Klassik-Open-Air: Würden Sie Eintritt zahlen?

Seit 15 Jahren erfreut sich das Nürnberger Klassik-Open-Air (Foto: Stefan Hippel) riesiger Beliebtheit. Spielt das Wetter mit, bringt das Publikum dieser Sommer-Picknickkonzerte den Luitpoldhain an die Grenzen seiner Kapazität. Noch im hinterletzten Busch verstecken sich Zuhörer. Bereits am Morgen belegen die Ersten den Rasen. Klassikfans sind sie längst nicht alle.
Jetzt nur mal so ein Gedankenspiel: Was wäre eigentlich, wenn das Ganze Eintritt kosten würde? Dann kämen natürlich weniger Leute. Die Stadt Nürnberg als Veranstalter nähme vermutlich trotzdem erst mal mehr Geld ein. Heute sieht es so aus: Die zwei Klassik-Open-Airs – diesmal gibt es sogar drei – kosten sechsstellig. Zwei Fünftel des Budgets werden von Sponsoren getragen, weitere rund 20 Prozent durch den Verkauf von Ansteckern. Statistisch kaufte sich zu den besten Zeiten nur jeder neunte Besucher freiwillig so einen „Vogel-Pin“, der aktuell fünf Euro kostet. So bleiben also immer noch 40 Prozent der Ausgaben am Stadthaushalt hängen.
Ins Nürnberger Image freilich ist dieses Geschenk an die Bürger bestens investiert. Dennoch ließe sich auch eine moderate Eintrittsgebühr vertreten. Es treten schließlich Spitzenmusiker bei einzigartigem Flair auf – wo gibt’s die geschenkt? Auf dem Berliner Gendarmenmarkt und am Münchner Odeonsplatz muss man für ähnliche Open-Airs Karten kaufen, keine Frage. Ein Grund, warum Nürnberg davon absah, war immer auch, dass die Kosten für Absperrung, Kartenvertrieb und -kontrolle die Einnahmen wieder stark dezimieren oder sogar aufheben.
Eine schwierige Abwägung, die zuletzt auch noch vom Wetter abhängt. Das Rechenergebnis also erst mal ausgeblendet, wollen wir hier nur ein Gefühl abfragen.

Isabel Lauer

Klassik-Open-Air: Würden Sie Eintritt zahlen?

Preiserhöhung: Gehen Sie noch in den Tiergarten?

Es war schon lange klar, dass der Tiergartenbesuch nach der Eröffnung der Delfinlagune für diejenigen, die bisher nicht ins Delfinarium gingen, teurer wird. Nun liegen die Zahlen auf dem Tisch: Ein Erwachsener muss für eine Eintrittskarte künftig 4,50 Euro mehr als bisher zahlen. Derzeit müssen die Besucher neun Euro berappen, künftig sind es 13,50, die Erhöhung beträgt also satte 50 Prozent. Kritiker sagen, dass es gerade Familien schwer fallen wird, unter diesen Bedingungen noch in die Anlage am Schmausenbuck zu gehen.

Der spürbare Preisanstieg wird vor allem aber jenen sauer aufstoßen, die den Tiergarten mögen, aber dem Großprojekt Delfinlagune kritisch gegenüberstehen. 60 Prozent der Besucher verzichteten bisher auf die Delfin-Shows; und um die Lagune gab es immerhin heftige Debatten: Zum einen verschlingt der Bau 24 Millionen Euro, zum anderen ist die Zukunft der Delfinhaltung ungewiss: Nach den großen Erfolgen, die Nürnberg in den 90ern mit der Aufzucht junger Tiere hatte, gab es in den vergangenen Jahren nur Rückschläge und viele tote Delfinbabys.
Für Delfinariumsgänger wird der Eintritt nicht teurer

Andererseits sind die Tiergartenverantwortlichen überzeugt, mit der Lagune beste Voraussetzungen für die Delfinzucht geschaffen zu haben. Und der Tiergarten bietet den Besuchern natürlich nun auch wesentlich mehr als bisher: Für Freunde der Großen Tümmler könnte es sehr reizvoll sein, den 51-jährigen „Oldie“ Moby und seine Artgenossen in der Lagune zu erleben. Zudem sind zwei weitere Aspekte in der Preisdebatte wichtig: Für diejenigen, die die bisherige Zusatzgebühr fürs Delfinarium zahlten, wird der Tiergartenbesuch nicht teurer, die mussten nämlich bisher schon 13,50 Euro zahlen; und im Vergleich zu anderen Städten sind die Preise in Nürnberg ohnehin maßvoll. Auch die beiden anderen Tiergärten, die noch Delfine halten, verlangen mehr als Nürnberg: In Duisburg kostet der Eintritt 14,50 Euro, in Münster 14 Euro.

Bedenkt man, dass die schöne Anlage am Schmausenbuck viele andere Tiergärten in den Schatten stellt, ist eine Preiserhöhung vielleicht zu rechtfertigen, zumal der Tiergarten mit der Eisbärenfamilie noch eine weitere ganz besondere Attraktion zu bieten hat.

Wir wollen daher in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Preiserhöhung: Gehen Sie noch in den Tiergarten?“