Braucht Nürnberg ein Bratwurstmuseum?

Nürnberg ohne seine Bratwurst, das wäre wie Paris ohne Eiffelturm, wie Fix ohne Foxi. Warum die Stadt ihr berühmtes essbares Wahrzeichen nicht schon längst in einem eigenen Museum oder zumindest einer Dauerausstellung würdigt, leuchtet vielen Einheimischen und Gästen überhaupt nicht ein. Die mindestens 700 Jahre lange Historie böte genug Stoff, damit so ein Projekt auch ohne zu viel Firmenwerbung gelingen kann.

Und so hat Nürnbergs oberster Bratwurstfreund Hartmut Frommer, der den Schutzverband für das Würstlein leitet, jetzt nach langer Pause wieder öffentlich den Wunsch nach einem solchen Museum geäußert.

Aber was ist mit all jenen, die schon beim Gedanken daran Magenschmerzen kriegen, weil Nürnberg dann an Biederkeit endgültig nicht mehr zu übertreffen sei? Lasst den Thüringern ihr Wurstmuseum, sagen sie – in Nürnberg brauchen wir Kunst, die man nicht essen kann. Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Braucht Nürnberg ein Bratwurstmuseum?“

Haben Sie Ihren Speiseplan umgestellt?

urn:newsml:dpa.com:20090101:110119-99-04927Misstrauisch beäugen Verbraucher dieser Tage die Eierhändler auf dem Markt. Wer weiß, womit die ihre Hühner gefüttert haben? Halbes Grillhähnchen zum Mittagessen? Nein danke. Und beim Metzger verlangen viele zur Zeit Rind und Lamm, beziehungsweise kramen daheim ihre Gemüsekochbücher hervor.

Die Geschichte wiederholt sich: nach Fischwürmern und BSE nun also Dioxin-verseuchte Lebensmittel. Erneut sind die Menschen verunsichert und hören in Talkshows gebannt den Veganern und Frutariern zu, die von ihrem tierproduktfreien Leben schwärmen. Doch wissen die Fleischverächter auch nur ansatzweise, womit ihre Hülsenfrüchte, Karotten und Äpfel gespritzt wurden? Und ist Bio wirklich die ultimative Lösung?

So viel Natürliches, wie angeblich in den Lebensmittelregalen steht, kann es doch gar nicht geben! Und doch, auch in Nürnberg brummen die Öko-Supermärkte. Aktivisten fordern nun auch für die Noris einen Veggie-Tag in der Gastronomie, weil sich das auch in San Franzisko und Schweinfurt schon bewährt habe.

Und auch die Stadt will sich für den Ausbau von Bio-Kost in Kindergärten und Kliniken einsetzen. Klar ruft die Krise die gesamte Politik auf den Plan, die – wie immer in solchen Situationen – mehr Kontrollen, mehr Transparenz, die Abschaffung des Föderalismus und kritische Verbraucher fordert. Nun gibt es aber auch Menschen, die das alles nicht beeindruckt und die es satt haben, sich von kurzlebigen Dioxin-Diskussionen den Appetit verderben zu lassen.

Sie essen weiter Schnitzel, Chicken-Nuggetts und genießen ihr Frühstücksei. Dabei berufen sie sich darauf, dass Deutschland eines der modernsten Lebensmittelgesetze weltweit hat und ja schließlich noch niemand an einem Dioxin-Ei gestorben ist. Andere argumentieren, dass der Verbraucher ohnehin machtlos gegenüber der Nahrungsindustrie ist und verzehren aus dem Grund alles munter weiter. Was Meinen Sie dazu?

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Haben Sie Ihren Speiseplan umgestellt?“

Soll Alkohol in Bussen und Bahnen verboten werden?

42372915Seit Monaten wird immer wieder über ein Ess- und Trinkverbot in Bussen und Bahnen diskutiert. Die VAG hat dazu im Sommer eine repräsentative Umfrage unter ihren Fahrgästen durchgeführt und feststellen müssen, dass Essen und Trinken bei der Mängelliste nicht an erster Stelle stehen. Wohl aber der Alkohol. 77 Prozent der befragten Fahrgäste sehen es negativ, wenn in Bussen und Bahnen Alkohol getrunken wird. Die VAG plant deshalb ein Alkoholverbot zum 1. Januar einzuzuführen. Sie verweist dabei auf gute Erfahrungen mit einem Verbot in Bamberg und München. Geplant sind Schwerpunktkontrollen mit der Polizei vor allem im Vorfeld von Fußballspielen. Auch erhofft sich die VAG mit dem Verbot, eine Handhabe gegen das „Vorglühen“ von Jugendlichen zu haben. Dem Alkohol-Verbot muss allerdings noch der Aufsichtsrat der VAG zustimmen.

Kritiker des Verbots wie SPD-Stadtrat Jürgen Fischer wenden ein, dass Verbote auch kontrolliert werden müssen und es schwierig sei, nachzuprüfen, was in den Flaschen sei, die mitgeführt werden. Auch helfe ein Verbot nicht, sich gegen Pöbeleien und schlechten Witzen von Betrunkenen in Bussen und Bahnen zu schützen. „Eine Fahrt in der U-Bahn ist doch schnell vorüber“, sagte Fischer im Verkehrsplanungsausschuss.
Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Soll Alkohol in Bussen und Bahnen verboten werden? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll der Wöhrder See erhalten werden? Mit Ja antworteten 87,6 Prozent, mit Nein 12,4 Prozent. fis

Weniger Fleisch essen für den Klimaschutz?

Stromfressende Glühlampen kommen in den Müll, das Haus wird gedämmt, statt jeden Meter mit dem Auto zurückzulegen, kommt das Fahrrad zum Einsatz – es gibt viele Möglichkeiten, das Klima zu schützen. Andreas Troge bringt eine neue ins Spiel: weniger Fleisch essen. Der Chef des Umweltbundesamtes empfiehlt „die Rückkehr zum Sonntagsbraten und eine Orientierung an mediterranen Ernährungsgewohnheiten“.
Denn nach den Berechnungen seines Hauses verbraucht die Fleischproduktion besonders viel Energie: in Rindermägen entsteht bei der Verdauung klimaschädliches Methan, die Tiere brauchen viel Grünzeug. Doch bei der Düngung von Böden wird schädliches Lachgas freigesetzt, dazu kommt das Kohlendioxid der landwirtschaftlichen Maschinen.
Doch anders als in der italienischen oder der asiatischen Küche setzt man in Franken auf Deftiges. Die hiesigen Braten und Fleischspezialitäten sind weltberühmt – man denke nur an die Nürnberger „Broadwerschtla“, die sogar von der Europäischen Union geschützt sind. Für viele Menschen gehören Wurstbrötchen oder Leberkäs-Semmel einfach zum täglichen Speiseplan dazu, an den Wochenenden fahren ganze Heerscharen aufs Land, um in den Gaststätten Schäuferle und Sauerbraten zu genießen. Vegetarische Speisen setzen sich hierzulande kaum durch, noch immer gelten sie als die schlechtere Wahl.
Dabei mahnen auch Ärzte immer wieder, dass weniger Fleisch auf den Teller kommen sollte. Berichte von Massentierhaltungen verderben Konsumenten immer wieder den Appetit. Und nun sollen Wurst und Braten auch noch klimaschädigend sein.
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Soll auf das Fleisch essen zugunsten des Klimaschutzes verzichtet werden? Abstimmen können Sie hier.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Halten Sie die Schrottprämie für sinnvoll? Mit Ja antworteten 8,1 Prozent, mit Nein 91,9 Prozent.