Vernachlässigt die Stadt ihr historisches Erbe?

Seit der Debatte über den Augustinerhof vor fast zwanzig Jahren sind die Bewohner Nürnbergs sehr sensibel, was Bauen in der Innenstadt anbelangt. Verteidigern des noch existierenden architektonischen Erbes wird dann oft reflexhaft altmodisches Denken unterstellt. Dabei hängen sie nur an ihrer Stadt. Viel ist nach dem Zweiten Weltkrieg auch nicht stehen geblieben und gelungene moderne Bauten in den Innenstadt sind an einer Hand abzuzählen. Wirklich attraktiv sind von wenigen Ausnahmen abgesehen die wieder aufgebauten historischen Großbauten wie Rathaus, Burg und die Kirchen.

Nach dem Abriss des markanten Milchhofes, der Paketpost und der Diskussion über die Nutzung und Umgestaltung des Deutschen Hofs wurde jüngst wieder heftig über die Stadtpolitik und ihren Umgang mit der Historie gestritten. Auch die Debatte um den Wiederaufbau des Pellerhofs hat neuen Schwung in die Diskussion gebracht.

Insgesamt entstand aber der Eindruck, dass Denkmalschutz, Politik und Verwaltungsspitzen zu wenig für den Erhalt markanter Architektur tun. Da passt es ins Bild, dass direkt an der Stadtmauer ein Glasgebäude mit roten Riegeln gebaut werden soll (Bild) und niemand etwas davon gewusst hat. Was natürlich nicht ganz stimmt, denn im Jugendhilfeausschuss wurde das Thema behandelt. Die Fachkollegen wurden dann aber nicht informiert.

Auf der anderen Seite darf natürlich auch die Innenstadt kein Museum werden. Sie muss sich entwickeln können und moderne, gelungene Bauwerke zulassen. Das muss aber mit durchschauberen Prozessen und öffentlichen Debatten durchgesetzt werden. Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Vernachlässigt die Stadt ihr historisches Erbe? Ihr Votum können Sie hier abgeben.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Bildungsstreik: Haben Schüler und Studenten recht? Mit Ja antworteten 50,4 Prozent, mit Nein 49,6 Prozent. fis