Da hat die Namenspolizei viel zu tun


Die Nürnberger Grünen fordern eine Überprüfung historischer Straßennamen. Hier ein Kommentar dazu.

Der Hochmut der Nachgeborenen kennt manchmal keine Grenzen. Ihre Naivität auch. Wenn die Nürnberger Straßennamen geprüft werden, ob Personen, auf die sie verweisen, eine Verbindung zu aggressivem Nationalismus, Militarismus, Rassismus, Antisemitismus und Verstrickungen in den Nationalsozialismus haben, dann dürfte das ein aufwändiges Unterfangen werden.

Wo hört Patriotismus auf, wo fängt Nationalismus an? Wie definiert sich Frauenfeindlichkeit in historischen Zusammenhängen, denn die Frauenemanzipation ist erst 100 Jahre alt? Dürfen Straßennamen, die an Romantiker erinnern, bleiben, weil diese die Frauen geschätzt haben? Was ist aber mit ihren antisemitischen Äußerungen 100 Jahre vor dem Holocaust? Reicht der sprachliche Ausrutscher eines Autors, um einen neuen Straßennamen zu suchen?

Wo sind oder wer zieht die Grenzen, zwischen dem, was noch akzeptiert wird? Ein Menschenleben und seine Leistungen lassen sich meistens nicht in Gut und Böse aufteilen, auch wenn es in der Rückschau so scheint. Straßenschilder gehören zur Geschichte einer Stadt und die ist nicht reinzuwaschen durch die Tilgung von Namen. Es wird eben aus heutiger Sicht an manchmal zweifelhafte Menschen mit einer ambivalenten Geschichte erinnert. Auch daraus kann man lernen. Das sollte so bleiben, wenn es sich nicht um Nationalsozialisten oder ihnen Nahestehende handelt.

Richtig wäre es aber, umstrittene Straßennamen mit einer kleinen Tafel zu versehen, um wen es sich handelt. Das wird teilweise in der Schweiz und in Österreich vorbildlich gehandhabt.
André Fischer

Sind Sie für Tempo 10 in der Bergstraße?

bergstraße_dautGeht es vorwiegend um Anwohner-Interessen oder doch um mehr, als eine bloße Reduzierung des Lärmpegels? Zugegeben, es donnert ganz hübsch, wenn ein Pkw mit Tempo 30 über das Kopfsteinpflaster der Bergstraße zur Burg hinauf Anlauf nimmt. Tempo 10 fordern die Grünen in ihrem Antrag im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms Nördliche Altstadt auch für die Bergstraße.

Für viele Fahrzeug-Lenker könnte dieses Tempo künftig jedoch zum ebenfalls störenden Fahrtest werden – manch Motor „verreckt“ bergauf allzu gerne, ist das Spiel mit den Pedalen nicht sensibel genug. Auswärtige müssten bei Tempo 10 künftig mehr Geduld bei ihrer Fahrt aus der Innenstadt mitbringen oder den inzwischen ausgiebig frequentierten Schleichweg von St. Sebald über die Bergstraße und Obere Schmiedgasse bis zum Rathenauplatz gänzlich aufgeben.

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