Braucht Nürnberg mehr Großstadtflair?

23 Jahre ist es jetzt her, dass das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Nürnberg  zur langweiligsten Großstadt Deutschlands ausgerufen hat. Danach hat sich allerdings einiges getan.
Vor allem das 950-jährige Stadtjubiläum mit neuen Großevents wie dem Klassic Open Air und die Fußballweltmeisterschaft 2006 haben die Stadt lockerer und interessanter gemacht. Es gibt inzwischen eine spannende Kneipenszene und ein vielfältiges Kulturleben. Auf AEG und im ehemaligen Quelle-Versandzentrum hat sich in den vergangenen Jahren eine Künstlerszene mit interessanten Ausstellungen angesiedelt. Die hoffentlich in den nächsten Jahren eine neue Heimat finden wird, nachdem sie wohl nach und nach aus jetzigen Unterkünften ausziehen muss. Sicher, es könnte noch Vieles besser sein, doch den Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung muss Nürnberg nicht mehr scheuen.
CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm hat in einem Interview mit der NZ bemängelt, dass Nürnberg im „80er-Jahre-Charme“ feststeckt und die Stadt dabei sei, wieder einzuschlafen. „Es fehlt an Großstadtflair“, sagte Brehm. Der CSU-Politiker kritisiert dabei die Entwicklung im Nürnberger Westen, weil bei dem Quelle-Gelände zu stark auf Handel gesetzt werde. Er bemängelt auch die fehlende Unterstützung der Stadt bei Trendsportarten und modernen Spielstätten.
Der CSU-Politiker forderte den Umbau der Fürther Straße in Richtung eines Boulevard. Auch eine finanzielle Unterstützung der Mieten für Künstlerateliers von Seiten der Stadt kann sich Brehm vorstellen.

André Fischer

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