Corona: Würden Sie sich impfen lassen?

Wissenschaftlerweltweit forschen derzeit an einem Impfstoff gegen Corona. Gefunden haben sie ihn noch nicht. Wenn es aber soweit ist, dann könnte man sich mit einem kleinen Piks vor der Krankheit schützen, die gerade die ganze Welt in Atem hält (Foto: Martin Schutt/zb/dpa). Wer sich impfen lässt, der könnte ohne Angst vor einer Ansteckung wieder so leben, wie wir es alle vor Ausbruch der Pandemie gewohnt waren. Besonders Risikogruppen, also Menschen, die ein wenig älter sind oder eine Vorerkrankung haben, könnten endlich aufatmen. Nicht nur, weil sie sich durch die Impfung selbst schützen würden, sondern auch, weil eine Durchimpfung der Gesellschaft zu einer Herdenimmunität führen würde, von der auch die Personen profitieren, die die Verabreichung eines Impfstoffes ablehnen oder die nicht geimpft werden können. Nur: Schon jetzt – also zu einer Zeit, zu der noch gar kein Impfstoff existiert – gehen bereits Menschen auf die Straße, die Impfungen kritisch gegenüber stehen. Einige von ihnen befürchten, dass man beim Impfen einen Chip unter die Haut gepflanzt bekommen soll. Die meisten Impfkritiker aber argumentieren nicht mit Verschwörungstheorien. Sie wollen nur erreichen, dass jeder selbst darüber entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht. Auch eine vergleichsweise harmlose Impfung könnte doch zu schlimmen Nebenwirkungen führen. Aus diesem Grund lehnen sie die Maßnahme für sich selbst – sollte nun ein Impfstoff gefunden werden – zunächst ab.

Julia Vogl

 

Corona: Würden Sie sich impfen lassen?

Planen Sie heuer Urlaub im Ausland?

Die Länder unserer Sehnsucht waren in den vergangenen Monaten Corona-bedingt in unerreichbare Ferne gerückt. Die Deutschen, die so gerne verreisen (Foto: Günter Distler), wurden ihrer Leidenschaft beraubt. Nun aber kommt der Sommer und mit ihr die Urlaubszeit – und da öffnen sich rechtzeitig wieder viele europäische Landesgrenzen. Touristen, oft wenig geliebt, wenn sie in Übermassen auftauchen, sind wieder gern gesehen. Vor allem natürlich aus wirtschaftlichen Gründen. Ganz ohne sie geht es auch nicht. Ferienträume könnten also doch noch wahr werden: am Strand in der Sonne liegen, durch Roms Gassen schlendern, die Gipfel der Dolomiten erklimmen. Doch wollen wir das wirklich? Kommt echte Urlaubsstimmung auf, wenn immer noch Abstandsgebote gelten und Hygienevorschriften – hoffentlich – streng eingehalten werden? Ist Urlaub daheim nicht vielleicht doch attraktiver, in vertrauter Umgebung, mit dem Hausarzt in nicht allzu weiter Distanz?

Gabi Eisenack

Planen Sie heuer Urlaub im Ausland?

Corona: Haben Sie noch Angst vor Ansteckung?

DieInfektionszahlen sinken. Vor einigen Wochen noch mussten mehrere Hundert Nürnberger in Quarantäne verharren, weil sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Der Lockdown aber zeigte Wirkung (Foto: Julia Vogl).
Während die Zahl der Neuinfizierten täglich immer weiter sank und zwischenzeitlich an manchen Tagen gar keine neuen Fälle gemeldet wurden, konnten immer mehr Menschen aus der Quarantäne entlassen werden.
Die Folge: Am Sonntag etwa mussten gerade einmal noch 48 Nürnberger laut städtischer Mitteilung daheim bleiben. Der Trend ist auch in den umliegenden Städten und Kreisen zu sehen. Auch in der Region sinkt die Zahl der akut erkrankten Menschen immer weiter. Rein rechnerisch ist die Möglichkeit, sich mit dem Virus anzustecken, damit sehr gering.
Dazu kommt: Die Menschen halten Abstand und tragen an Orten, an denen dieser nicht immer eingehalten werden kann, einen Schutz vor Nase und Mund. Selbst wenn sie also das Virus in sich tragen, gibt es Vorkehrungen, die eine Ansteckung anderer Menschen zumindest weniger wahrscheinlich werden lassen.
Und dennoch gibt es Menschen, die die Lockerungen noch nicht richtig genießen können. Was, wenn man sich bei einem Menschen ansteckt, der einfach nicht getestet worden ist? Wie kann man eine Ansteckung vermeiden, wenn man unter Leute geht, die sich dann aber nicht ausreichend an Hygieneregeln halten? In Ostfriesland etwa war das der Fall – dort trafen sich 50 Personen in einem Restaurant, 23 von ihnen wurden positiv auf das Virus getestet. Und auch beim Besuch des Gottesdienstes ist vielen noch mulmig. Hat es doch in Frankfurt erst eine Masseninfektion in einer Kirche gegeben.
Wie geht es Ihnen? Genießen Sie die Lockerungen oder machen Sie sich Sorgen, weil Sie sich womöglich anstecken könnten?

