Beachvolleyball – Verliert Maly an Glaubwürdigkeit?

Die NZ titelte Mitte August dieses Jahres: Maly sprach Machtwort – Aus für Volleyball auf dem Hauptmarkt (Foto: Horst Linke). Drei Monate später lautet die Überschrift in der NZ so: Beachvolleyball-Turnier findet 2016 noch einmal auf dem Hauptmarkt statt – Sandspektakel geht in neue Runde. Der Bürgerverein Nürnberg-Altstadt ist nun sauer, aus der Zeitung zu erfahren, „dass alle bisherigen Zusagen, die Events auf dem Hauptmarkt künftig zu reduzieren, von der Stadtspitze nicht wirklich ernst gemeint waren“.
Aus einem „Machtwort“ des OB gegen das Beachvolleyball 2016 auf dem Hauptmarkt sei jetzt eine Ausweitung der Events geworden, die der Öffentlichkeit gar als „Kompromiss“ verkauft werden sollte. Für Elisabeth Most, Bürgervereinsvorsitzende der Altstadt, steht der „große Verlierer“ dieser Diskussion um den Öffentlichen Raum fest. Verloren hätte nämlich die „Glaubwürdigkeit öffentlicher Zusagen der Stadtspitze“. Und da sich an der Spitze der Stadtspitze Oberbürgermeister Ulrich Maly befindet, ist klar, in welche Richtung hier die Speerspitze gerichtet ist. Hier holt Maly auch das Wort „Machtwort“ wieder ein, das er zwar selber gar nicht benutzt hat, in diesem Zusammenhang aber eifrig verwendet wurde.

Wohl nicht ganz zu Unrecht. Versteht man unter „Machtwort“ doch die endgültige Entscheidung eines Entscheidungsträgers „am Ende einer fruchtlosen Diskussion“.
Viele jüngere Menschen waren von dem Beachvolleyball auf dem Hauptmarkt begeistert. Wohingegen die Begeisterung vieler älterer Nürnberger überschaubar war. Der Stadtverband Nürnberg der Jungen Union wiederum sprach sich für einen Hauptmarkt aus, der allen offenstehen und sich nicht auf die Bedürfnisse einer Gruppe beschränken sollte. Alles andere wäre „die Selbstverzwergung“ eines Großraums mit über einer halben Million Menschen.
Nun also im kommenden Jahr noch einmal – und letztmalig (?) – „der große Sandzwerg“ auf dem Hauptmarkt. Für den Bürgerverein Nürnberg Altstadt steht indes fest: „Ganz gleich, wie die Verhandlungen um Veranstaltungen auf dem Hauptmarkt auch immer ausgehen, waren die Aussagen andere, in der Öffentlichkeit, in Briefen oder in der Bürgersammlung.“
Wir wollen deshalb in unserer Frage der Woche von Ihnen wissen: Beachvolleyball – verliert Maly Glaubwürdigkeit? In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter www.nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren. Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „FSW: Soll die Stadt auf den BN zugehen?“ Teilgenommen haben 2162 Leser. Mit Ja antworteten 56,3 Prozent, mit Nein 43,7. Prozent.

Dieter Wegener

 

Beachvolleyball - Verliert Maly Glaubwürdigkeit?

Rathaus-Kooperation: Soll sie fortgesetzt werden?

Das Motiv zeigt das Alte Rathaus in Nürnberg.Seit fast zehn Jahren möchte OB Ulrich Maly die Verwaltungsabläufe an der Stadtspitze reformieren. Ziel ist, ein Zeichen zu setzen, dass auch bei den teuren „Häuptlingen“ der Stadtverwaltung gespart wird. Am Ende der Reform sollen zwei Referentenposten gestrichen werden, jeweils einer aus dem Vorschlagsbereich von SPD und CSU. Doch Sparen war nicht allein das Handlungsmotiv: Durch eine Zusammenlegung von Ämtern, die zusammenpassen, wollte Maly auch Verwaltungsabläufe effizienter gestalten.

Diese an sich rationalen Motive wurden in den vergangenen Jahren bei der Diskussion zwischen CSU und SPD über das Wie der Zusammenlegung fast verdeckt: Es entstand nach außen der Eindruck, dass es immer um Macht und Machtverlust geht. Mal hatte die SPD keinen Bürgermeisterkandidaten, der sich ab 2014 um das Baureferat kümmern kann, mal eierte die CSU herum, weil einer ihrer Referenten 2014 gehen müsste, wenn es bei der Zusammenlegung bleibt. Natürlich, so wurde nach Beendigung der Hinterzimmergespräche stets behauptet, ging es immer um die Sache und nicht um die Partei. Die CSU hatte bei dem zähen Prozess vergessen, dass sie zwar die Kooperation mitträgt und über die von ihr vorgeschlagenen Referenten auch erheblichen Einfluss auf die Stadtpolitik hat, doch im Stadtrat ist sie von der Zahl her der deutlich kleinere Partner.

