Sollen Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen?

Nürnberg ist immer noch eine Einkaufsstadt, die mit ihren Geschäften viele Kunden aus dem Umland anzieht. Doch der Wettbewerb ist hart. Viele Kunden wandern mit ihren Bestellungen ins Netz ab und lassen sich ihre Einkäufe nach Hause bringen. Umweltfreundlich ist dieser Trend nicht, aber bequem. Die Gefahr ist, dass zunehmend mehr Geschäfte in den Innenstädten leerstehen werden und die Attraktivität der Einkaufs- und Touristenstadt Nürnberg abnimmt.
Die Stadt finanziert derzeit zwei Berater, die den lokalen Einzelhändlern helfen, mit den Herausforderungen durch das Internet umzugehen. Die Geschäfte sollen etwas Besonderes anbieten und das Internet dient dazu, Appetit auf den Kauf vor Ort zu machen. Nichts geht über die in Augenscheinnahme eines Objekts, das man kaufen will.
Die Situation bleibt aber für den Einzelhandel schwierig. Kaufhäuser wie Karstadt haben deshalb vor wenigen Tagen gefordert, auch am Sonntag öffnen zu dürfen. Einer der Gründe ist, dass der Internethandel seinen größten Umsatz an den Sonntagen macht – ohne stationäre Konkurrenz. Kein Wunder, dass etliche Einzelhändler darauf hoffen, ihre stagnierenden Verkaufszahlen durch die Sonntagsöffnungen zu verbessern. Etliche verweisen auch darauf, dass der Discounter, der am Hauptbahnhof bis in die Nacht und am Sonntag geöffnet hat, horrende Umsätze macht.
Die Gegnerschaft der Öffnungszeiten am Sonntag ist breit gestreut. Kirchen, Gewerkschaften, aber auch kleinere Ladeninhaber sind dagegen. Geschäfte am Sonntag zu öffnen, ist teuer, weil den Angestellten mehr bezahlt werden muss, Familien werden am Wochenende auseinandergerissen und es wird das Wochenende dem Kommerz untergeordnet.

Sollen Geschäfte auch am Sonntag öffnen dürfen?

Beratungsklau: ein Kavaliersdelikt?

Immer mehr Leute lassen sich zwar von Verkäufern im Geschäft beraten, kaufen die Ware dann aber im Internet.

Es hat das Zeug zum Unwort des Jahres, das Wort „Beratungsklau“. Doch dahinter steckt ein Problem, das Einzelhändlern zunehmend zu schaffen macht: Der Kunde informiert sich in einem Geschäft, kauft das gewünschte Produkt dann aber im Online-Shop.

In diesem Jahr wird der Internethandel erstmals einen Anteil von über zehn Prozent erreichen – die Konkurrenz macht vor allem den kleinen Läden vor Ort das (Über-)Leben schwer, klagte jüngst auch der Bezirk Mittelfranken des Handelsverbands. Die Folge: Der klassische Einzelhandel verschwindet mehr und mehr aus dem Stadtbild.

Einen Vorschub in diese Richtung leistet auch der Beratungsklau, kritisiert der Handelsverband. Denn statt stationäre Geschäfte zu stärken, werden ihre Vorzüge wie persönliche Beratungsgespräche zwar gerne angenommen, der verdiente Lohn fließt in andere Kanäle. Die Umsätze gehen zurück, Miet- und Personalkosten bleiben.

Gleichzeitig lässt sich das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen, die Möglichkeiten des Kunden haben sich dank Internet und mobilen Endgeräten vervielfacht, und auf dem Markt wird nur überleben, wer beide Verkaufsebenen – die virtuelle und die stationäre – beherrscht und miteinander kombiniert. Denn auch umgekehrt funktioniert das Prinzip: Der Kunde informiert sich vorab im Internet, kauft die Ware dann aber im Laden, um zum Beispiel im Fall von Problemen einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Was denken Sie: Ist der Beratungsklau eine legitime Informationsquelle für aufgeklärte Kunden und insofern höchstens als Kavaliersdelikt zu bewerten? Oder handelt es sich um nicht zu tolerierenden geistigen Diebstahl? Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Beratungsklau: ein Kavaliersdelikt?“

Geben Sie Ihr Votum bitte auf www.nz.de ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Schafft der Club den schnellen Wiederaufstieg?“ Teilgenommen haben 368 Leser. Mit Ja antworteten 42,1 Prozent, mit Nein 57,9 Prozent.

Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee?

Am nächsten Samstag wälzt er sich wieder durch Nürnberg: der Besucherstrom der Blauen Nacht. Rastlos, ziellos, gut gelaunt, prinzipiell kunstinteressiert, hauptsächlich aber begierig danach, in einer völlig aufgedrehten Innenstadt umherzulaufen.

Diesem Strom würden viele Einzelhändler sich allzu gerne als Wellenbrecher in den Weg stellen, indem sie ihre Läden zum Verkauf öffnen. Sie sehen dass Lokale und Eisdielen an diesem Abend das Geschäft des Monats machen und das Publikum so entspannt wie nie herumstreunt.

Warum also nicht das Fest zu einer langen Einkaufsnacht erweitern? Auch die dargebotene Kultur ist bei dem „Event“ längst nicht so frei von Kommerz und Werbung, wie ihre Väter es ursprünglich wollten. Und die Kundschaft nimmt Gelegenheiten zum Konsum bei aller Jammerei über Geldknappheit ja doch immer irgendwie wahr. Boutiqueninhaber im Altstadthof, die in einer Blauen Nacht einmal wohlmeinend kleine Tische zur Bewirtung aufstellten, bekamen Bußgeldbescheide – typisch deutsch, ärgerten sie sich. Die Stadt darf das Ladenschlussgesetz natürlich nicht eigenmächtig aussetzen, könnte aber eine Ausnahme beantragen, wie etwa zur Spielwarenmesse.

Wenn sie es denn wollte. Stolz auf seine Erfindung der ersten deutschen großen Kulturnacht, belässt das städtische Kulturreferat es bislang bei der Inszenierung verträglicher Kunst im öffentlichen Raum. Museen als Spaßlabore, Kunstinstallationen als Massenbeglückung – das ist das Ziel. Käme auch noch blaues Shopping hinzu, müssten sich die Veranstalter dem Vorwurf der Beliebigkeit und Anbiederung aussetzen. Schon öfter haben Händler die Stadt um Öffnung bei der Blauen Nacht ersucht. Am Kulturprogramm, beklagt das Projektbüro, hätte sich da im Gegenzug aber keiner von ihnen je ernsthaft beteiligen wollen.
Wir wollen deshalb von unseren Lesern wissen: Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist Fürth auf ewig „unaufsteigbar“? Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.