Wurde der olympische Gedanke in Sotschi verraten?

Die meisten sportlichen Großereignisse, so scheint es, machen in erster Linie nicht wegen der dort gezeigten athletischen Leistungen Furore, sondern sorgen bereits im Vorfeld für Anlass zu Kritik und heftigen Diskussionen. Das gilt für die erst in acht Jahren stattfindende Fußball-WM in Dubai genauso wie die seit Donnerstag laufenden Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Der Umstand, dass hier mit gigantomanischen Aufwand (knapp 40 Milliarden Euro) eine Retorten-Infrastruktur in die teilweise noch unberührte Natur gestampft wurde, lässt jeden Gedanken an ökonomisch bzw. ökologisch sinnvolle Spiele verblassen. Dazu passt noch das Detail, dass etwa die Skisprungschanzen so ungünstig an abrutschenden Hängen platziert wurden, dass sie vermutlich nicht allzu lange überdauern werden.

Noch schwerer als solche Bausünden wiegen Berichte über anhaltende Menschenrechtsverletzungen in Russland und über die in den vergangenen Jahren offen zur Schau gestellten Homophobie, die sich auch in Gesetzen niederschlägt. Solche Aspekte waren es wohl auch, die Bundespräsident Joachim Gauck dazu bewegten, den Winterspielen in Russland die kalte Schulter zu zeigen. Ins Bild von einem ziemlich rücksichtslos agierenden Staatsapparat passen auch die Berichte von Massentötungen an Straßenhunden, damit diese nicht das perfekt organisierte Veranstaltungsbild stören.

Den Kritikpunkten kann man sicherlich entgegenhalten, dass die reine Idee von Spielen im olympischen Geist schon längst der Vergangenheit angehört. Wer erinnert sich schon noch an die Zeiten, als nur Amateursportler antreten durften und auch das IOC gilt nicht gerade als Muster an ideeller Bescheidenheit.

Ärgerlich ist eine wie auch immer geartete Olympia-Ablehnung natürlich auch für die Sportler, die nicht dafür jahrelang auf höchsten Niveau trainiert haben, um anschließend als willige Aushängeschilder für die große Wladimir-Putin-Show hingestellt zu werden. Deshalb gibt es genügend Stimmen, die fordern, man solle doch bitte das Sportliche und das Politische auseinanderhalten. Inwieweit dies in der heutigen Zeit noch möglich ist, ist eine ganz andere Frage.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Wurde der olympische Gedanke in Sotschi verraten?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf  NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Bus- und Bahnfahren für einen Euro am Tag?“ Teilgenommen haben 680 Leser. Mit Ja antworteten 86,9 Prozent, mit Nein 13,1 Prozent.

Sinnvoll oder nicht – soll Sör aufgelöst werden?

Zum 1. Januar 2009 ging der städtische Eigenbetrieb Service öffentlicher Raum (Sör) an den Start – durch Zusammenlegung von Tiefbauamt, Gartenbauamt und der Straßenreinigung sollten Unterhalt und Pflege von Straßen, Wegen, Grünanlagen und Plätzen aus einer Hand erfolgen. Fünf Jahre später stellt sich die Frage: Ist dieses Projekt gescheitert?

Auch wirtschaftlich erhoffte sich die Stadtverwaltung von der neuen Konstruktion Vorteile, weil Sör durch die Ausgliederung als Eigenbetrieb unabhängiger agieren kann und weniger von der Zuweisung aus kommunalen Kassen abhängt, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Autos und Werkzeuge zu beschaffen.

Doch Schneechaos und Schlaglöcher auf den Straßen machten den neuen Eigenbetrieb in den vergangenen Jahren oft zur Zielscheibe der öffentlichen Kritik. Bürgermeister Horst Förther, zugleich erster Werkleiter von Sör, und seine Mitarbeiter konnten meist gute Gründe dafür anführen, warum zum Beispiel so mancher Wintertag Sör vor Probleme stellte – dennoch könnte die Struktur des Eigenbetriebs im Wahlkampf nun ein Thema werden.

Die Piraten etwa fordern die Abschaffung von Sör, und auch der OB-Kandidat der CSU, Sebastian Brehm, hat im NZ-Gespräch deutlich gemacht, dass er die Behörde für zu groß und ineffizient hält. Die mit der Gründung von Sör verbundenen Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, auch die Mitarbeiter seien unzufrieden, argumentiert Brehm.