((ContentAd))Nachdem die Diskussionen zwischen CSU und SPD den Status eines Weberschiffchens angenommen hatten – es wurde mit Hin und Her Bewegung vorgetäuscht, aber im Grunde ging nichts mehr voran – überraschte die SPD vor einer Woche ihren Kooperationspartner mit der Entscheidung, ein Planungsreferat einzurichten. Der Grüne Umweltreferent Peter Pluschke soll dann ab 2014 für Planung und damit auch für Verkehrsplanung zuständig sein: natürlich ein rotes Tuch für die Schwarzen. Junge Union und auch gestandene Stadtratspolitiker sowie der Bezirksvorsitzende Markus Söder stellten die Kooperation deshalb zur Disposition. Sollte die CSU, die im Januar die Entwicklung mit Oberbürgermeister Ulrich Maly erst noch einmal besprechen will, die Kooperation platzen lassen, dann wäre der Weg im Stadtrat frei für wechselnde Mehrheiten – oder aber für eine rot-grüne Zusammenarbeit?

Unsere Leserfrage lautet: „Rathaus-Kooperation: Soll sie fortgesetzt werden?“

Geben Sie Ihr Votum bitte auf www.nz.de ab.
Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Soll der Nürnberger Christkindlesmarkt länger dauern?“ Mit Ja antworteten 19 Prozent, mit Nein 81 Prozent.

Nordspange: Ist die Denkpause richtig?

Nach einer Marathon-Sitzung am vergangenen Mittwoch hat sich die SPD im Stadtrat mit ihrer Forde­rung nach einer „Denkpause“ durchgesetzt: Die Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn liegt damit erst einmal auf Eis. Die Sozialdemokraten wollen aktuel­lere Gutachten abwarten – was das Verkehrsaufkommen in den betrof­fenen Stadtteilen, die Fluggastzah­len und die Hydrogeologie angeht.

Die CSU ist über die Entschei­dung für eine Denkpause, die die Grünen und die Linke mitgetragen haben, schwer verärgert. Für sie ist das Projekt damit schon fast gestor­ben. Dabei, so Wirt­schaftsreferent Roland Fleck, sei die Nordanbindung von höchster Wichtigkeit für Nürnberg und für die Metropolregion. Auch die Indus­trie- und Handelskammer setzt sich vehement für den Bau der neuen Straße ein. In unserem Vipraum-Blog wird dies wiederum ganz anders gesehen.

Wir wollen von Ihnen diesmal wis­sen: Nordspange: Ist die Denkpause richtig? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Macht das „Germanische“ ein gutes Programm? Mit Ja antwor­teten 57,8 Prozent, mit Nein 42,2 Prozent.

Gamer sind sauer auf OB Maly

Die Absage ist zwar schon etwa vier Wochen her, wurde aber erst jetzt bekannt: Am 29. Mai wird in der Nürnberger Meistersingerhalle kein Game-Event stattfinden. OB Ulrich Maly hat das Intel Friday Night Game abgesagt. Nach dem Amoklauf von Winnenden passe eine solche Veranstaltung nicht in die Landschaft.

Maly muss sich jetzt allerdings vorhalten lassen, gegen die Internationale Waffenmesse, die zwei Tage nach dem Amoklauf in Nürnberg eröffnet wurde, nichts unternommen zu haben. Die Stadt entschuldigt sich allerdings damit, nur Teilgesellschafterin der Messe zu sein. Sie habe daher keine Absage veranlassen können.  Die Stadt hat in der Messegesellschaft einen Anteil von 49,96 Prozent. Das heißt im Umkehrschluss, die anderen Gesellschafter, der Freistaat Bayern mit ebenfalls 49,96 sowie die beiden Kammern, haben sich offenbar für eine Durchführung der Messe ausgesprochen.

Bei der Stadt Nürnberg räumt man jedoch ein, sich mit den Spielen, die beim iFNG gespielt werden, gar nicht auseinandergesetzt zu haben. Man habe sich vielmehr am Verhalten des Stuttgarter OBs Wolfgang Schuster orientiert, der die gleiche Veranstaltung in Stuttgart abgesagt hat.

Nachtrag: Inzwischen wurde bekannt, dass die Veranstaltung am 29. Mai in Hannover stattfinden wird. Gleichzeitig bedauerte der Pressesprecher des Veranstalters, dass durch die Absage in Nürnberg auch das dort vorgesehene Eltern-LAN nicht durchgeführt werden konnte. Hierbei sollte Eltern die Möglichkeit geboten werden, einmal zu sehen, was ihre Kinder da eigentlich spielen. Das Projekt wird unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.