Dicke Luft: Würden Sie auf Ihr Auto verzichten?

Wer auf sein Auto angewiesen ist, bekommt es vor allem während der Hauptverkehrszeiten in Nürnberg täglich zu spüren: Die Pkw-Massen wälzen sich durch die Straßen, der Verkehr stockt – von der anschließenden Parkplatzsuche ganz zu schweigen. Autofahren macht in Nürnberg wenig Spaß. Hinzu kommt das Problem der Luftverschmutzung. Stickoxide verursachen schwere gesundheitliche Probleme. Dieses Problem ließe sich zwar durch den Umstieg auf Elektromobilität lösen, die Blechlawine bliebe aber die gleiche – ganz zu schweigen von der umweltschädlichen Herstellung und Entsorgung der Akkus.

Es gibt Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind, etwa weil sie auf dem Land wohnen und keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können. Doch die Mehrzahl der Nürnberger fährt mit dem Auto Strecken unter fünf Kilometern, die in vielen Fällen sicher auch mit Bus, Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden könnten.

Obwohl viele junge Leute heutzutage auf ein Auto gut verzichten können und es zum Teil sogar als Belastung empfinden, gibt es immer noch zahlreiche Menschen, denen ihr Gefährt lieb und teuer ist. Sei es, weil sie darauf angewiesen sind, weil es für sie ein Statussymbol darstellt, weil sie sich damit ungebundener fühlen als mit anderen Verkehrsmitteln oder weil ihnen Autofahren schlichtweg Spaß macht.

Stephanie Siebert

Dicke Luft: Würden Sie auf Ihr Auto verzichten?

Weniger Fleisch essen für den Klimaschutz?

Stromfressende Glühlampen kommen in den Müll, das Haus wird gedämmt, statt jeden Meter mit dem Auto zurückzulegen, kommt das Fahrrad zum Einsatz – es gibt viele Möglichkeiten, das Klima zu schützen. Andreas Troge bringt eine neue ins Spiel: weniger Fleisch essen. Der Chef des Umweltbundesamtes empfiehlt „die Rückkehr zum Sonntagsbraten und eine Orientierung an mediterranen Ernährungsgewohnheiten“.
Denn nach den Berechnungen seines Hauses verbraucht die Fleischproduktion besonders viel Energie: in Rindermägen entsteht bei der Verdauung klimaschädliches Methan, die Tiere brauchen viel Grünzeug. Doch bei der Düngung von Böden wird schädliches Lachgas freigesetzt, dazu kommt das Kohlendioxid der landwirtschaftlichen Maschinen.
Doch anders als in der italienischen oder der asiatischen Küche setzt man in Franken auf Deftiges. Die hiesigen Braten und Fleischspezialitäten sind weltberühmt – man denke nur an die Nürnberger „Broadwerschtla“, die sogar von der Europäischen Union geschützt sind. Für viele Menschen gehören Wurstbrötchen oder Leberkäs-Semmel einfach zum täglichen Speiseplan dazu, an den Wochenenden fahren ganze Heerscharen aufs Land, um in den Gaststätten Schäuferle und Sauerbraten zu genießen. Vegetarische Speisen setzen sich hierzulande kaum durch, noch immer gelten sie als die schlechtere Wahl.
Dabei mahnen auch Ärzte immer wieder, dass weniger Fleisch auf den Teller kommen sollte. Berichte von Massentierhaltungen verderben Konsumenten immer wieder den Appetit. Und nun sollen Wurst und Braten auch noch klimaschädigend sein.
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Soll auf das Fleisch essen zugunsten des Klimaschutzes verzichtet werden? Abstimmen können Sie hier.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Halten Sie die Schrottprämie für sinnvoll? Mit Ja antworteten 8,1 Prozent, mit Nein 91,9 Prozent.