Auf der anderen Seite gerät oft in Vergessenheit, dass auch die Sör-Vorgängerorganisationen es den Bürgern meist nicht recht machen konnten, was die Pflege der Plätze und der Straßen anbelangt. Vielleicht liegen die Schwierigkeiten, die Sör hat, weniger in der eigenen Struktur als in der überzogenen Anspruchshaltung der Nürnberger? Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Soll Sör aufgelöst werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Mehr Einfluss für die Opposition?“ Mit Ja antworteten 34,4 Prozent, mit Nein 65,6 Prozent.

Soll die Quelle abgerissen werden?

In der vergangenen Woche tobte eine verbale Schlacht um das ehemalige Quelle-Versandzentrum mit seiner Nutzfläche von 256.000 Quadratmetern. Während Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly den unter Denkmalschutz stehenden Bau mit einer universitären Nutzung wiederbeleben möchte, setzt Finanzminister Markus Söder auf Abriss und Neubau. Statt der Umnutzung des ehemaligen Versandzentrums möchte Söder einen kleinen, neuen Wissenschaftscampus auf dem Quelle-Gelände errichten. Die Architektur soll modern und zukunftszugewandt sein. Die markante Quelle-Fassade möchte der Finanzminister im Grunde nur noch als ein Zitat stehenlassen.

Söder befürchtet, dass die Sanierung des Quelle-Altbaus für eine universitäre Nutzung zu teuer kommt und der Freistaat ein hohes Risiko eingehen würde, wenn er die 70.000 Quadratmeter Nutzfläche für einen Euro erwirbt. Dieses Angebot hat der portugiesische Immobilienentwickler Sonae Sierra der Staatsregierung gemacht.

Doch so einfach ist das alles nicht, denn der Denkmalschutz, unter dem die Quelle-Immobilie steht, kann nicht so einfach aufgehoben werden, wie immer behauptet wird. Es müsste in jedem Fall nachgewiesen werden, dass die Immobilie nicht mehr weiter sinnvoll genutzt werden kann. Dieser Nachweis ist wohl nicht zu erbringen.

Bislang ist nicht bekannt, wie die Argumentation verlaufen könnte, um einen Abriss zu ermöglichen. Der Freistaat müsste beim Denkmalschutz ohnehin eigentlich vorbildlich agieren, sonst besteht die Gefahr, dass der Schutz von Denkmälern bei privaten Bauherren noch schwieriger als bisher zu vermitteln ist.

Der Milchhof ist ein schlechtes Beispiel

Es hat in Nürnberg schon einmal einen ähnlichen Fall wie den der Quelle gegeben, der sich nur von der Größe her erheblich unterscheidet: Die ehemalige Produktionshalle auf dem Milchhofgelände. Die spezielle Form der Shed-Dach-Konstruktion war einzigartig in Bayern. Nachdem sich alle Musical-Pläne zerschlagen hatten, wurde die Halle systematisch kaputt gemacht. Das Dach wurde aufgesägt, um etwas auszubauen und am Ende gab es gar eine Katastrophenübung in der Halle: Dabei wurde die Halle endgültig kaputt gemacht. Die Vorschläge, das Milchhof-Gelände inklusive Halle für die Erweiterungsbauten der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm zu sichern, wurden vom Freistaat als angeblich zu teuer zurückgewiesen: Die neuen Gebäude der Ohm Hochschule verteilen sich jetzt über die Stadt und die Architekten erhielten mit ihren Studenten in der Bahnhofstraße eine anonyme Kiste.

Vergleiche hinken, sagen Historiker und man darf auch nicht vergessen, dass Sonae Sierre sicherlich nichts verschenkt. Es gibt aber Situationen im Geschäftsleben, bei denen beide Seiten einen Gewinn machen. Auch die Ohm Hochschule hätte von den eigenwilligen Milchhof-Bauten profitieren können. Solche Chancen kommen nur einmal.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Soll die Quelle abgerissen werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Sollen Plastiktüten verboten werden?“ Mit Ja antworteten 69 Prozent, mit Nein 31 Prozent.

Fanmeile am Flughafen – eine gute Idee?

