Weitere Klage gegen das Rauchverbot

Christine Klever vom "Casa del Habano" will gegen das Rauchverbot klagen. Am vergangenen Sonntag musste in bayerischen Kneipen auch die letzte Zigarette ausgedrückt werden – das strikte Rauchverbot trat in Kraft. Einigen Wirten bringt das nicht nur frische Luft, sondern Existenzängste. Nach Christine Klever, Betreiberin der Nürnberger Zigarren-Lounge „Casa del Habana“ (Foto), will nun ein weiterer Wirt vor Gericht ziehen.

Eine Ausnahmeregelung will Lemir Tarek Chehab für seine „Mocca“-Bar erreichen. Der Grund: Das „Mocca“ ist eine Shisha- und Cocktail-Bar. Seinen Hauptumsatz macht der Gastronom mit Wasserpfeifen. Seit Sonntag darf er diese nur noch auf drei Tischen vor dem Lokal aufstellen. Die Gäste blieben schon jetzt aus, sagt der 41-Jährige. Bevor seine Existenz endgültig den Bach runtergeht, will er Klage beim Bayerischen Verfassungsgericht einreichen, damit die Gäste wieder in der Bar rauchen dürfen.

Im Ordnungsamt Nürnberg liefen bereits an den ersten beiden Tagen nach Inkrafttreten des Rauchverbots die Telefone heiß. Wirte suchen Hilfe bei Rechtsfragen und Anwohner beschweren sich über den steigenden Lärmpegel, der durch Raucher entsteht, die nun in vermehrter Zahl wieder vor den Kneipen stehen. „Und die Raucher laden ihren Frust bei uns ab“, sagt der stellvertretende Leiter, Robert Pollack.

Seit dem 1. August darf weder in Restaurants, Eckkneipen, Nebenräumen, Diskotheken, Bars oder Festzelten geraucht werden. Auch die Raucherclubs sind passé. Einzige Ausnahme: Bei privaten Feiern in Gaststätten darf weiter geraucht werden.

Die Kontrollbesuche in gastronomischen Einrichtungen werden aber nur sporadisch erfolgen, eine „Raucherpolizei“ werde es nicht geben, so Pollack. Wer gegen das Verbot verstößt, dem drohen Geldstrafen von 200 bis 1000 Euro. Zuvor werden die Wirte jedoch schriftlich ermahnt. Das wird wohl auch den Wirten so gehen, die in einigen Boulevard-Blättern bekanntgegeben hatten, das Verbot bewusst ignorieren zu wollen.