Sind Autorennen noch zeitgemäß?

Das Norisring-Rennen (Foto: Ralf Rödel) gehört zu den Höhenpunkten des Sportjah­res in Nürnberg. Auch diesmal verfolgten wieder Zehntausende Besucher das Geschehen. Sie kommen, weil sie fasziniert sind von der Technik, von der (be­grenzten) Macht des Menschen über die Maschine, von der Geschwindigkeit. Wer einmal auf der Tribüne sitzt, kann sich dem Flair der Veranstaltung schwer­lich entziehen. Doch: Ist diese Art von Sport heute wirklich noch zeitgemäß? Die Menschen leiden unter dem Lärm in den Städten, sie leiden unter schlechter Luft. Warum also einer Faszination anhängen, die dazu beiträgt und dann auch noch gefährlich ist? Andererseits: Treibhausgase verursacht schließ­lich jeder, der mit dem Auto unter­wegs ist. Und lebensgefährlich kann auch Skifahren sein.

Gabi Eisenack

Sind Autorennen noch zeitgemäß?

Ist der Norisring noch zeitgemäß?

DTM_.JPGDer Norisring ist längst eine Institution. Für drei Tage schaut die Automobilsportwelt nach Nürnberg. Tausende pilgern an den Dutzendteich um ein bisschen Rennatmosphäre zu schnuppern. Selbst Naturschützer und Grüne hatten sich bislang vergeblich darum bemüht, das Rennspektakel abzuschaffen.

Inzwischen geht es allerdings nicht mehr allein um Ökologie und Autofeindlichkeit. Der hohe Ölpreis lässt die Verbraucher umdenken. Auch bei den Autoherstellern kommen manche ins Grübeln, ob Schnelligkeit und Motorleistung noch Verkaufskriterien sind. Dennoch gibt es in der Autobranche immer noch viele, die gerne so weiter wursteln würden wie bisher. Dass denen mit dem Norisring ein Forum zur Selbstdarstellung gegeben wird, scheint nicht mehr so ganz in die Landschaft zu passen. Wobei man ja nicht einmal unbedingt die Abschaffung des Rennens fordern müsste, eine Änderungen der Kriterien würde schon reichen. Man könnte beispielsweise denjenigen zum Sieger erklären, der am wenigsten Benzin verbraucht, oder verstärkt auf alternative Kraftstoffe setzen.

In unserer Leserfrage wollen wir diesmal von Ihnen wissen: Ist der Norisring noch zeitgemäß? Abstimmen können Sie ab Montag hier.

Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Soll das „Bratwurstdorf“ wiederholt werden? Mit Ja antworteten 17,3 Prozent, mit Nein 82,7 Prozent.