Verzichten Sie auf Einwegbecher?

Einweg-Becher gibt es in jedem noch so kleinen Geschäft, das im Eckchen eine Kaffeemaschine stehen hat. So kann jeder, der spontan ein Heißgetränk für unterwegs mitnehmen möchte, zugreifen. Damit machen die Anbieter von To-go-Coffee ein gutes Geschäft – und das ist das Problem. Die Bequemlichkeit der Nürnberger lässt eine wahre Becherflut entspringen, Tag für Tag landen 50.000 Einweg-Becher im Müll. Nun will die Stadt gegensteuern, mit Aufklärungskampagnen auf Müllwagen und einem Pfandsystem. Bei diesem zahlt man für einen 0,3-Liter-Becher einen Euro. Gibt man den Becher in einem Partnerbetrieb ab, wird das Geld erstattet. Seit Samstag gilt im Tiergarten dieses Pfandsystem, Einwegbecher sind am Schmausenbuck nun tabu.
Was der Umwelt dient, ist jedoch nicht immer praktisch. Wer zum Beispiel hat schon stets einen Mehrwegbecher dabei, für den Fall, dass man unterwegs einen Kaffee trinken möchte? Und wer ist so vernünftig, auf einen schnellen Kaffee zu verzichten, wenn es den nur im Einwegbecher gibt? Viele Anbieter von Kaffee klagen, dass ihre Umsätze zurückgegangen sind, seitdem sie keine Wegwerfbecher mehr anbieten. Diese gehören offenbar längst zum Alltag dazu, ein Umlenken ist schwierig.

Ngoc Nguyen

Verzichten Sie auf Einwegbecher?

Soll es Pfand auf Milchtüten geben?

Kann das weg oder bringt das Pfand? Eine Frage, die sich in Deutschland manchmal erst nach einem ganz genauen Blick auf die Verpackung beantworten lässt. Es ist aber auch kompliziert: die Limo-Dose kann man zurückgeben und bekommt sogar Geld dafür, die Prosecco-Dose muss man selbst entsorgen. Bei Plastikflaschen ist das Spielchen ähnlich: Cola bedeutet Pfandpflicht, Saftflaschen landen dagegen im Müll. Gleiches Material, unterschiedliche Verfahren – ein Wirrwarr also. Einige Bundesländer wollen das System nun vereinfachen. Es steht sogar die Idee im Raum, die Pfandpflicht einfach auf alle Getränke auszuweiten.

Diskutiert wird auch, die Pfandpflicht auf Milchtüten auszuweiten. Ein Karton Milch wäre damit im Handel um den Pfandbetrag teurer. Schmeißt man die leere Verpackung dann aber nicht in den gelben Sack, sondern bringe sie in den Supermarkt zurück, bekäme man das zusätzlich bezahlte Geld zurück. Der Vorteil: man müsste die Kartons, die nach einiger Zeit müffeln, nicht selbst sammeln, bis einmal im Monat die gelben Säcke abgeholt werden. Weiterer Pluspunkt: Verbraucher würden künftig vielleicht weniger leere Milchkartons fälschlicherweise als Restmüll entsorgen – schließlich wären sie durch das Pfand bares Geld wert.

Der Vorschlag hat jedoch auch ein paar Haken: Für Händler und Hersteller bedeutet Pfand Arbeit. Und die kostet Geld. Womöglich würde man die Kosten für die Einrichtung eines solchen Pfandsystems auf die Verbraucher umlegen, die Milch würde also nicht nur um den Pfandbetrag teurer werden.

Julia Vogl

Soll es Pfand auf Milchtüten geben?