Zu viel Gebabbel über Fußball?

„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, meinte einst Otto Rehhagel. Wer sich derzeit die Berichterstattung zur Europameisterschaft ansieht, könnte indes glauben, dass die Spiele nur das Vorprogramm für die Experten- und Comedyrunden abgeben. Stundenlang debattiert Johannes B. Kerner im ZDF mit seinen beiden Fachmännern, und danach präsentiert Ingolf Lücks Gaudirunde in „Nachgetreten“ viele abgestandene Gags, in denen zudem oft üble nationale Klischees – zum Beispiel gegen die osteuropäischen Teams – reproduziert werden.

Andererseits haben die Dialoge zwischen Günter Netzer und Gerhard Delling, die im Ersten die Spiele flankieren, eine treue Fangemeinde. Zudem bietet das Rahmenprogramm im TV oft auch wichtige Einordnungen. Gerade jetzt, wo die Gruppenphase zu Ende geht, benötigt der nicht so kundige Zuschauer ja auch Informationen darüber, wie sich die Mannschaften für das Viertelfinale qualifizieren. Zudem bereiten die Experten und Kabarettisten vieles auf, was der Kommentator während der Spiele schon aus Zeitgründen offen lassen muss.

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Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Wird Deutschland Europameister? Mit Ja antworteten 32,7 Prozent, mit Nein 67,3 Prozent.