Frauenquote für Straßennamen?

Sie verdienen immer noch weniger als Männer, bekommen seltener Führungspositionen und sind, so gut ausgebildet sie auch sein mögen, mehrheitlich für Kinder und Küche zuständig: Die Frauen in Deutschland sind weit gekommen, aber noch nicht weit genug. Deshalb weisen sie am 8. März, dem Weltfrauentag, auch immer wieder darauf hin, dass bis zu einer echten Gleichberechtigung der Geschlechter noch ein gutes Stück Weg zurückzulegen ist.
Ob Frauenquoten im Berufsleben oder an anderer Stelle sinnvoll sind oder nicht, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Auch die Frauen selbst sind nicht immer dafür – sie wollen keine Quotenfrauen sein. Kürzlich wurde von Aktivistinnen – auch in Nürnberg – jedoch eine neue Quote gefordert: für Straßennamen. Sie finden, dass auch hier die Männer zu sehr im Vordergrund stehen – ob Feldherr oder Politiker. Bei einer Aktion haben die Frauen aus der Franz-Josef-Strauß-Brücke eine Helene-Grünberg-Brücke gemacht, um an die Gewerkschafterin zu erinnern und die Stadt Nürnberg zu ermahnen, mehr Straßen nach Frauen zu benennen. Aber: Bringt das tatsächlich die Gleichberechtigung der Geschlechter voran oder wird hier einfach nur zu viel Wind gemacht?

Gabi Eisenack

Frauenquote für Straßennamen?

Interessiert Sie die Frauenfußball-WM?

Durch besondere Fortschrittlichkeit ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in seiner Geschichte nur selten aufgefallen. Und so ist auch der Beschluss auf dem Verbandstag von 1955 kein Ruhmesblatt, als Deutschlands oberste Fußball-Funktionäre befanden, dass die „Kampfsportart“ Fußball „der Natur des Weibes“ fremd und auch nicht „schicklich“ sei – Frauenfußball wurde kurzerhand verboten.

Die Frauen scherten sich glücklicherweise nicht um dieses Verbot, das noch bis 1970 galt, sondern spielten einfach trotzdem – und inzwischen haben sich die Zeiten ohnehin geändert, denn der heutige DFB-Präsident Theo Zwanziger gilt als großer Fan des Frauenfußballs. Der DFB kann auch froh sein, dass er die Mädels hat – die sind nämlich in jüngerer Vergangenheit um einiges erfolgreicher als die Herren. Die deutschen Nationalspielerinnen holten 2003 und 2007 die Weltmeisterschaft und seit 1989 sieben Europameisterschaften.

Dennoch: Im Fernsehen wird über die Bundesliga der Frauen nicht annähernd so ausführlich berichtet wie über die der Männer, und auch die Stadien sind im Männmerfußball wesentlich voller. Die durchschnittliche Zuschauerzahl liegt im Frauenfußball bei 1000, bei den Männern bei über 40.000 pro Bundesligaspiel.

Ob die Weltmeisterschaft das ändern kann? Dadurch, dass sie in Deutschland stattfindet, wird Frauenfußball noch mehr in den Fokus rücken. Dennoch fand sich kein Unternehmen, das etwa auf der Wöhrder Wiese wie bei den Männerturnieren ein Public Viewing organisiert hätte. Die Veranstalter glauben offenkundig nicht, dass Birgit Prinz und Co. heuer für eine ähnliche schwarz-rot-goldene Fußball-Euphorie sorgen können wie Philipp Lahm und seine Mitstreiter bei den WM- und EM-Spielen 2006, 2008 und 2010.

Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Interessiert Sie die Frauen-WM?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf unserer NZ-Homepage ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Soll das Sozialticket eingeführt werden?“ Mit Ja antworteten 43 Prozent, mit Nein 57 Prozent.

Frauenpokalfinale in Nürnberg?

