebert-Platz?“ Mit Ja antworteten 24 Prozent, mit Nein 76 Prozent. fis