Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Die Polizei hat dieses Jahr zusammen mit der Stadt Nürnberg ein neues Verkehrskonzept für das Klassik-Open-Air erarbeitet. So wurden einige Straßen für den Durchgangsverkehr gesperrt und der Verkehr umgeleitet (Foto: Michael Matejka). Die Polizei und die Stadt Nürnberg sahen im neuen Verkehrskonzept wichtige Verbesserungen: Die Maßnahme sollte die Sicherheit der Veranstaltung erhöhen.

Außerdem versprachen sich die Verantwortlichen mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger, die aufgrund der Zufahrtssperren die Straße einfach überqueren konnten. Andererseits erforderte die Umsetzung einen höheren Aufwand für die Polizei und einiges an Umstellungen für die Autofahrer, die nicht zum Klassik-Open-Air wollten. Ella Schindler

Klassik-Open-Air: Passt das Konzept für den Verkehr?

Brauchen wir einen Tag der Franken?

Oft wird Ministerpräsident Horst Seehofer ja eine gewisse Wankelmütigkeit vorgeworfen. Beim „Tag der Franken“ (Foto: dpa) hat er nun diesen Ruf oberflächlich betrachtet bestätigt, denn auf die Zu- folgte die Absage. Aber andererseits scheint es verständlich, dass der CSU-Politiker angesichts der derzeitigen europa- und bundespolitischen Situation Wichtigeres zu tun hat, als auf Festivitäten zu gehen. Zumal man schon fragen kann, welchen Sinn ein solches Fest überhaupt hat. Offiziell soll an die Gründung des Fränkischen Reichskreises am 2. Juli 1500 erinnert werden, aber es geht wohl auch darum, das Selbstbewusstsein der Franken zu stärken, wo doch in Bayern von Oberbayern aus regiert wird – und Nürnberg und Co. oft den Eindruck haben, zu kurz zu kommen.
Die Befürworter eines „Tags der Franken“ sind denn auch der Meinung, dass man sich hier der eigenen Kultur und der eigenen Identität versichern kann, dass man sensibilisiert wird für die Geschichte der Region. Außerdem gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm sowie geselligen Austausch beim Bier – und obendrein sollte man doch die Feste feiern wie sie fallen. Die Gegner finden eine solche Einrichtung wie den „Tag der Franken“ vielleicht ein wenig provinziell. Zudem haben die Franken doch nun einen eigenen „Tatort“, und das zählt doch vielleicht viel mehr als ein solches Fest.

Marco Puschner

Brauchen wir einen Tag der Franken?

Braucht Nürnberg mehr Großstadtflair?

23 Jahre ist es jetzt her, dass das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ Nürnberg  zur langweiligsten Großstadt Deutschlands ausgerufen hat. Danach hat sich allerdings einiges getan.
Vor allem das 950-jährige Stadtjubiläum mit neuen Großevents wie dem Klassic Open Air und die Fußballweltmeisterschaft 2006 haben die Stadt lockerer und interessanter gemacht. Es gibt inzwischen eine spannende Kneipenszene und ein vielfältiges Kulturleben. Auf AEG und im ehemaligen Quelle-Versandzentrum hat sich in den vergangenen Jahren eine Künstlerszene mit interessanten Ausstellungen angesiedelt. Die hoffentlich in den nächsten Jahren eine neue Heimat finden wird, nachdem sie wohl nach und nach aus jetzigen Unterkünften ausziehen muss. Sicher, es könnte noch Vieles besser sein, doch den Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung muss Nürnberg nicht mehr scheuen.
CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm hat in einem Interview mit der NZ bemängelt, dass Nürnberg im „80er-Jahre-Charme“ feststeckt und die Stadt dabei sei, wieder einzuschlafen. „Es fehlt an Großstadtflair“, sagte Brehm. Der CSU-Politiker kritisiert dabei die Entwicklung im Nürnberger Westen, weil bei dem Quelle-Gelände zu stark auf Handel gesetzt werde. Er bemängelt auch die fehlende Unterstützung der Stadt bei Trendsportarten und modernen Spielstätten.
Der CSU-Politiker forderte den Umbau der Fürther Straße in Richtung eines Boulevard. Auch eine finanzielle Unterstützung der Mieten für Künstlerateliers von Seiten der Stadt kann sich Brehm vorstellen.

André Fischer

Braucht Nürnberg mehr Großstadtflair?

Stören Sie die Skater auf dem Kornmarkt?

Eigentlich tun sie genau das, was wir wollen: Sie saufen und sie grölen nicht. Sie treiben Sport, sind ehrgeizig und motiviert. Und doch erregen sie Unmut: Die Skater auf dem Kornmarkt haben immer wieder Ärger. Weil es Geräusche macht, wenn sie mit ihren Brettern rollen, springen und landen. Und weil sie gerne das Inventar des Platzes für ihre Kunststücke nutzen. Doch ganz verjagen will sie offensichtlich auch niemand. Zumindest wurde das im Jugendhilfeausschuss von allen Seiten bekundet. Man wolle sich mit den Skatern zusammensetzen und einen Kompromiss finden.