Das DFB-Pokalfinale der Frauen, das bisher am Nachmittag vor dem Männerendspiel in Berlin ausgetragen wurde, soll künftig nicht mehr in Berlin stattfinden, sondern einen eigenen Termin und einen anderen festen Ort erhalten.
Die CSU fordert nun, dass Nürnberg sich um die Ausrichtung bewirbt. Unabhängig davon hat sich auch die Stadtverwaltung schon mit dem Thema beschäftigt. Durch die Stadiongröße mit rund 45.000 Plätzen sowie den Erfahrungen der Stadt mit der Weltmeisterschaft 2006 und etlichen Länderspielen hätte Nürnberg bei einer Bewerbung wohl keine schlechten Chancen.
Damit käme auf Dauer ein weiteres Großereignis in die Stadt, Nürnberg wäre gleichsam das Pendant zu Berlin. Das finanzielle Risiko wäre gering, da der Deutsche Fußball-Bund das Spiel ausrichtet und sich die Stadt nur um ein geeignetes Rahmenprogramm und die Werbung für das Finale kümmern müsste. Und Frauenfußball könnte nach der Weltmeisterschaft 2011, die in Deutschland stattfindet, einen Boom erleben, von dem dann auch Nürnberg profitieren würde.
Das aber ist freilich nicht sicher. Bisher steht Frauenfußball trotz aller Erfolge der Nationalmannschaft der Frauen, die 2003 und 2007 Weltmeister wurde, noch sehr im Schatten der Männer. Es stellt sich also die Frage, ob sich der Aufwand einer Bewerbung lohnt.
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Frauenpokalfinale in Nürnberg? Geben Sie Ihr Votum bitte hier (den Votingcontainer finden Sie rechts unten auf der Homepage) ab.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist der Kapitalismus am Ende? Mit Ja antworteten 39,8 Prozent, mit Nein 60,2 Prozent.

Überkommene Rollenbilder?

Heimchen am HerdLange hat sich Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gegen das sogenannte Betreuungsgeld gesträubt. Jetzt aber hat die CDU-Politikerin dem Drängen der Schwesterpartei nachgegeben: Ab dem 1. August 2013 soll für diejenigen Eltern, die ihre Kinder von ein bis drei Jahren nicht in Einrichtungen betreuen lassen, eine monatliche Zahlung eingeführt werden. 150 Euro werden die Eltern dann voraussichtlich pro Kind und Monat bekommen. Damit werde eine Gerechtigkeitslücke geschlossen, sagen die Befürworter. Frauen, die ihren Nachwuchs daheim erziehen, dürften nicht leer ausgehen. Zudem soll Müttern (und Vätern), die aus finanziellen Gründen sofort in den Job zurückmüssen, die Entscheidung für eine längere Pause erleichtert werden. Dies sei sowohl für das Wohl des Kindes als auch für Staat und Gesellschaft von Vorteil.
Kritiker jedoch sprechen von einer „Herdprämie“ und warnen vor einem Rückschritt in überkommene Rollenbilder. Oder sind „Karrierefrauen“, die nach der Geburt möglichst schnell wieder in ihr Büro kommen wollen, auch schon ein überkommenes Rollenbild?

Ist Nürnberg frauenfeindlich?

Frauenfußball

Nach der Fußball-WM der Männer im vergangenen Jahr findet nun auch die der Frauen in Deutschland statt. Während Nürnberg bei den Männern als Spielort dabei war und deswegen einen Mords-Zinnober veranstaltet hat, hat man sich für die Frauen-WM nicht einmal beworben. Dabei wären die Einrichtungen ja schon vorhanden gewesen. Größere Kosten, gar immense Millionenbeträge wie bei den Männern, wären also nicht angefallen. Warum sich das Nürnberg Rathaus bei den Frauen so vornehm zurückgehalten, ist daher nur schwer erklärbar. Den Männern dort wird das wohl zu abartig und der Frauenbeauftragten zu primitiv gewesen sein, könnte man annehmen. Doch die Fußballverantwortlichen (Männer!) beteuern, dass nicht sie, sondern der Deutsche Fußballbund (Männer!) schuld sei. Der glaubt nämlich, dass Frauenfußball nur kleine Stadien, wie die in Sinsheim, Magdeburg oder Augsburg, füllt. Nürnberg sei für Frauen einfach eine Nummer zu groß.