Julia Vogl

Corona: Haben Sie noch Angst vor Ansteckung?

Pop-Up-Radwege: Eine Lösung für die Stadt?

Berlin hat sie schon und auch in Paris, Brüssel, Barcelona, Mailand, Wien, Mexiko-Stadt und Vancouver radeln die Bewohnerinnen und Bewohner der Metropolen auf sogenannten Pop-Up-Radwegen (Foto:dpa-Bildfunk). Dabei handelt es sich um sichere Fahrradspuren, die auf Hauptstraßen kurzfristig eingerichtet werden. Grund: Während der Corona-Pandemie sollen und wollen viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel meiden. Das Fahrrad dient als gesunde, günstige und umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto.
Auch in Nürnberg ist die Zahl der Radfahrer in den vergangenen Wochen merklich gestiegen. Der Ortsverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hat deshalb eine Petition für die neuen Radstreifen gestartet. Sie diene vor allem der Sicherheit der Radfahrer. Am dringendsten hält der VCD den Abschnitt zwischen Rennweg und Rathenauplatz auf der Bayreuther Straße. Hier gäbe es eine gefährliche Radweglücke, so der Verein.
Viele Organisationen begrüßen den Vorstoß. Aber es gibt auch Kritik: Mehr Platz für Radler heißt auf der anderen Seite freilich Einschränkungen für Autofahrer. Statt zwei Spuren für Kraftfahrzeuge gäbe es dann punktuell nur noch eine. Lange Blechkolonnen wären die Folge, so die Befürchtung.

Clara Grau

Pop-Up-Radwege: Eine Lösung für die Stadt?

Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

Die neueste Novelle der Straßenverkehrsordnung soll mehr Sicherheit für alle bringen: Radler, Fußgänger, Autofahrer und Rettungsfahrzeuge. Zu den Neuerungen zählen deshalb auch höhere Bußgelder fürs Falschparken – das Minimum liegt jetzt bei 25 Euro (Foto: NEWS5).
Wer sich etwa am Fahrbahnrand in zweiter Reihe erwischen lässt, dem drohten bisher 15 bis 20 Euro. Dieser Verstoß kostet ab sofort 55 Euro und bei Behinderung sogar 70 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Die Geldbuße für das unberechtigte Parken eines Schwerbehinderten-Platzes erhöht sich von 35 auf 55 Euro. Auch für das Falschparken auf Plätzen für Elektro- oder Carsharing-Autos muss man erstmals in dieser Höhe aufkommen. Das Halten auf Radstreifen am Straßenrand – bisher für drei Minuten gestattet – ist nun generell verboten. Wer kontrolliert wird, muss 55 Euro zahlen, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer bis 100 Euro. Gleiches gilt für das Parken auf Geh- und Radwegen, an unübersichtlichen Stellen und in Feuerwehrzufahrten.
In dicht bebauten Großstädten wie Nürnberg zählt Falschparken zu den häufigsten Ärgernissen, über die sich Bürger bei der Kommune beschweren. Vom Kampf um den Parkraum abgesehen, kann es sogar gefährlich werden. Das Rathaus wies vor zwei Jahren in einer Kampagne auf die im Ernstfall verheerenden Blockaden von Feuerwehrzufahrten hin. Auch Radfahrer müssen sich beim Umfahren von Zweite-Reihe-Parkern manchmal in brenzlige Situationen begeben oder zu ihrer eigenen Sicherheit aus voller Fahrt stoppen.
Mit Blick auf die Unterbesetzung bei Polizei und städtischer Verkehrsüberwachung wagen viele Autofahrer ein Hase-und-Igel-Spiel: Sie stellen ihren Wagen auf gut Glück ab, darauf spekulierend, eh nicht ertappt zu werden. Für sie sind theoretische 55 Euro am Ende nicht abschreckender als 25, solange sie sich Parkgebühren oder Fußmärsche sparen. Andere Automobilisten ärgern sich über die Verschärfung der Bußgelder. Sie sehen die Städte in der Pflicht, für mehr legalen Parkraum und günstigere öffentliche Verkehrsmittel zu sorgen, und fühlen sich abgezockt.

