Notaufnahme nur gegen Gebühr?

Weder für Patienten noch für das Personal ist es ein Vergnügen: Deutschlands Krankenhaus-Notaufnahmen sind überfüllter denn je – obwohl die Leute nicht kränker sind als früher. Wie alle gewichtigen Probleme hat das Phänomen komplexe Ursachen. Gestiegene Ansprüche, Bequemlichkeit und Unwissenheit in der Bevölkerung haben ihren Anteil. Punktuell fehlt es aber auch an niedergelassenen Fachärzten, die flexibel und ohne monatelange Anmeldefristen behandeln.

Vertreter zweier Kassenärztlicher Vereinigungen (KV) legten den Finger in die Wunde, als sie jetzt in Interviews eine Gebühr als Abschreckung ins Spiel brachten. Müsste man 50 Euro zahlen, überlege man sich die Fahrt ins Krankenhaus wegen Kopfschmerzen oder Grippe vielleicht noch mal. Wer so eine Gebühr erheben soll, ob sie nur bei Bagatell-Fällen oder pauschal bei allen Notaufnahme- Besuchern fällig würde, ließen die Standesvertreter offen. Mediziner und Gesundheitsexperten raten von dieser Patientensanktion ab. Aber könnte sie nicht sogar besser wirken als mühsame Aufklärung und die Umstrukturierung der ärztlichen Notdienste?

Isabel Lauer

Notaufnahme nur gegen Gebühr?

Problempatient Krankenhaus: Doktor, übernehmen Sie!

Die Pflegekräfte hetzen von Patient zu Patient, die Ärzte reden Fachchinesisch und haben auch keine Zeit für Übersetzungen, die Behandlungsmethoden erscheinen nicht nachvollziehbar, die Krankenschwester ist unfreundlich und auf das Klingeln reagiert niemand. Schlechtes über Krankenhäuser gibt es viel zu berichten. So berichtete die NZ über eine Familie, die im Klinikum Unglaubliches erlebte.

Doch andererseits sind da die massiven Sparzwänge, denen auch die Kliniken unterlegen sind. Das Personal steht massiv unter Druck, müsste sich im Dienst oft vierteilen, und der Lohn dafür ist eher gering. Auch Assistenzärzte verdienen – ihre Leistung und ihr Überstundenkonto dagegengerechnet – zu wenig. So gibt es neben den Negativgeschichten auch ebenso viel zu berichten über den aufopfernden Einsatz des Pflegepersonals und der Mediziner, über schöne Erlebnisse und nette Menschen.

Haben Sie auch – gute oder schlechte – Erfahrungen gesammelt? Oder gehören Sie vielleicht zum Personal und können aus Ihrer Perspektive über den Alltag in einem deutschen Krankenhaus berichten? Dann sind Sie hier genau richtig: Schreiben Sie, kommentieren Sie, diskutieren Sie.           kawa