Gefällt Ihnen das neue Hauptmarkt-Konzept?

Was die Attraktivität des Hauptmarkts betrifft, gehen die Meinungen auseinander. So auch im Stadtrat – das zeigten die Wortmeldungen in der jüngsten Sitzung: Ein SPD-Politiker findet, er sei der schönste der Platz der Stadt, ein CSU-Vertreter meint, es gebe schönere in der Stadt, die Kollegin von den Grünen beschwichtigt: „Er ist einer der schönsten Plätze.“ Fragt man tausend Leute, bekommt man tausend verschiedene Antworten.

Einigkeit herrscht in Politik und Verwaltung zumindest darin, dass der Hauptmarkt – noch – schöner werden soll. Bevor er komplett neu gestaltet wird, was noch ein paar Jahre dauern kann, werden jetzt immerhin die Stände ordentlicher und übersichtlicher angeordnet: Rücken an Rücken sollen sie künftig zu stehen kommen. In einem bestimmten Bereich sollen Händler ihre Waren anbieten dürfen, die nicht täglich kommen, außerdem wird in der Mitte des Marktes ein Platz zum Verweilen geschaffen. Um das Angebot attraktiver zu machen, werden neue Anbieter zugelassen – darunter auch Foodtrucks. Wie die Stände und Gefährte auszusehen haben, will die Stadt in Gestaltungsrichtlinien festlegen.

Kritiker des Konzepts befürchten unter anderem, dass die Möglichkeit zum Verweilen Trinkgelage auf dem Hauptmarkt fördern könnte. Andere wiederum möchten keine Verkaufsmobile dort haben, die es auf den Stadtteilmärkten längst gibt.

Gabi Eisenack

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Sollen Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen?

Nürnberg ist immer noch eine Einkaufsstadt, die mit ihren Geschäften viele Kunden aus dem Umland anzieht. Doch der Wettbewerb ist hart. Viele Kunden wandern mit ihren Bestellungen ins Netz ab und lassen sich ihre Einkäufe nach Hause bringen. Umweltfreundlich ist dieser Trend nicht, aber bequem. Die Gefahr ist, dass zunehmend mehr Geschäfte in den Innenstädten leerstehen werden und die Attraktivität der Einkaufs- und Touristenstadt Nürnberg abnimmt.
Die Stadt finanziert derzeit zwei Berater, die den lokalen Einzelhändlern helfen, mit den Herausforderungen durch das Internet umzugehen. Die Geschäfte sollen etwas Besonderes anbieten und das Internet dient dazu, Appetit auf den Kauf vor Ort zu machen. Nichts geht über die in Augenscheinnahme eines Objekts, das man kaufen will.
Die Situation bleibt aber für den Einzelhandel schwierig. Kaufhäuser wie Karstadt haben deshalb vor wenigen Tagen gefordert, auch am Sonntag öffnen zu dürfen. Einer der Gründe ist, dass der Internethandel seinen größten Umsatz an den Sonntagen macht – ohne stationäre Konkurrenz. Kein Wunder, dass etliche Einzelhändler darauf hoffen, ihre stagnierenden Verkaufszahlen durch die Sonntagsöffnungen zu verbessern. Etliche verweisen auch darauf, dass der Discounter, der am Hauptbahnhof bis in die Nacht und am Sonntag geöffnet hat, horrende Umsätze macht.
Die Gegnerschaft der Öffnungszeiten am Sonntag ist breit gestreut. Kirchen, Gewerkschaften, aber auch kleinere Ladeninhaber sind dagegen. Geschäfte am Sonntag zu öffnen, ist teuer, weil den Angestellten mehr bezahlt werden muss, Familien werden am Wochenende auseinandergerissen und es wird das Wochenende dem Kommerz untergeordnet.

Sollen Geschäfte auch am Sonntag öffnen dürfen?

Braucht Nürnberg sonntags mehr Einkaufsmöglichkeiten?

LidlLange Schlangen an den Kassen und den Pfandautomaten, dichtes Gedränge in den Gängen. Die Lidl-Filiale im Hauptbahnhof erlebte am zweiten Weihnachtsfeiertag und am darauffolgenden Sonntag einen so großen Kundenansturm, dass Sicherheitskräfte die Eingänge zu den Verkaufsräumen zeitweise schlossen. Auffällig war, dass sich viele Familien mit Kindern auf den Weg zu dem Discounter mit den besonders langen Öffnungszeiten gemacht hatten.

Im Internet wurde über die Gründe des großen Konsumenteninteresses diskutiert. Kam Weihnachten heuer völlig überraschend? Haben die Nürnberger vor den Feiertagen zu knapp kalkuliert und standen bereits am zweiten Feiertag mit knurrenden Mägen vor dem leeren Kühlschrank? War das Fernsehprogramm so mies, dass Einkaufen im Discounter mehr Spannung versprach? Bieten Nürnberg und sein Umland keine besseren Freizeit-Angebote für den Familienausflug?

Viele Kommentatoren stellten in Frage, ob die Ladenöffnungszeiten in Bayern noch zeitgemäß sind und verlangten eine Freigabe. Befürworter einer Lockerung der strengen Regeln verweisen auf andere Bundesländer. Dort kann vielerorts von Montag bis Samstag vom frühen Morgen bis in die Nacht eingekauft werden. Allerdings gilt auch hier: Am Sonntag bleiben die Läden – bis auf wenige Ausnahmen — zu. Im Ausland kann man teilweise sogar sieben Tage die Woche und rund um die Uhr seinen Einkaufswagen durch Supermärkte schieben.

