Gefallen ihnen die Namen der Eisbären?

In einer unaufgeregten Mitteilung ließ der Tiergarten die Welt wissen: Die beiden kleinen Eisbären, die am 2.Dezember geboren wurden, werden auf die Namen Gregor und Aleut getauft. Die Tierpfleger hatten Namensvorschläge einreichen dürfen – letztlich entschied das Los.

Um die Namensgebung von Nürnbergs berühmtestem Eisbären Flocke (geboren im Dezember 2007) hatte es noch ein riesiges Medienbrimborium gegeben. Eine Jury wählte damals Flocke aus.

Eine solche Aufmerksamkeit wollte Tiergartendirektor Dag Encke dieses Mal vermeiden. Der Grund: „Ich finde, Namen von Tieren sollten keine Nachrichten sein“, sagte er der NZ. Leider, sagt er, habe man aber nun das Gegenteil erreicht, wie die Zahl der erschienenen Artikel – und mancherlei Diskussion über die Namenswahl – zeigen.

Viele Menschen wissen vermutlich gar nicht, worauf sich Aleut bezieht und wie man den Namen ausspricht. Gesprochen wird der Name „A-Le-Ut“ und er erinnert an das Volk der Aleuten, die auf den gleichnamigen Inseln leben, die dem Nordwesten Amerikas vorgelagert sind. Warum er Gregor vorgeschlagen hat, weiß nur der Pfleger, der den Namen eingereicht hat.

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Gefallen Ihnen die Namen der Eisbären?“ Abstimmen können Sie auf der NZ-Homepage.

In der vergangenen Woche wollten wir wissen: „Ist das E10-Benzin reine Geldschneiderei?“ Mit Ja antworteten 95,0 Prozent, mit Nein 5,0 Prozent.

Was ein Plakat alles sein kann

Jetzt ist es soweit: Die Burka regt nicht nur zum Diskutieren, sondern auch zum Singen an. Gestern trat der Gewerkschaftschor Auftakt in der Straße der Menschenrechte auf, um in der Diskussion, die in der Stadt um ein Plakat entbrannt ist, das eine Frau mit Burka zeigt, seine Stimme zu erheben.
Zur Vorgeschichte: Die Stadtreklame hat ihr buntes Weltbild in Comicform auf ein Plakat gebannt und an zentralen Plätzen wie dem Hauptbahnhof aufgehängt. Eine der gezeichneten Figuren, eben die Frau mit Burka, erregte viele Gemüter – darunter besonders viele christsoziale. Ein Symbol der Unterdrückung sei das Gewand, es dürfe nicht dadurch legitimiert werden, indem man es aushängt. Andere beschwerten sich zudem, dass der ebenfalls auf dem Plakat befindliche Slogan „Welcome to Nuremberg“ englisch und nicht deutsch sei.
Die Burka muss jedoch weiter auf dem Plakat bleiben, findet der Gewerkschaftschor – schließlich heiße man alle Menschen willkommen. „Auch wenn die Frauen in ihrem Herkunftsland unterdrückt werden, darf man sie hier nicht ausgrenzen“, sagte Günter Göttinger, einer der Sänger.
Nun scheint das Plakat an sich unendlich viele Deutungsmöglichkeiten zu eröffnen. Denn wieder andere sagen: Die Figuren auf dem Plakat sind nicht die Gäste, die kommen. Vielmehr symbolisieren sie die Bevölkerung Nürnbergs. Das stärkste Indiz: Flocke. Der kleine Eisbär winkt frech vom unteren Bildrand.
Doch, Spaß beiseite: „Die CSU versucht, damit Politik zu machen. Sie buhlt um Aufmerksamkeit und sucht ein Thema, das sie besetzen kann“, sagt Göttinger. „Wir wollen das Problem nicht vertiefen“, sagte der ehemalige Stadtrechtsdirektor Hartmut Frommer. Er hatte die musikalische Kundgebung maßgeblich mit angeschoben. Er und die Seinen sängen für die Burka, weil nunmal alle Menschen in Nürnberg willkommen seien.
Aber Moment mal? – Wenn die Menschen auf dem Plakat laut Frommer aber die Gäste sind, wer in aller Welt ist der Eisbär? Die NZ deckt es auf. Wer ganz genau hinsieht, für den steht zweifellos fest: Das ist Rasputin, der Spielgefährte von Flocke, kurz vor seiner Ausreise aus Moskau.

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Wollen Sie Flocke live erleben?

Eisbrin_.JPGViele Flocke-Fans können es seit Monaten kaum noch erwarten, das Bärchen endlich einmal selbst zu erleben. Das Tier immer nur im Fernsehen – und dort meist noch in ziemlich veralteten Aufnahmen! – oder im Internet zu beobachten, ist einfach nicht dasselbe wie die echte Begegnung mit dieser charmanten Botschafterin Nürnbergs.
Am Mittwoch ist es nun so weit: Das Publikum darf dem Medienliebling erstmals einen Besuch abstatten. Die kleine Flocke wird im größeren der beiden Abteile der Eisbärenanlage im Tiergarten präsentiert. Zu Beginn nicht den ganzen Tag über, sondern nur ein paar Stunden lang am Vor- und Nachmittag – und auch nicht allein, sondern unter Aufsicht eines Pflegers. Die Zooleitung will die Gefahr ausschließen, dass ihrem Goldkind etwas passiert.

