Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

Am Freitag freute sich die Consorsbank in einer Pressemitteilung darüber, dass die Zehn-Prozent-Marke geknackt sei. Von den 800.000 Euro, die die Fans für die Umbenennung der Club-Spielstätte in Max-Morlock-Stadion springen lassen müssen, sind demnach bereits 80.000 Euro zusammengekommen. Jetzt am Sonntagnachmittag lag die Summe schon bei fast 95.000 Euro.

„Noch ist es ein langer Weg zur Zielerreichung“, schreiben die Verantwortlichen der Crowdfunding-Kampagne „Maxgemeinsam“ (Foto: Sportfoto Zink) jedoch selbst in ihrer Mitteilung. Rund 700.000 Euro fehlen noch, damit der Traum der Fans des 1.FC Nürnberg Wirklichkeit werden kann und das Stadion nach Club-Rekordspieler Morlock, dem Weltmeister von 1954, benannt werden kann. Skeptiker meinen, dass die Bank die Trauben zu hoch gehängt hat und die Initiative scheitert. Andere vertrauen darauf, dass die Fans fleißig genug spenden werden und es am Ende klappen wird. Manche sind auch der Meinung, dass das Geldinstitut einen „Joker“ in der Hinterhand hat und am Ende in irgendeiner Form dafür sorgen wird, dass die Marke 800.000 erreicht wird.

Marco Puschner

Max-Morlock-Stadion: Kommt das Geld zusammen?

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Club-Stadion EasyCredit verliert Namenssponsor

Ungeliebter Name easyCredit - aber er brachte viel Geld. Die Begegnung Öffentlichkeit gegen Teambank geht in die Verlängerung – für ein Jahr. Das Unternehmen wird dem Nürnberger Stadion den ungeliebten Namen seines Vorzeigeprodukts easyCredit noch bis zum 30. Juni 2012 verkaufen. Doch dann spielt der Konzern nicht mehr mit. Es sei denn, die Bevölkerung freundet sich endlich mit dem easyCredit-Stadion an.

Die Entscheidung stößt auf unterschiedliche Resonanz: Erleichtert ist die Stadt und ist der Club, dass die Teambank die Betreibergesellschaft nicht schon zur Jahresmitte 2011 – dann läuft der Vertrag aus – hängen lässt. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Alfred Diesner, ist aber vor allem eins: traurig. „Ich finde es schade, dass das Engagement der Bank für den Club von der Öffentlichkeit nicht gewürdigt wurde.“
Die Teambank investiert pro Jahr einen höheren sechsstelligen Betrag, damit das Stadion nach ihrem Produkt benannt wird. Sollte der wegfallen oder sollte sich nur ein Sponsor finden, der weniger bezahlt, befürchtet auch der Club Konsequenzen: Ralf Woy, Finanzvorstand des 1. FCN, geht davon aus, dass die Stadt den Verlust durch eine Erhöhung der Miete kompensieren wird. „Wir können aber nicht mehr bezahlen. Wir sind schon an der Schmerzgrenze und werden sicher keine Spieler verkaufen, um die Miete begleichen zu können.“ Bis 30. Juni 2013 entrichtet der Club noch pro Saison drei Millionen Euro Miete. Danach wird neu verhandelt.
2006 waren 52 Millionen Euro in den wegen der Fußball-Weltmeisterschaft nötigen Stadionumbau geflossen, von denen Stadt und Freistaat je die Hälfte schulterten.
Um diese kreditfinanzierte Summe zurückzahlen und die Zinsen stemmen zu können, braucht die Stadt die Pacht, die die 2005 gegründete Betreibergesellschaft überweist. Die Betreibergesellschaft wiederum – in ihr sitzen als Gesellschafter die Firma Hochtief (74,9 Prozent) und die Stadt (25,1) – ist auf die Einkünfte aus der Vergabe der Namensrechte angewiesen. Nur mit diesen Geldern kann sie eine Pacht aufbringen, die so hoch ist, dass die Stadt Tilgung und Zinsen finanzieren kann.
Der Streit um den Namen schwelt schon lange. Angeheizt wurde er vor allem vom Verein Deutsche Sprache (VDS) und der Senioren-Initiative. Doch auch sie waren nun an den Gesprächen hinter den Kulissen beteiligt. Dementsprechend ist nun auch die Reaktion des VDS: „Es ist beruhigend, wenn Volkes Stimme doch noch gehört wird“, sagt Annette Scheil, stellvertretende Regionalvorsitzende des VDS. Ja, sie freue sich über das Einlenken des Sponsors, aber ohne jede Schadenfreude, betont sie. Ihnen als Sprachfreunden sei es stets nur um das „hässliche, dämliche, schwachsinnige“ halb-englische Wort „easyCredit“ gegangen, erklärt Scheil.
Oberbürgermeister Ulrich Maly hat dafür begrenztes Verständnis: Ein Sponsor aber werde kaum aus purer Selbstlosigkeit und Club-Liebe seinen Namen hergeben – er will vom Geschäft profitieren. Und Sponsoren sind in Zeiten wie diesen schwer zu finden, pflichtet Sportbürgermeister Horst Förther bei.
kawa/isa/M.P./jabs/cur

Zur Geschichte des Stadions gibt es hier Bilder und Infos:

http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/als-das-nurnberger-stadion-einmal-victory-stadium-hiess-1.236391?article=1.371103&gallery=1.236391