Isabel Lauer

Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

Gute Idee: Norisring ohne Publikum?

Mitte Juli wird in Nürnberg gerast. Normalerweise zumindest. Dann findet nämlich das traditionsreiche Norisringrennen statt. Schöller-S, Grundig-Kehre – seit über 70 Jahren schon brausen hier die Rennfahrer über die Strecke und werden dabei von bis zu 150.000 Fans bejubelt (Foto:  Wolfgang Zink).
Heuer aber ist alles anders: Großveranstaltungen sind bis Ende August gestrichen. Die Veranstalter des Norisring-Rennens aber wollen sich die Veranstaltung, in die sie so viel Herzblut gesteckt haben, nicht so einfach streichen lassen. Freilich: Ein Rennen mit Tausenden von Fans an der Strecke wird es heuer nicht geben können. Ein Geisterrennen ähnlich den diskutierten Geisterspielen der Fußball–Bundesliga aber vielleicht schon. Die Verantwortlichen des Rennens haben bei der Stadt bereits eine entsprechende Anfrage gestellt.
Für den MotorsportClub Nürnberg (MCN) hängt viel an dem Rennen. Sollte die Veranstaltung nicht stattfinden, bliebe der MCN auf seinen jährlich anfallenden Unterhaltskosten für die Lagerung des Streckenmaterials von etwa 140.000 Euro sitzen. Die Norisring GmbH wäre bei einer Streichung aus dem Kalender pleite. Eine TV-Übertragung in 140 Länder aber könnte in einer Zeit, in der Sportveranstaltungen eigentlich ausfallen, durchaus Geld in die Kasse spülen und dabei helfen, das Traditionsrennen zu erhalten.
Nur: Die Idee kommt nicht überall gut an. Manche empfinden sie sogar als Provokation. Es könne schließlich nicht sein, dass Kinder nicht auf Spielplätze dürfen, Senioren in Heimen vereinsamen, das Rennen aber stattfinden solle. Die Diskussion über ein Geisterrennen wird aber nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Krise geführt. Es ergreifen auch diejenigen das Wort, die die Veranstaltung schon aus Klimaschutz-Überlegungen nicht gutheißen. „Für mich ist es eine Katastrophe, wenn jedes Jahr wieder die Nürnberger Bevölkerung unter dem monotonen Brumm-Brumm des Autokorsos stöhnt und die Stadt Nürnberg durch das Zur-Verfügung-Stellen des Areals der konventionellen Automobilwirtschaft und all den Klimawandelignoranten ein Forum bietet“, sagt etwa Ludwig Hager, der Vorsitzende der ÖDP-Nürnberg. Die ÖDP denke daher über ein Bürgerbegehren zur Abschaffung des Rennens nach.

Julia Vogl

Gute Idee: Norisring ohne Publikum?

Homeoffice: Vermissen Sie Ihre Kollegen?

Jahrelang wünscht man sich die Möglichkeit, zumindest ab und zu im Homeoffice zu arbeiten – jetzt muss man es plötzlich (Foto:dpa). Täglich und dauerhaft. Die ersten Tage sind noch entspannt. Man spart sich den Arbeitsweg – und Zeit im Bad. Wer nicht ins Büro geht, der duscht schnell und ist fertig. Schminken und frisieren sind daheim überflüssig. Überhaupt: Ist es nicht wahnsinnig bequem, wenn man in Socken und Jogginghosen arbeiten kann? Und was man daheim alles nebenher erledigen kann! Wäsche waschen, Eintopf kochen.