Es wird spannend: Kommen wirklich die prophezeiten riesigen Besucherströme, um das Eisbär-Baby möglichst bald zu sehen? Sind die Menschen dann bereit, sich mit Hunderten anderen auf einer eigens aufgebauten Tribüne zu drängen, um einen Blick auf das Objekt der Begierde werfen zu können? Versuchen die Nürnberger, lieber während der Woche zum Schmausenbuck hinaus zu fahren, um dem schlimmsten Rummel zu entgehen? Oder schrecken viele ganz zurück und warten erst mal ab, wie sich die Chose anlässt?
Möglicherweise nutzen auch Tierschutzaktivisten die weltweite (Medien-)Aufmerksamkeit, um gegen die Haltung der weißen Riesen in Zoos zu protestieren. Seit Monaten lassen sie immer wieder verlauten, dass Polarpetze als Zoobewohner denkbar ungeeignet seien. Dabei sind sie in ihrer Argumentation häufig unfair und scheren die Bedingungen in völlig unterschiedlichen Zoos über einen Kamm. Nürnberg ist in der glücklichen Lage, eine der weitläufigsten und naturnähesten Eisbären-Anlagen in ganz Europa zu besitzen. Aber klar: Die Arktis lässt sich am Schmausenbuck nicht nachbauen.

In unserer Wochenfrage möchten wir diesmal von Ihnen wissen: Wollen Sie Flocke live erleben? Abstimmen können Sie wie immer ab Montag auf der NZ-Homepage. Ihre Meinung zu Flocke können Sie auch im Tiergarten-Blog der NZ kundtun.

Gefällt Ihnen "Flocke"?

OBN Maly gibt Eisbär-Namen bekanntDas Eisbär-Mädchen muss sich nicht umstellen. Seine Pfleger haben es ohnehin immer schon „Flocke“ genannt, so dass die Kleine sich um das Theater, das um die Namensfindung gemacht wurde, nicht weiter scheren muss.

Die großen Menschen können das kleine Bärlein wiederum endlich entsprechend vermarkten. Da gab es bei „Flocke“ zwar ein paar Hürden, die von der Jury aber offenbar als überwindbar angesehen wurden. So ist beispielsweise die Internetadresse flocke.de längst an einen Leipziger Schokoladenhersteller vergeben.  Ähnliche Schwierigkeiten hätten sich aber auch bei den anderen Namen ergeben.

Mit „Flocke“ wurde zudem jener Name gewählt, der auch bei der Bevölkerung am besten ankommt. In der NZ-Umfrage lag „Flocke“ weit vor „Bärbel“ und „Smilla“. Der im Wahlkampf stehende Oberbürgermeister Ulrich Maly, der zu Beginn  der Handaufzucht noch angekündigt hatte, die Nürnberger an der Namenswahl zu beteiligen, muss sich also nicht den Vorwurf gefallen lassen, selbstherrlich über die Bevölkerungsinteressen hinweg gegangen zu sein.

Doch es gab auch Kritik am Namen „Flocke“. Schließlich wachse der Name nicht mit, so dass das Bärchen in ein paar Monaten eigentlich in „Schneeball“ und später in „Lawine“ oder „der weiße Tod“ umgetauft werden müsste. Auch von der Gefahr, dass wie schon zuvor bei Knut, jetzt zahlreiche Eltern ihrem Nachwuchs den Tiernamen „Flocke“ verpassen, wurde gewarnt.

Wir wollen von Ihnen wissen, ob Sie mit dem Namen einverstanden sind. Natürlich wird die Namensgebung auch Thema unserer Leserfrage sein, die ab Montag auf der NZ-Webseite zu finden ist.

Die NZ und der Eisbär

EisbärchenNun gibt also auch „Senf dazu“ seinen Senf zum Eisbären dazu. Allerdings nur mit einem Hinweis zum Zurechtfinden. Den Tiergarten und somit auch den kleinen Bären behandelt weiterhin das NZ-Blog „Achtung, Wolf!“. Dort sind auch die zahlreichen Namensvorschläge nachzulesen. Aus diesen (aber auch den schriftlich oder per Mail eingegangenen) Vorschlägen hat die NZ-Lokalredaktion die 15  am häufigsten genannten herausgepickt und seit Montag zur Wahl gestellt. Bis Freitag können Sie noch abstimmen, dann will die Stadt Nürnberg den Namen bekannt geben.

Zudem gibt es eine eigene Eisbär-Seite, auf der die wichtigsten NZ-Beiträge zum Eisbär-Baby zusammengefasst sind. Dort ist natürlich auch das Video zu sehen, das die Kleine erstmals mit geöffneten Augen zeigt. Auch das NZ-Blog Vip-Raum hat einen Beitrag zum Thema Eisbär.

Sollten Sie im NZ-Angebot etwas vermissen oder sollte Ihnen die Eisbären-Mania langsam zu viel werden, dann können Sie uns hier gerne einen entsprechenden Kommentar hinterlassen.