Stadtbibliothek – wird sie jetzt zu teuer?

Die Nürnberger Stadtbibliothek ist seit der Eröffnung ihrer neuen Zentrale 2012 mit ihren Angeboten in vielfacher Hinsicht am Puls der Zeit. Eine hübsche Innovation muss sie jetzt leider zurückziehen. Nach fünf Jahren kassiert der Stadtrat die kostenlose Erstausleihe wieder. Ab 2018 bezahlen volljährige Nutzer jährlich 15 Euro, mit Ermäßigung 7,50 Euro. Diese kulturpolitische Kehrtwende ist der Haushaltssanierung geschuldet.

Die Gebühr ist nicht sonderlich hoch. Kinder und Jugendliche können weiterhin gratis ausleihen. Doch auch bei den übrigen Dienstleistungen – Kopieren, Verlängern, verspätete Rücknahme – zog die Bibliothek zuletzt die Preisschraube an und gibt nicht mehr nach. Wer nur selten kommt, wird da eher fernbleiben oder sich nach dem Kosten-Nutzen- Vergleich ein Medium gleich selbst kaufen. Bildungsfernere Leute, die im Fokus der kommunalen Leseförderung und Kulturvermittlung stehen, können sich durch Mitgliedsbeiträge wiederum leicht grundsätzlich abgeschreckt fühlen.

Isabel Lauer

Stadtbibliothek - wird sie jetzt zu teuer?

Bleibt es bei der Rückerstattung von Kita-Gebühren?

KitaAm Donnerstag, 18. Juni, geht es im Jugendhilfeausschuss des Nürnberger Stadtrats nicht nur um eine Gebührenerhöhung für städtische Kindertagesstätten. Es geht außerdem darum, ob Eltern bei längeren Streiks auch künftig die Kita-Gebühren anteilig zurückerstattet bekommen. Im Konzept der Stadtverwaltung ist das ab September nicht mehr vorgesehen, mit folgender Begründung: Eine Rückerstattung soll nur noch bei einer betriebsbedingten Schließung der Kita erfolgen – zum Beispiel bei Krankheit aller Mitarbeiter oder aus technischen Gründen -, nicht aber bei höherer Gewalt – dazu zählt ein Streik.

Die SPD-Fraktion macht sich dafür stark, dass es bei längeren Streiks auch künftig als freiwillige Leistung eine anteilige Rückerstattung gibt, um die Eltern  zu entlasten, wenn sie schon andere Betreuungsmöglichkeiten organisieren müssen. Es soll nach Meinung der SPD auch nicht der Eindruck entstehen, dass die Stadt, die an Streiktagen die Erzieher nicht bezahlen muss, von einem Streik finanziell profitiere.

Die Linke Liste fordert ebenfalls, an der Rückerstattung festzuhalten. Es sei eine Unverschämtheit, dass nach dem Willen von Sozialreferent Reiner Prölß und Oberbürgermeister Ulrich Maly (beide SPD!!!) in Zukunft keine Rückerstattung an die Eltern mehr erfolgen soll. Die Linke Liste ist sogar für eine Rückerstattung der Gebühren ab dem ersten Streiktag.

Auch Bündnis 90/Die Grünen haben einen Antrag gestellt, die Rückerstattung der Gebühren als freiwillige Leistung der Stadt wie bisher beizubehalten.

Was meinen Sie? Schreiben Sie Ihre Meinung in einem Kommentar zu diesem „senf dazu“-Blogbeitrag und diskutieren Sie mit!

Ute Wolf

 

18 Euro monatlich für ARD und ZDF

Die Rundfunkgebühren sollen weiter steigen. Die Gebührenkommission hat eine Erhöhung um 95 Cent pro Monat vorgeschlagen und wie es aussieht, wird dieser Vorschlag abgenickt (in der Hoffnung, dass eh die meisten sagen: Ist ja nicht einmal ein Euro, was soll also die Aufregung). Knapp 18 Euro (17,98 Euro genau) werden dann monatlich als Fernsehgebühr abgebucht. Zwangsweise, denn eine Möglichkeit, auf die öffentlich-rechtlichen Sender zu verzichten und nur werbefinanzierte Sender zu schauen, hat man nicht.

In den NZ-Weblogs ist in den letzten Tagen wiederholt Kritik an ARD und ZDF geübt worden. Sei es beim seltsamen Verhalten der ARD in Sachen Tour de France, sei es bei der Unkenntnis der Sender in Bezug auf das Internet oder sei es wegen bezahlter Eigenwerbung jobsuchender Journalisten. Auch an teuren und ehrgeizigen Filmprojekten ließ der NZ-Kritiker kaum ein gutes Haar. Selbst wenn es um Berichte aus unserer Region geht, bleiben die gebührenfinanzierten Sender den Beweis schuldig, dass sie es besser hin bekommen.

Dabei wäre es augenblicklich nicht schwer, kompetenter und seriöser Programm zu machen als die Privaten mit ihren Gewinnspielen oder Dschungelcamps, zumal wenn man wie ARD und ZDF dafür 7,7 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung hat.

Zugegeben, es gibt hin und wieder auch gute Sendungen bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber sind die 18 Euro pro Monat wert?