Wo passen in der Stadt mehr Bäume hin?

StrassenbaeumePapiere sind genug geschrieben, nun muss zur Tat geschritten werden: Dieser Ansicht ist jedenfalls der Bund Naturschutz (BN), der endlich mehr Bäume in der Innenstadt haben will. Bei der derzeitigen Sommerhitze sei es eine „Tortur“, sagt Mathias Schmidt vom BN-Arbeitskreis „Bäume in der Stadt“, durch die Altstadt zu laufen.

„Nürnberg glüht vor sich hin“, war kürzlich eine Sonderseite in der NZ überschrieben, die sich dem fehlenden Grün in der Stadt widmete. BN-Kreischef Otto Heimbucher weist denn auch darauf hin, dass bei Hitzewellen die Temperatur im Zentrum fünf Grad über der in Laufamholz oder Mögeldorf liege – und zwar, weil es an Bäumen fehle.

Der BN fordert eine „Aufforstung“ der Plätze in der Innenstadt, die er für „Steinwüsten“ hält. Mit dem Andreij-Sacharow-Platz könnte begonnen werden, unter anderem stehen aber auch der Platz vor der Katharinenruine, der Gewerbemuseumsplatz, der Egidienplatz, der Hallplatz, der Bauhof und der Klarissenplatz im Fokus. „Wir wollen Klimaschutzinseln schaffen“, sagt Schmidt. Unterstützt wird der BN vom Bürgerverein Nürnberg-Altstadt, vom SPD-Ortsverein Altstadt und von der CSU-Nürnberg-Altstadt. Das Bündnis fordert die Stadt Nürnberg in einer Resolution auf, „zeitnah ein Programm zur Begrünung geeigneter Plätze in der Altstadt zu planen und mittelfristig umzusetzen“. Das nötige Geld könnte aus den „staatlich geförderten Stadterneuerungsprozessen in der Altstadt bereitgestellt werden“.

Den Hauptmarkt erwähnt die Initiative in der Resolution bewusst nicht, weil sie bei der Stadtspitze hier stets auf Granit biss. „Es hieß immer, Bäume passten nicht in die historische Kulisse.“ Der BN könnte sich durchaus an den Seiten des Platzes Baumreihen vorstellen, die auch die „Bespielung“ des Hauptmarkts (Christkindlesmarkt, Bardentreffen etc.) nicht behindern würden. Aber das Bündnis „Mehr Bäume auf die Plätze der Altstadt“ will sich nun erstmal auf jene Plätze konzentrieren, auf denen eine Begrünung leichter durchsetzbar ist. Beim Andreij-Sacharow-Platz, glauben Schmidt und Heimbucher, dürfte es kaum Widerstand gegen ein paar Bäume geben (die grünen Kreise auf dem Foto machen deutlich, wo sich der BN die Bäume vorstellen könnte).

Haben Sie auch Vorschläge für ein grüneres Nürnberg? Dann diskutieren Sie gerne mit!

Marco Puschner