Die Suche nach einem geeigneten Platz für die öffentliche Übertragung von Spielen der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Sommer 2014 war schwierig. Überraschend tauchte am Mittwoch die Möglichkeit auf, dass die Mitarbeiter-Parkplätze am Flughafen für das Public Viewing geeignet seien.

Die Wöhrder Wiese geht nicht mehr, weil die Anlieger sich auf rechtliche Vorgaben berufen können: Bis zu 30.000 Zuschauer waren in der Vergangenheit auf der Wöhrder Wiese, und ihr Jubel übertraf bisweilen alle zulässigen Grenzwerte.

Die Stadt darf das Public Viewing an dem stimmungsvollen Ort nicht mehr erlauben, weil die Spiele bis weit nach 23 Uhr dauern und deshalb Ausnahmen nicht mehr zulässig sind. In der Vergangenheit wurde auch die Natur der Wöhrder Wiese kräftig mit Füßen getreten, so dass kostenträchtige Ausbesserungsarbeiten nötig wurden.

In den vergangenen Wochen gab es intensive Untersuchungen, wo die Fans feiern und jubeln können, ohne die Nachbarschaft zu stören: Der Kornmarkt schied als zu klein aus. Die anderen Plätze in der Innenstadt hätten ebenfalls die Nachbarschaft zu sehr belastet.

Der Flughafen bietet sich an, weil er sehr gut erreichbar ist und die Lautsprecher von der Wohnbebauung abgewandt aufgestellt werden können. Allerdings braucht man sehr viel Fantasie, um an diesem Ort in richtige Fan-Stimmung zu kommen. Jetzt müssen noch die Details ausgearbeitet und die Sorgen der weiteren Umgebung der Fan-Meile am Flughafen ausgeräumt werden.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Fanmeile am Flughafen – eine gute Idee?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab. Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „50 Jahre Meistersingerhalle: Ist sie noch zeitgemäß?“ Mit Ja antworteten 64 Prozent, mit Nein 36 Prozent.

50 Jahre Meistersingerhalle: Ist der Bau noch zeitgemäß?

Die Meistersingerhalle gehört zu Nürnberg – ja, wie was eigentlich? Wie ein Klotz am Bein? Im aktuellen Stadtführer der „111 Orte, die man gesehen haben muss“ fehlt sie schon mal.

Das ärgert ihren Direktor ziemlich. Bemüht er sich in letzter Zeit doch um Imagepflege für den Komplex am Luitpoldhain, den fast jeder Nordbayer schon besucht hat, den die Stadtpolitik im Moment aber nur mit spitzen Fingern anfasst.

Ein besseres Image braucht Nürnbergs Stadthalle dringend – aber auch ein besseres Handeln. 50 Jahre nach ihrer Eröffnung ist sie an einem Scheidepunkt angekommen. Altmodisch ist sie geworden, was noch charmant klingt, aber von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zu „veraltet“. Für viele Konzerte und Konferenzen ist die Meistersingerhalle das erste Haus am Platz – aber nur so lange, wie es keinen Neubau geben wird. Einen Neubau, der flexibler zu bestuhlen wäre, technisch zuverlässig, akustisch makellos, energetisch sparsam. Den man wieder elegant fände.

Andererseits gibt es gute Argumente dafür, die Meistersingerhalle nicht aufzugeben, sondern sie durch ein kluges Sanierungskonzept endlich für den modernen Kulturstandort einer Halbmillionenstadt bereitzumachen. Denn alles fromme Gerede über mehr „Nachhaltigkeit“ in der Stadtwirtschaft würde sich erübrigen, risse man die Riesenanlage ab oder machte man sie durch neue Säle überflüssig. Nur weil vielleicht ihre Architektur noch nicht in die Epochen fällt, die man schon hymnisch verehrt. Mit Blick auf andere kommende gigantische Verpflichtungen im Stadthaushalt – Stichwort Schul- und Straßenbau – kann es sehr wohl „zeitgemäß“ sein, das Bestehende zu behalten, anstatt nach Mode und Prestige zu schielen. Eine geschickte Sanierung kann das leisten, der Zuschnitt der Halle erfüllt immer noch gut seinen Zweck.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „50 Jahre Meistersingerhalle: Ist sie noch zeitgemäß?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht das Bardentreffen einen Namenszusatz?“ Mit Ja antworteten 31 Prozent, mit Nein 69 Prozent.