Nur irgendwas ist dann doch anders. Der Austausch mit den Kollegen funktioniert plötzlich nur noch per Mail oder Telefon. Kurz und sachlich formuliert, abgeschickt, fertig. Die Antwort kommt sofort. Aber eben nur die. Ein kurzer Plausch über das vergangene Wochenende? Den neuesten Witz? Den neuesten Bürotratsch? All das gibt es im Homeoffice nicht. Auch kein aufmunterndes Lächeln unter Kollegen.

Julia Vogl

 

Homeoffice: Vermissen Sie Ihre Kollegen?

Stichwahl: Haben Sie sich entschieden

Auch wenn um uns herum das Leben fast zum Erliegen kommt: Die Stichwahl am Sonntag findet statt – für alle per Brief (Foto: Günter Distler). Das Ergebnis für die Anwärter von CSU und SPD auf den Posten des Nürnberger Oberbürgermeisters fiel relativ knapp aus: Marcus König von der CSU erreichte 36,45 Prozent der Stimmen, Thorsten Brehm (SPD) 34,93 Prozent. Nun gilt es, noch einmal ein Kreuzchen zu machen. Wer einen der beiden schon im ersten Durchgang gewählt hat, für den ist es sicher keine Frage, für wen er sich diesmal entscheidet. Aber was machen zum Beispiel die 15,09 Prozent der Nürnberger, die für Verena Osgyan von den Grünen gestimmt hatten? Was machen die Unentschlossenen? Es bleibt spannend.

Gabi Eisenack

Stichwahl: Haben Sie sich entschieden?

Mehr Bäume – weniger Parkplätze?

In Nürnberg gibt es ein Platzproblem. Autos, Wohnhäuser, Unternehmen, Grünflächen: Sie alle beanspruchen Fläche für sich. Nur ist die in Nürnberg leider Mangelware. Und ausweiten kann man das Stadtgebiet auch nicht, das verhindern Reichswald und Knoblauchsland. Es gilt also, eine Balance zu schaffen. Nur ist das nicht so einfach. Es sind zu viele Interessen auf zu kleinem Raum. Was die Zahl der Bäume angeht, steht Nürnberg anderen Städten vor allem wegen des kleineren Stadtgebiets nach. Wer mehr Bäume fordert, muss auf anderes verzichten – meist müssen Parkplätze weichen, wenn neue Bäume gepflanzt werden. Doch die Zahl der zugelassenen Autos im Stadtgebiet steigt stetig – 2019 waren es fast 300 000 Fahrzeuge. Und das, obwohl die Menschen immer weniger fahren. 30 Minuten sind es täglich im Schnitt. Den Rest der Zeit stehen die Autos herum. Wohl fast alle Bürger wünschen sich mehr Bäume und Grün, aber sind sie auch bereit, dafür auf Komfort zu verzichten?

Stephanie Siebert

Mehr Bäume – weniger Parkplätze?

Coronavirus: Ist die Vorsicht übertrieben?

Zu den vielen Fragen, die das Coronavirus Covid-19 zum Gesprächsthema Nummer eins dieser Tage machen, zählt auch diese: Tickt die Menschheit eigentlich noch richtig mit ihren immer weiter reichenden Schutzmaßnahmen vor der Ausbreitung eines zwar schnell reisenden, aber statistisch nicht maßgeblich tödlichen Atemwegsinfekts?
Auf die Abschottung Chinas folgten Einreiseverbote vieler Länder gegen etliche Nationen, darauf die Abschottung Italiens und nun auch in Deutschland das Ringen ums richtige Maß an Quarantäne. Manche Schüler werden plötzlich ausgesperrt, Lehrer dagegen nicht, mal mit Virustest, mal ohne. Arbeitgeber schicken gesunde Mitarbeiter nach Hause, welche wiederum vorsichtshalber noch schnell eine Extraration Klopapier und Nudeln mit Sagrotan einkaufen (Foto: dpa).
Es ist wahrscheinlich unvermeidlich, dass es in der sich täglich ändernden Lage zu inkonsequenten Entscheidungen kommt. Der deutsche Föderalismus, aber auch die unterschiedlich beflissenen Handlungen ängstlicher Firmenleitungen und Veranstalter, verhindern Systematik. Einleuchtend ist freilich die Devise der Behörden, zum Schutz der wenigen Schwerkranken die Infektionszahlen einzudämmen.

Isabel Lauer

Coronavirus: Ist die Vorsicht übertrieben?