Das klingt erfreulich, denn wäre es nicht schade, wenn die jungen Leute von ihrem Stammplatz verscheucht würden? Sie haben doch ohnehin kaum Möglichkeiten, im öffentlichen Raum ihren Hobbys nachzugehen. Immer heißt es gleich, sie seien zu laut und überhaupt irgendwie störend. Als ob es schön wäre, in einer schweigenden Stadt zu leben, in der nur noch Baustellen, Autos, Flugzeuge und Rettungsfahrzeuge Geräusche machen.

Freilich muss niemand Horden besoffener Partylöwen vor seiner Haustür akzeptieren. Die nerven, das ist klar. Aber darum geht es beim Kornmarkt-Streit auch gar nicht. Es geht um Jugendkultur in einer Großstadt. Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: „Stören Sie die Skater auf dem Kornmarkt?“

Braucht Nürnberg ein Bratwurstmuseum?

Nürnberg ohne seine Bratwurst, das wäre wie Paris ohne Eiffelturm, wie Fix ohne Foxi. Warum die Stadt ihr berühmtes essbares Wahrzeichen nicht schon längst in einem eigenen Museum oder zumindest einer Dauerausstellung würdigt, leuchtet vielen Einheimischen und Gästen überhaupt nicht ein. Die mindestens 700 Jahre lange Historie böte genug Stoff, damit so ein Projekt auch ohne zu viel Firmenwerbung gelingen kann.

Und so hat Nürnbergs oberster Bratwurstfreund Hartmut Frommer, der den Schutzverband für das Würstlein leitet, jetzt nach langer Pause wieder öffentlich den Wunsch nach einem solchen Museum geäußert.

Aber was ist mit all jenen, die schon beim Gedanken daran Magenschmerzen kriegen, weil Nürnberg dann an Biederkeit endgültig nicht mehr zu übertreffen sei? Lasst den Thüringern ihr Wurstmuseum, sagen sie – in Nürnberg brauchen wir Kunst, die man nicht essen kann. Wir wollen in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Braucht Nürnberg ein Bratwurstmuseum?“

Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee?

Am nächsten Samstag wälzt er sich wieder durch Nürnberg: der Besucherstrom der Blauen Nacht. Rastlos, ziellos, gut gelaunt, prinzipiell kunstinteressiert, hauptsächlich aber begierig danach, in einer völlig aufgedrehten Innenstadt umherzulaufen.

Diesem Strom würden viele Einzelhändler sich allzu gerne als Wellenbrecher in den Weg stellen, indem sie ihre Läden zum Verkauf öffnen. Sie sehen dass Lokale und Eisdielen an diesem Abend das Geschäft des Monats machen und das Publikum so entspannt wie nie herumstreunt.

Warum also nicht das Fest zu einer langen Einkaufsnacht erweitern? Auch die dargebotene Kultur ist bei dem „Event“ längst nicht so frei von Kommerz und Werbung, wie ihre Väter es ursprünglich wollten. Und die Kundschaft nimmt Gelegenheiten zum Konsum bei aller Jammerei über Geldknappheit ja doch immer irgendwie wahr. Boutiqueninhaber im Altstadthof, die in einer Blauen Nacht einmal wohlmeinend kleine Tische zur Bewirtung aufstellten, bekamen Bußgeldbescheide – typisch deutsch, ärgerten sie sich. Die Stadt darf das Ladenschlussgesetz natürlich nicht eigenmächtig aussetzen, könnte aber eine Ausnahme beantragen, wie etwa zur Spielwarenmesse.

Wenn sie es denn wollte. Stolz auf seine Erfindung der ersten deutschen großen Kulturnacht, belässt das städtische Kulturreferat es bislang bei der Inszenierung verträglicher Kunst im öffentlichen Raum. Museen als Spaßlabore, Kunstinstallationen als Massenbeglückung – das ist das Ziel. Käme auch noch blaues Shopping hinzu, müssten sich die Veranstalter dem Vorwurf der Beliebigkeit und Anbiederung aussetzen. Schon öfter haben Händler die Stadt um Öffnung bei der Blauen Nacht ersucht. Am Kulturprogramm, beklagt das Projektbüro, hätte sich da im Gegenzug aber keiner von ihnen je ernsthaft beteiligen wollen.
Wir wollen deshalb von unseren Lesern wissen: Shoppen in der Blauen Nacht – eine gute Idee? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist Fürth auf ewig „unaufsteigbar“? Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.