Hat der Denkmalschutz einen zu hohen Stellenwert?

Der Tag des offenen Denkmals hat auch am Sonntag wieder Tausende Bürgerinnen und Bürger angelockt. Nürnberg gehört zu jenen Städten mit zahlreichen historisch negativ behafteten Bauwerken. Und nicht alle Nürnberger sind davon begeistert, für die Instandsetzung dieser steinernen Überbleibsel aus der unseligen NS-Zeit Geld auszugeben.

Dafür steht in Nürnberg beispielhaft die Zeppelintribüne. 1935 erbaut, bröckelt sie jetzt vor sich hin und ist wegen Einsturzgefahr teilweise gesperrt. Ob man solche und andere NS-Bauten mit – wie im Fall der Zeppelintribüne – 70 Millionen Euro Aufwand instandsetzen sollte, ist schlicht eine Glaubensfrage.

Für viele ist es reine Geldverschwendung und eine nachträgliche Verherrlichung der vom Größenwahn durchsetzten Zeit des Nationalsozialismus. Andere Stimmen verweisen darauf, dass es immens wichtig sei, den nachfolgenden Generationen warnend eine Vorstellung von eben diesem Größenwahn zu vermitteln. Die Skepsis für den teilweise sehr teuren Erhalt von Denkmälern besteht aber mittlerweile auch für Denkmäler, die mit der NS-Zeit nichts zu tun haben.

Dies widerspricht natürlich dem erklärten Ziel des Denkmalschutzes, dafür zu sorgen, dass Denkmale dauerhaft erhalten und nicht verfälscht, beschädigt, beeinträchtigt oder zerstört werden – um sie als Kulturgüter dauerhaft zu sichern.

Die Stadtgeschichte Nürnbergs dokumentieren rund 3000 unter Denkmalschutz stehende Einzelgebäude und weitere 5320 Gebäude in 34 denkmalgeschützten Ensemble-Bereichen. Kritiker finden den Denkmalschutz angesichts klammer Kassen für überzogen und würden das Geld lieber in Hortplätzen und besser ausgestatteten Schulen verwendet sehen.

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Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Private Krankenkassen für alle öffnen?“ Mit Ja antworteten 40 Prozent, mit Nein 60 Prozent.

Soll die Pkw-Maut eingeführt werden?

Kurz vor der österreichischen Grenze stehen sie, die deutschen Autofahrer, an einer Tankstelle, kaufen pflichtgemäß das „Pickerl“ und kleben es an die Windschutzscheibe. Die meisten wollen weiter, nach Italien oder Slowenien – aber auch die Durchreise lässt sich unser Nachbarland bezahlen. In Italien geht die Reise dann mit Gebühren auf der „Autostrada“ weiter, und in Slowenien sollte man sich tunlichst nicht ohne Vignette erwischen lassen, denn das könnte teuer werden.

Nur in Deutschland legen Pkw noch Hunderte von Kilometern kostenlos im dicht geknüpften Autobahnnetz zurück, egal, ob es sich um einheimische oder ausländische Fahrer handelt. Spricht man das Thema jenseits unserer Grenzen an, erntet man zumeist Kopfschütteln oder schadenfrohes Grinsen: Wenn ihr alle umsonst (durch-)fahren lasst, dann ist euch nicht zu helfen. Aber dann braucht ihr auch nicht über uns zu schimpfen, bloß weil wir abkassieren. Ihr könnt es ja genauso machen…

Selbst hierzulande sagen immer mehr Autofahrer: Warum führen die Politiker nicht endlich auch eine Maut für Pkw ein? Seit Jahren kommt das Thema in regelmäßigen Abständen – vorzugsweise mitten im „Sommerloch“ – aufs Tapet. Doch bislang haben sich unsere Politiker nicht so richtig an dieses Tabu herangewagt – aus verschiedenen Gründen: Die einen haben Angst vor der Automobilindustrie, die anderen vorm ADAC, die dritten davor, dass der Wähler sie mit Stimm-Entzug abstraft. Dabei ist zumindest letztgenannte Furcht mittlerweile offenbar unbegründet: Umfragen zufolge wären auch die Deutschen bereit, für die Autobahnbenutzung zu bezahlen. Allerdings verlangen sie im Gegenzug bessere Straßen, ohne Schlaglöcher oder gefährliche Spurrillen.

