Frauenquote für Straßennamen?

Sie verdienen immer noch weniger als Männer, bekommen seltener Führungspositionen und sind, so gut ausgebildet sie auch sein mögen, mehrheitlich für Kinder und Küche zuständig: Die Frauen in Deutschland sind weit gekommen, aber noch nicht weit genug. Deshalb weisen sie am 8. März, dem Weltfrauentag, auch immer wieder darauf hin, dass bis zu einer echten Gleichberechtigung der Geschlechter noch ein gutes Stück Weg zurückzulegen ist.
Ob Frauenquoten im Berufsleben oder an anderer Stelle sinnvoll sind oder nicht, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Auch die Frauen selbst sind nicht immer dafür – sie wollen keine Quotenfrauen sein. Kürzlich wurde von Aktivistinnen – auch in Nürnberg – jedoch eine neue Quote gefordert: für Straßennamen. Sie finden, dass auch hier die Männer zu sehr im Vordergrund stehen – ob Feldherr oder Politiker. Bei einer Aktion haben die Frauen aus der Franz-Josef-Strauß-Brücke eine Helene-Grünberg-Brücke gemacht, um an die Gewerkschafterin zu erinnern und die Stadt Nürnberg zu ermahnen, mehr Straßen nach Frauen zu benennen. Aber: Bringt das tatsächlich die Gleichberechtigung der Geschlechter voran oder wird hier einfach nur zu viel Wind gemacht?

Gabi Eisenack

Frauenquote für Straßennamen?

Brauchen wir einen Frauentag?

Vergewaltigung als Kriegswaffe, Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsehen. Doch Gewalt gegen Frauen findet nicht nur woanders statt: Terre des Femmes schätzt, dass jede vierte Frau in Deutschland unter ihrem Partner körperlich oder sexuell leidet. 
Darum stellten die Vereinten Nationen den Weltfrauentag 2009 unter das Motto „Women and men united to end violence against women and girls — Männer und Frauen vereint, um die Gewalt gegen Frauen und Kinder zu beenden“. Aber auch auf anderen Gebieten stößt die Gleichberechtigung auf ihre Grenzen. So verdienen Frauen  hierzulande in manchen Berufen noch immer weniger für die gleiche Arbeit wie Männer. 
Und trotzdem ist viel geschehen, seitdem die deutsche Sozialistin Clara Zetkin  auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vorschlug.  Deshalb stellt sich die Frage, ob ein Internationaler Frauentag nicht kontraproduktiv ist. Auch viele Mütter lehnen den Muttertag ab, weil sie wollen, dass ihre Leistung  jeden Tag geachtet und respektiert wird. So plädierte die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding  2008 für die Abschaffung des Internationalen Frauentags mit der Begründung: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben.“
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Brauchen wir noch einen Weltfrauentag? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Streik in der Krise, macht das Sinn? Mit Ja antworteten 36,1 Prozent, mit Nein 63,9 Prozent.                              kawa