Terror: Bleiben Sie jetzt daheim?

 


Es sind grausame Nachrichten, die uns in den vergangenen Wochen erreicht haben. Der Anschlag von Nizza, die Bluttat in einem Zug bei Würzburg, der Amoklauf von München und zuletzt der Anschlag in Ansbach – die Polizei (Foto: Ronald Wittek) spricht schon seit län­gerem von einer „abstrakten Ter­rorgefahr“. Hinweise auf konkre­te Anschlagspläne haben die Ermittler jedoch nicht. Die Blut­taten haben die Menschen erschüt­tert. Sogar eine mögliche Absage des Bardentreffens wurde in Erwägung gezogen. Soweit kam es jedoch nicht. Die Sicherheits­vorkehrungen wurden verschärft, das Musikfestival wurde gut besucht.

Am kommenden Wochen­ende steht das Klassik Open Air im Luitpoldhain an. Die erste Ver­anstaltung am Sonntag vor einer Woche wurde (wie berichtet) aus Pietätsgründen abgesagt. Sichern kann man den Klassik-Genuss unter freiem Himmel nur bedingt. Veranstaltungen, die kostenlos und draußen stattfinden, können eben maximal mit stichproben­artigen Taschenkontrollen und mehr Polizeipräsenz verbessert werden. Ein Restrisiko bleibt bestehen.

 

Wie aber geht es Ihnen: fühlen Sie sich wohl, wenn Sie ein solches Fest besuchen, oder an anderen Plätzen mit vielen Men­schen sind? Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Angst vor Anschlägen: Meiden Sie Menschenmassen?“ – In unserem Blog „Senf dazu“ kön­nen Sie unter nz.de/senf im Inter­net über die Leserfrage abstim­men und diskutieren. Vergangene Woche haben wir Sie gefragt: „Gefällt Ihnen das neue Trikot des 1.FC Nürnberg?“ Teilgenom­men haben 73 Leser. Mit Ja ant­worteten 98,6 Prozent, mit Nein 1,4 Prozent.

Julia Vogl

 

 

Terror: Bleiben sie jetzt daheim?

  • Nein (88%, 14 Stimmen)
  • Ja (13%, 2 Stimmen)

Wähler insgesamt: 16

Christian Ude – geeigneter Ministerpräsident?

Was für ein Knall: Nicht nur die CSU staunt, auch die bayerische SPD kann es kaum fassen, denn sie hat etwas bekommen, mit dem sie wohl nicht mehr rechnen konnte: einen namhaften Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013.

Christian Ude muss der SPD in Bayern deshalb wie Phönix aus der Asche erschienen sein. Eigentlich hat sich der clevere langjährige Münchner Oberbürgermeister selber wie das Kaninchen aus dem Zylinder gezaubert. Auf solche „Zaubertricks“ hätte Horst Seehofer sicher gerne verzichtet.

Mit Christian Ude droht ihm ein ernst zu nehmender Kandidat um das höchste politische Amt in Bayern. Ude könnte, wenn für Seehofer alles schief läuft, der Kretschmann Bayerns werden. Der voll ausgebildete Jurist und Journalist ist seit 18 Jahren roter Oberbürgermeister im Herzen des tiefschwarzen Bayerns. Er hat in München keinerlei Verschleißerscheinungen gezeigt, im Gegenteil: 2008 wollten ihn 66,8 Prozent wieder als OB haben. Gewinnt Ude 2013, schreibt er Geschichte: Der letzte SPD-Sieg einer bayerischen Landtagswahl war 1953.

Allerdings vertritt der stets eloquente Ude Positionen, die bei vielen Genossen für Sodbrennen sorgen, Stichwort dritte Start- und Landebahn in München. Und wollen die Wähler in Bayern Christian Ude wirklich im Verbund mit Grünen und Freien Wählern – etwas anderes kommt kaum in Frage – bayerische Politik machen sehen?

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: „Christian Ude – ein geeigneter Ministerpräsident?“

Kann München die Nürnberger Justiz retten?

Die Nürnberger Justiz hat in den letzten Wochen für mehrere Negativschlagzeilen gesorgt. Da ging es zum einen um fünf vom Strafsenat des Oberlandesgerichts aus der Haft entlassene Großbetrüger, die freikommen mussten, weil der Richter den Prozess zu spät terminiert hatte. Das hatte zur Folge, dass besagter Richter vom Präsidium „zwangsversetzt“ wurde. Zu nennen ist hier aber auch die „Werkstatt-Affäre“ (Justizangehörige reparierten ihre Privatautos auf der Hebebühne des Gerichts), die Unregelmäßigkeiten in der Asservatenkammer oder die Schlampereien in der Aktenregistratur.

Um die Aufklärung der letzteren drei Punkte geht es dem Münchner Kompetenzteam, das Justizministerin Beate Merk (Bild) jetzt nach Nürnberg schickt. Die beiden Staatsanwälte sollen für eine schonungslose Untersuchung der Vorfälle sorgen. Eine solche ministerielle Maßnahme gilt als höchst ungewöhnlich und ist zum Teil in Nürnberg auf Ablehnung gestoßen. Einige Justizangehörige empfinden die Entsendung des Kompetenzteams als aufgezwungene Einmischung und Kontrolle aus München. Andere begrüßen diese Art der Supervision, weil man sich von den unabhängigen Beratern rasche Abhilfe der Missstände und die Wiederherstellung des guten Rufs der Justiz erhofft. Wir möchten daher von unseren Lesern erfahren: Kann München die Nürnberger Justiz retten? Abstimmen können Sie hier.

Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Soll die Stadt das „Casablanca“ retten? Mit Ja stimmten 51,4 Prozent, mit Nein 48,6 Prozent.