Denkpause für große Verkehrsprojekte?

urn:newsml:dpa.com:20090101:100901-99-02095In Stuttgart erlebt die Politik gerade, was es heißt, an alten Projekten festzuhalten und die Stimmung in der Bevölkerung zu ignorieren. Doch auch wenn „Stuttgart 21“ vielleicht eine Nummer größer ist, auch in Franken gibt es ehrgeizige und Millionen verschlingende Projekte, die auf ihre Realisierung warten.

Da ist beispielsweise der Ausbau des Frankenschnellwegs. Ursprünglich wurden die Kosten dafür für auf 260 Millionen Euro geschätzt, inzwischen geht man von knapp 400 Millionen aus. Doch nicht nur das. Zum Zeitpunkt der Planung ging es nicht nur den Kommunen finanziell besser, auch Staat und Freistaat hatten genügend Mittel, so dass es galt, diese in die Region zu ziehen und nicht zuzusehen, wie sie anderenorts verbaut werden.
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Nordspange: Ist die Denkpause richtig?

Nach einer Marathon-Sitzung am vergangenen Mittwoch hat sich die SPD im Stadtrat mit ihrer Forde­rung nach einer „Denkpause“ durchgesetzt: Die Nordanbindung des Flughafens an die Autobahn liegt damit erst einmal auf Eis. Die Sozialdemokraten wollen aktuel­lere Gutachten abwarten – was das Verkehrsaufkommen in den betrof­fenen Stadtteilen, die Fluggastzah­len und die Hydrogeologie angeht.

Die CSU ist über die Entschei­dung für eine Denkpause, die die Grünen und die Linke mitgetragen haben, schwer verärgert. Für sie ist das Projekt damit schon fast gestor­ben. Dabei, so Wirt­schaftsreferent Roland Fleck, sei die Nordanbindung von höchster Wichtigkeit für Nürnberg und für die Metropolregion. Auch die Indus­trie- und Handelskammer setzt sich vehement für den Bau der neuen Straße ein. In unserem Vipraum-Blog wird dies wiederum ganz anders gesehen.

Wir wollen von Ihnen diesmal wis­sen: Nordspange: Ist die Denkpause richtig? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Macht das „Germanische“ ein gutes Programm? Mit Ja antwor­teten 57,8 Prozent, mit Nein 42,2 Prozent.

Sinnlose Nordspange?

Protest gegen sinnlosen Transrapid„Die ist so sinnlos wie der Transrapid.“ Dies ist die Meinung eines Bündnisses aus Bürger- und Umweltschutzgruppen zur geplanten Nordanbindung des Flughafens.

Das Straßenbau-Vorhaben, das mit einem Tunnel unter der Flughafen-Landebahn 60 Millionen Euro kosten soll, würde zu massiven Eingriffen in den Reichswald führen, glaubt Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bundes Naturschutz. Dem Bau der neuen, knapp drei Kilometer langen Bundesstraße würden 10 bis 20 Hektar Wald im Nürnberger Norden zum Opfer fallen. Es drohe dadurch auch eine Absenkung des Grundwasserspiegels.

Unter verkehrstechnischen Gesichtspunkten bestehe sowieso keinerlei Notwendigkeit für eine direkte Anbindung des Flughafens an die Autobahn A3: Sie würde nur wenigen Fluggästen nützen, die auf der Autobahn aus Richtung Berlin zum Flughafen wollen (aber vielleicht sind das gerade die wichtigen). Für Fluggäste aus Richtung Würzburg sei die Anfahrt über die Ausfahrt Tennenlohe und die Bundesstraße 4 ausreichend. Außerdem laufe der Bau der Nordspange allen Bemühungen zur Verbesserung des Klimaschutzes zuwider.

Sowohl Vertreter des BN als auch Bürgervereinigungen aus Ziegelstein und Buchenbühl halten die geplante Trasse für ein Paradebeispiel verfehlter Verkehrspolitik. Sie glauben außerdem, dass die Straße eigentlich gar nicht der Flughafenanbindung dient, sondern dazu, ein rund 25 Hektar großes Güterverkehrszentrum östlich der Flughafenstraße für den Verkehr zu erschließen.