Höhere Strafen für Müllsünder?

Da bleibt ein Einweg-Grill liegen, dort wird eine Zigarettenkippe hingeschnippt, Kaffeebecher landen auf der Wiese, Sofas im Wald. Das Müllproblem in den großen Städten wächst. Da kann die Verwaltung noch so viele Abfalltonnen aufstellen lassen und ihre Mitarbeiter immer häufiger zum Aufräumen losschicken: Besserung scheint nicht in Sicht. Weil es offenbar kein Mittel gegen Ignoranz gibt.

Vielleicht hilft nur eines: den Müllsündern wehtun, indem saftige Strafen verhängt werden. Einige Kommunen haben die Bußgelder bereits erhöht. Wer in der Mannheimer Einkaufsmeile seinen Kaugummi auf den Boden spuckt, zahlt zum Beispiel bis zu 250 Euro Strafe. Das Wegwerfen eines Zigarettenstummels wird mit 75 Euro belangt. Dagegen muten die 15 bis 35 Euro in Nürnberg harmlos an. Thorsten Brehm, der OB-Kandidat der SPD, fordert deshalb, die Strafen zu erhöhen.

Abschreckung mag ein gangbarer Weg sein. Manches Problem lässt sich offenbar doch am besten über den Geldbeutel lösen. Aber: Damit sie wirkt, muss auch kontrolliert werden. Dazu braucht es personelle Kapazitäten.

Gabi Eisenack

Höhere Strafen für Müllsünder?

Ist das Trinkgeldverbot für Müllmänner übertrieben?

muellll.jpgDas Anliegen, das der ASN (Abfall- und Stadtreinigungsbetrieb Nürnberg) hat, wenn er seinen Müllmännern verbietet, zu Weihnachten auf „Trinkgeldtour“ zu gehen, scheint auf den ersten Blick einleuchtend: Städtische Angestellte sollten von vorneherein jedem Verdacht auf unlautere Vorteilnahme aus dem Weg gehen. Auch eine Flasche Piccolo auf der Mülltonne ist keine nette Geste mehr, sondern Bestechung, wenn daneben ein Müllsack steht, den der Müllmann eigentlich nicht entsorgen dürfte – und es in diesem Fall doch tut. Und dann sind da noch die sogenannten „organisierten Gratulationstouren“, die der ASN beobachtet hat, und über die sich – gewiss – schon viele Kunden beschwert haben.

Als Dienstleister, der mit seinen Kunden das ganze Jahr über nie in Kontakt kommt, zu Weihnachten einen schönen Gruß zu übermitteln und – für 24 Monate Tonne-leeren morgens um fünf – ein Trinkgeld einzuheimsen, hat dagegen schon lange Tradition.  Auch in den oberen Etagen der ASN und der übrigen Stadtverwaltung gehören kleine Weihnachtsgeschenke zum guten Ton. Der Unterschied ist nur, dass man sich hier kennt. Niemand muss hier an fremden Türen klingeln, wenn er seine kleine Anerkennung für die über das Jahr geleisteten Dienste abholen möchte. Für gewöhnlich bekommt er sie sogar gebracht.  Verwerflich ist das nicht. Solange man keine unbotmäßige Gegenleistung erbringt oder erbracht hat, bleibt es eine nette Geste zum frohen Fest, die jedem Dienstleister gegönnt sei. Den Müllmännern aber nicht?

Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Ist das Trinkgeldverbot für Müllmänner übertrieben? Geben Sie Ihr Votum bitte (ab Montag) hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll Deutsch im Grundgesetz verankert werden? Mit Ja antworteten 84,4 Prozent, mit Nein 15,6 Prozent.