Doch zu jeder Umfrage gibt es eine Gegen-Umfrage. Die letzte hat der ADAC durchgeführt, und angeblich soll sie repräsentativ sein. Demnach wären nur 28 Prozent der Befragten für eine Pkw-Maut in Deutschland. Und da kommt der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer daher und bricht eine Lanze für die Autobahngebühr! Angesichts der heißen Phase des Wahlkampfs werfen ihm nicht nur seine politischen Gegner Populismus vor.
Auch der ADAC, der sich jahrzehntelang in verkehrspolitischen Fragen oft mit der CSU einig war (und vice versa), spricht von einer „Maut-Lüge der CSU“. Er bezieht sich dabei, ebenso wie die SPD, vor allem auf die von Seehofer geäußerte Absicht, nur ausländische Autofahrer abzukassieren. Der schlitzohrige Seehofer will sie an den Straßenbau- und -unterhaltskosten in Deutschland beteiligen, während für die deutschen die Jahresmaut mit Bezahlung der Kfz-Steuer abgegolten sein soll. Dieses Modell erläuterte er zuletzt am vergangenen Freitag, beim Besuch in der NZ. Die Bedenken, Europarecht könne seinen Plan durchkreuzen, wischt der Ministerpräsident vom Tisch.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Soll die Pkw-Maut eingeführt werden?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Frankenderby zur Fürther Kirchweih?“ Mit Ja antworteten 44 Prozent, mit Nein 56 Prozent.

Beeinflussen Plakate Ihre Wahlentscheidung?

Wer sich ihnen entziehen will, der müsste schon mit geschlossenen Augen durch die Stadt marschieren – und das ist dann doch zu gefährlich. Wo man auch hinsieht, überall Wahlplakate, in allen Farben, von allen Parteien.

Wir müssen sie noch ein paar Wochen aushalten, die Landtagswahl findet am 15. September statt, die Bundestagswahl am 22. September. Bis dahin werden uns auf Postern Köpfe, Slogans und Versprechen präsentiert. Aber: Wozu eigentlich? Was bringen Wahlplakate? Einig sind sich Werbefachleute zumindest in einer Frage: Sie erinnern auch den am allerwenigsten an Politik Interessierten daran, dass sich das Land im Wahlkampf befindet. Im Idealfall sollte sich der Bürger nun schon so allmählich mal schlau machen, falls er kein Stammwähler ist, wer sein Favorit sein könnte.

Die Parteien geben für ihre Werbekampagne im Straßenbild viel Geld aus. In der Hoffnung, Stimmen zu gewinnen. Gerade, wer noch nicht entschlossen ist, könnte sich ja vielleicht von einem freundlichen Gesicht überzeugen lassen. Und, so sagt die Forschung, wen man kennt, und hat man ihn auch nur auf einem Bild gesehen, dem gibt man eher seine Stimme als einem gesichtslosen Namen auf einer Liste. Was meinen Sie dazu? Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Beeinflussen Plakate Ihre Wahlentscheidung?“

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Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Leinenpflicht: Soll die Stadt mehr kontrollieren?“ Mit Ja antworteten 87 Prozent, mit Nein 13 Prozent.

Fühlen Sie sich im Internet ausgespäht?

„Internetnutzer weltweit begeistert, dass wenigstens die NSA ihre langweiligen Statusupdates liest“ – so verarbeitete das satirische Online-Magazin „Der Postillon“ den Skandal um die staatlichen Ausspäh-Praktiken in den USA und in Großbritannien, die von Tag zu Tag erschreckendere Dimensionen annehmen.

Es ist sicher eine Möglichkeit, sich angesichts dieses Big-Brother-Alptraums in Galgenhumor zu flüchten. Die meisten EMail-Schreiber, Facebook-Netzwerker oder Twitter-Autoren werden diese Nachricht aber anders aufnehmen als das wegen seiner Scharfzüngigkeit mit dem Grimmepreis ausgezeichnete Weblog aus Fürth.

Zwar gibt es in der Bevölkerung auch Verständnis gegenüber dem Argument, dass die Überwachungsmaßnahmen vor allem der Terrorismusbekämpfung dienen sollen, doch ein großer Anteil der Befragten kündigte auch an, in Zukunft ihre Aktivitäten auf diversen Online-Plattformen stark zu reduzieren oder sogar ganz meiden zu wollen. Wasser auf ihren Mühlen dürfte die aktuelle Erkenntnis sein, dass sich deutsche Nutzer offenbar ganz besonders im Visier der Geheimdienste befinden.

Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen die ganze Lawine lostrat und seitdem auf der Flucht ist, bezeichnete das Ganze sogar als „das größte verdachtslose Überwachungsprogramm in der Geschichte der Menschheit“. Vor allem die Engländer scheinen in ihrer Überwachungs- und Speicherwut kaum zu bremsen zu sein. Kein Wunder, dass der Roman „1984“ von George W. Orwell gerade raketengleich in den Amazon-Verkaufslisten nach oben schießt.

Die entscheidende Frage an der ganzen Sache ist, wie man sich als möglicherweise Betroffener verhalten soll: Einfach so weitermachen wie bisher – getreu dem Motto „Ich habe sowieso keine Geheimnisse“, oder angesichts der Angst vor dem totalen Überwachungsstaat die Klappe herunterlassen und die Zahl der persönlichen digitalen Fußabdrücke auf das absolute Minimum zu verringern?

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Fühlen Sie sich im Internet ausgespäht?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Ärgert Sie das Fahrradhelm-Urteil?“ Mit Ja antworteten 67 Prozent, mit Nein 33 Prozent.

Ärgert Sie das Fahrradhelm-Urteil?

Dies gelte sogar, wenn der Zweiradfahrer eindeutig nicht der Unfallverursacher ist. Im konkreten Fall war eine Radfahrerin auf der Straße durch die plötzlich geöffnete Tür eines Pkw zu Fall gebracht worden und erlitt bei dem Sturz schwere Kopfverletzungen. Auf die Forderung nach der Übernahme aller Folgekosten für Behandlungs- und Rehamaßnahmen konterte die Versicherung der Autofahrerin, dass auch die Radfahrerin eine Mitschuld treffe: Durch den Verzicht auf einen Helm habe sie Schutzmaßnahmen zur eigenen Sicherheit unterlassen.

Dieser Argumentation schloss sich letztendlich auch das Gericht an und legte einen Mitverschuldensanteil von 20 Prozent fest. Zwar bestehe in Deutschland keine aktuelle Helmpflicht, doch seien Radler im Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Deshalb könne davon ausgegangen werden, dass ein „verständiger Mensch“ zur Vermeidung eigenen Schadens auf dem Fahrrad auch einen Helm tragen werde.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) stößt diese Sichtweise auf geharnischten Widerstand: Aus der Tatsache, dass statistisch lediglich rund 10 Prozent aller Radfahrer einen Helm tragen würden, könne man ja wohl nicht schließen, dass die restlichen 90 Prozent unverständig seien. Die Frage, ob man einen Helm trage oder nicht, müsse jeder Radfahrer für sich entscheiden.

In Staaten, in denen eine Radler-Helmpflicht eingeführt worden sei, sind nach Erkenntnissen des ADFC keine Rückgänge von Kopfverletzungen zu verzeichnen gewesen, dafür aber hätten sehr viele Menschen keine Lust mehr gehabt, nur noch behelmt aufs Rad zu steigen und stattdessen ganz aufs Radeln verzichtet.

Falls die Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts auch auf höherer Ebene Bestand haben sollte, könnte das zu einer Art „indirekter Helmpflicht“ führen. Ob die Sichtweise des Gerichts richtig oder ein Grund zum Ärgern ist, darüber lässt sich trefflich streiten: Auf der einen Seite ist zusätzliche Sicherheit immer ein Vorteil, auf der anderen Seite wird den Radlern eine rechtliche Bürde auferlegt, die besonders bei Unfällen ohne Eigenverschulden als extrem ungerecht empfunden wird.

Außerdem verliert das Fahrrad ein Stück seines Charmes als jederzeit verfügbares und unkompliziertes Verkehrsmittel: Gerade bei kurzen Strecken in der Innenstadt greift nicht jeder Radler automatisch zum Kopfschutz, und wer in Nürnberg mal schnell ein Norisbike ausleihen will, der hat meistens auch keinen Helm dabei.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage diesmal wissen: „Ärgert Sie das Fahrradhelm-Urteil?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Soll Rock im Park verlängert werden?“ Mit Ja antworteten 28 Prozent, mit Nein 72 Prozent.