Gemeinsames Stadion für Club und Kleeblatt?

Wolfgang Zink

Vor rund sieben Jahren wurde das Frankenstadion für die Fußballweltmeisterschaft 2006 überholt. Mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag erhielt das in die Jahre gekommene Achteck eine technische Runderneuerung. Da die Stadt ihren Beitrag nur auf Kredit beisteuern konnte, muss das Frankenstadion nun mindestens noch zehn Jahre Bundesliga-Betrieb durchhalten.

Schon während der WM beklagten die Club-Verantwortlichen, dass das Nürnberger Stadion nur mäßig gut zu vermarkten sei und der Club mit einem reinen Fußballstadion wesentlich besser fahren würde: Neben Mehreinnahmen, die in die Mannschaft gesteckt werden sollten, erhofft man sich durch den Wegfall der Laufbahn rund um das Fußballfeld auch noch eine intensivere Stadionatmosphäre. Die Rennbahn wurde bei der Stadionsanierung nicht aufgegeben, weil sonst die SPD den ganzen Umbau nicht mitgetragen hätte: Die Hoffnung auf mehr bedeutende Leichtathletikveranstaltungen in Nürnberg erfüllte sich aber in den zurückliegenden sechs Jahren nicht.

((ContentAd))Dagegen wurde der Wunsch nach einem neuen Stadion in den vergangenen Wochen noch einmal von der Club-Spitze geäußert. Die Stadt Nürnberg ist natürlich nicht darüber erfreut. Zum einen müssen noch die Kredite abbezahlt werden und zum anderen passt natürlich der derzeitige Standort von der Infrastruktur her perfekt. Außerdem müsste eine Art weißer Riese auftauchen, der die Taschen voller Geld hat. Weder Club noch Stadt kennen einen solchen Gönner.

Parallel dazu hat die Spielvereinigung Greuther Fürth ihre Neubaupläne in aller Stille, wie es der Stil des Vereins ist, bis zur Entscheidungsreife vorangebracht und baut für 35 Millionen Euro ein neues Stadion in der Fürther Südstadt. Dazu haben sie auch noch einen finanzstarken Gönner. Wäre es nicht ein hervorragendes Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit, wenn Club und Kleeblatt auf einem exterritorialen Gebiet an der Stadtgrenze einen richtig attraktiven und modernen Stadionneubau errichten? Mit einem in Grün oder Rot leuchtenden Dach, je nachdem, welcher Verein darin spielt. Das wäre einmal ein Beispiel für gelungene Synergieeffekte: Aufgrund der Einsparungen könnte man sich nicht nur zweckmäßige, sondern auch gute Architektur leisten.

Kritiker werden natürlich einwenden, dass ein Club-Kleeblatt-Park die Identität der Fangemeinden beschädigen würde und auf das Beispiel München verweisen. Nur: Die Probleme der Löwen sind durch die sportliche Talfahrt entstanden und nicht durch das Stadion.

Unsere Leserfrage lautet in dieser Woche: „Gemeinsames Stadion für Club und Kleeblatt?“ Ihr Votum können Sie auf der NZ-Seite abgeben.