Befürworter von freien Ladenöffnungszeiten verweisen auf die anspruchsvollere Kundschaft. Leute, die es gewohnt sind, rund um die Uhr im Internet ihren Warenkorb zu füllen, müssten auch im Geschäft jederzeit – also auch sonntags – bedient werden, so die Argumentation. Arbeitszeiten seien heute in vielen Branchen extrem flexibel, da müsse auch der Handel nachziehen. Außerdem, so die Befürworter, könnten neue Arbeitsplätze entstehen: Läden, die länger öffnen, brauchen schließlich mehr Personal, so ihre Rechnung.

Gegner von Sonntagsöffnungszeiten bezweifeln, dass durch eine Lockerung mehr Geld in die Kassen der Händler fließt. Das verfügbare Einkommen des Großteils der Bevölkerung habe in den letzten Jahren nicht zugenommen. Sie befürchten, dass die oftmals in der Kritik stehenden Arbeitsbedingungen und -zeiten im Einzelhandel noch schlechter werden. Statt Vollzeitstellen würden eher Aushilfsjobs geschaffen, so die Befürchtung.

Egal ob für die Beschäftigten oder die Kunden: In einer immer hektischer werdenden Welt seien Ruhephasen wichtig; Zeit, in der man sich ohne Konsumterror erholen kann, in der Familien und Freundeskreise gemeinsam Zeit verbringen und in der es Raum gibt für Kultur, Sport und Ehrenamt.

Clara Grau

Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen:

Braucht Nürnberg sonntags mehr Einkaufsmöglichkeiten?

Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

Parkgebuehr
Nürnberg zieht mit München gleich. Zumindest was die Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen anbelangt: Ab Januar 2016 kostet auch in Nürnberg die Stunde parken 2,50 Euro. Sicher, in Nürnberg waren die Parkgebühren seit 1996 konstant niedrig und es war ein gewisser Nachholbedarf gegenüber den Preissteigerungen im Öffentlichen Personennahverkehr vorhanden. Musst aber gleich um einen Euro angehoben werden?
Der Beschluss des Stadtrats, die Parkgebühren zu erhöhen, erfolgten zusammen mit der Neugestaltung der VAG-Preise. Ziel der Reformprojekts ist es, die ÖPNV-Nutzer dauerhaft zu binden, deshalb werden vor allem die Abonnements günstiger. Mit den Mehreinnahmen durch höhere Parkgebühren will die Stadt den höheren Zuschussbedarf für die VAG decken. Offiziell wurden beide Beschlüsse nicht miteinander verknüpft, um den Vorwurf, die Autofahrer würden den ÖPNV subventionieren erst gar nicht entstehen zu lassen. Das ist aber reine Rhetorik, denn der städtische Haushalt kann gar keine Mindereinnahmen verkraften: Ohne höhere Parkgebühren könnte die Stadt das Tarifexperiment im ÖPNV nicht stemmen, denn keiner weiß, ob die Kalkulation aufgeht.
Parkgebühren und Ticketpreise sind die beiden Steuerungsmechanismen, Kritiker nennen sie auch Gängelungen, um das ÖPNV-Angebot für Autofahrer attraktiv zu machen. Da Menschen oftmals rational entscheiden, werden sie wohl eher auf ein Auto verzichten, wenn Parken teurer wird, Busse und Bahnen aber günstiger werden, so die Überzeugung bei den meisten Stadträten im Rathaus. Straßen würden entlastet und die Auslastung von Bahnen und Bussen erhöht werden. Doch die Menschen entscheiden eben nicht immer rational, vielleicht wollen sie das Angebot einfach nicht annehmen.

André Fischer

Parkgebühren: Sind 2,50 Euro zu viel?

Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee?

Am nächsten Samstag wälzt er sich wieder durch Nürnberg: der Besucherstrom der Blauen Nacht. Rastlos, ziellos, gut gelaunt, prinzipiell kunstinteressiert, hauptsächlich aber begierig danach, in einer völlig aufgedrehten Innenstadt umherzulaufen.

Diesem Strom würden viele Einzelhändler sich allzu gerne als Wellenbrecher in den Weg stellen, indem sie ihre Läden zum Verkauf öffnen. Sie sehen dass Lokale und Eisdielen an diesem Abend das Geschäft des Monats machen und das Publikum so entspannt wie nie herumstreunt.

Warum also nicht das Fest zu einer langen Einkaufsnacht erweitern? Auch die dargebotene Kultur ist bei dem „Event“ längst nicht so frei von Kommerz und Werbung, wie ihre Väter es ursprünglich wollten. Und die Kundschaft nimmt Gelegenheiten zum Konsum bei aller Jammerei über Geldknappheit ja doch immer irgendwie wahr. Boutiqueninhaber im Altstadthof, die in einer Blauen Nacht einmal wohlmeinend kleine Tische zur Bewirtung aufstellten, bekamen Bußgeldbescheide – typisch deutsch, ärgerten sie sich. Die Stadt darf das Ladenschlussgesetz natürlich nicht eigenmächtig aussetzen, könnte aber eine Ausnahme beantragen, wie etwa zur Spielwarenmesse.

Wenn sie es denn wollte. Stolz auf seine Erfindung der ersten deutschen großen Kulturnacht, belässt das städtische Kulturreferat es bislang bei der Inszenierung verträglicher Kunst im öffentlichen Raum. Museen als Spaßlabore, Kunstinstallationen als Massenbeglückung – das ist das Ziel. Käme auch noch blaues Shopping hinzu, müssten sich die Veranstalter dem Vorwurf der Beliebigkeit und Anbiederung aussetzen. Schon öfter haben Händler die Stadt um Öffnung bei der Blauen Nacht ersucht. Am Kulturprogramm, beklagt das Projektbüro, hätte sich da im Gegenzug aber keiner von ihnen je ernsthaft beteiligen wollen.
Wir wollen deshalb von unseren Lesern wissen: Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist Fürth auf ewig „unaufsteigbar“? Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.