Mehr Freiraum für die Lorenzkirche?

„Die Reformation hat ausgeräumt“ – dieser Leitgedanke bestimmte auch die Aktionen beim „Spielraum Reformation“ in der Lorenzkirche: So wie Martin Luther und seine Mit-Reformatoren an vielen Dingen rüttelten, die scheinbar untrennbar mit der Kirche verbunden waren und doch nur den Blick auf das Wesentliche verstellten, so sollten sich zur Lutherdekade auch in St. Lorenz ganz neue Perspektiven eröffnen. Kunstinstallationen und -aktionen wie die Jukebox zur Blauen Nacht füllten den Kirchenraum, dafür verschwanden die so vertrauten Kirchenbänke und wanderten teilweise als bunt bemalte „Hingucker“ in den öffentlichen Raum rund um das Gotteshaus. Vor allem diese Neumöblierung rief auch etliche Kritiker auf den Plan: Sie könnten ihre vertraute Kirche nicht wiedererkennen, bemängelten sie, andere sahen den „Mut zur Leere“ gar als ausgewachsenen Skandal an.
Im Laufe des Aktionszeitraums von April bis Ende Juni zeigte sich aber, dass die meisten Nürnbergerinnen und Nürnberger die Chance gerne wahrnahmen, eine ihrer Hauptkirchen aus einer ganz neuen und vielleicht sogar authentischen Perspektive zu erfahren. Aus diesem Grund will die Kirchengemeinde jetzt auch nicht so einfach nach Ende des Aktionszeitraums zum Bisherigen zurückkehren und einen Teil dieses Wagnisses in die Zukunft mitnehmen.

Clemens Helldörfer

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