„Soll das Volksbad saniert werden?“

Einst der große Stolz Nürnbergs, wurde das Volksbad am Plärrer dem Verfall preisgegeben. Nach seiner Schließung im Jahr 1994 hat kein Nutzungskonzept gefruchtet. Das Interesse der Bevölkerung am historischen Jugendstil-Gebäude bleibt groß. Die Stadt Nürnberg würde das Volksbad (Foto: Stefan Hippel) sanieren, wenn es genügend Zuschüsse seitens des Bundes und des Landes gäbe. Doch die Kosten würden sich nach den jüngsten Schätzungen auf 60 Millionen Euro belaufen. Dabei bliebe es jedoch nicht. Denn nach der Sanierung gäbe es nur ein paar Jahre Ruhe. Dann müsste die Stadt wieder Geld in die Hand nehmen und in die notwendigen Reparaturen und Weiterentwicklung des Bades investieren. Die Einnahmen aus Eintrittspreisen wären ein Tropfen auf den heißen Stein. Die hohen Sanierungs- und die unvermeidbaren Folgekosten: Das Volksbad könnte sich zu einem Millionengrab entwickeln.

Dabei hat Nürnberg schon genug Bereiche, in denen die Stadt ihren Geldbeutel weit aufmachen muss: Alleine die notwendige Sanierung der Brücken fordert regelmäßig Summen im dreistelligen Millionenbereich ein. Jede Menge Nürnberger Schulen müssen ebenfalls saniert und neue gebaut werden. Es fehlt auch an Geld, um soziale Belange der Stadt wirklich zufriedenstellend zu regeln. Warum soll dann das Geld ausgerechnet in ein altes Bad, wenn auch im Jugendstil gebaut, fließen?

Andererseits: Die Stadt Nürnberg müsste die Sanierung des Volksbades nicht alleine stemmen. Wenn es hohe Zuschüsse vom Freistaat und Bund gäbe, dann wäre die Belastung nicht mehr gar so hoch. Vielleicht lassen sich doch auch noch Investoren finden, die mit einem klugen Konzept aus Trocken- und Nassnutzung das Bad in ein prosperierendes Geschäft umwandeln? Für viele Nürnberger ist das Volksbad zudem eine Herzensangelegenheit. Es hat einen großen historischen und architektonischen Wert für die Stadt und trägt zur Identifikation mit ihr bei. Diese Faktoren lassen sich nicht immer mit Geld bemessen, sind aber wichtige Pfeiler einer Stadtgesellschaft.

Und: Eine Möglichkeit, im Westen der Stadt auch im Winter schwimmen zu gehen, fehlt tatsächlich. Im Volksbad könnten wieder viele Schüler das Schwimmen lernen, was angesichts der steigenden Nichtschwimmer-Zahlen dringend notwendig wäre. Und gepaart mit anderen – vielleicht sozialen und kulturellen – Angeboten könnte sich das Volksbad zu einem wichtigen Ort entwickeln, an dem sich die Bürger aus Gostenhof und anderen Teilen der Stadt begegnen könnten.

Ella Schindler

"Soll das Volksbad saniert werden?"

„Pflichtjahr: Soll es eingeführt werden?“

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht ins Gespräch gebracht und ist damit in der Union auf sehr viel Zustimmung gestoßen. Junge Menschen sollen demnach im Anschluss an die Schule ihre Arbeitskraft ein Jahr der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Damit ist keine Wiedereinführung der ausgesetzten Wehrpflicht gemeint, obgleich das Militär ein Ort ist, an dem die jungen Leute den Dienst ableisten können.
Aber der Idee nach wäre es genauso möglich, sich in sozialen, ökologischen oder kulturellen Einrichtungen zu engagieren. Befürworter glauben, dass ein solches verpflichtendes Gesellschaftsjahr den Bürgern eines wohlhabenden Landes durchaus abverlangt werden könne. Soziale Träger, die unter dem Wegfall des Zivildienstes litten, könnten die Kräfte gut brauchen. Zudem würde die Gesellschaft enger zusammenrücken, denken die Verfechter der Idee. Und obendrein sei es auch eine Chance für die jungen Leute, sich beruflich zu orientieren und Tätigkeitsfelder kennenzulernen, auf die sie sonst vielleicht nicht stoßen würden.
Allerdings geht das bisher auch schon, wenngleich auf freiwilliger Basis – man kann ein soziales Jahr einlegen oder sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren (Foto: dpa). Vertreter von SPD, Grünen, Linken und FDP haben sich denn auch skeptisch gezeigt, ob eine allgemeine Dienstpflicht wirklich sinnvoll ist. Hans-Peter Bartels (SPD) zum Beispiel äußerte verfassungsrechtliche Bedenken, Zwangsarbeit sei schließlich verboten. Die Linkspartei befürchtet, dass junge Leute über ein solches System instrumentalisiert werden könnten, um Notstände in der Pflege zu verringern. FDP und Grüne sehen durch ein Pflichtjahr einen massiven Eingriff in die individuellen Rechte der jungen Leute und lehnen es daher ab.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Pflichtjahr: Soll es eingeführt werden?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Marco Puschner

"Pflichtjahr: Soll es eingeführt werden?"

Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?

Seit Mitte dieser Woche gibt es auf dem Hauptmarkt Bestuhlung. 16 Stühle, acht Bänke und vier Tische hat das Marktamt dort aufgestellt. Damit wollen die Stadt Nürnberg und die Markthändler den Platz für Bürger attraktiver machen.
Tatsächlich könnten die neu geschaffenen Sitzgelegenheiten für eine längere und angenehmere Verweildauer auf dem Marktplatz sorgen (Foto: Roland Fengler). Hier können die Menschen sich ausruhen, etwas essen, miteinander ins Gesrpäch kommen. Sie haben auch die Möglichkeit, die Möbel zu verschieben und eigenen Bedürfnissen anzupassen. Jeder kann selbst entscheiden, ob er neben einem Unbekannten auf einer Bank Platz nehmen mag oder den Stuhl etwas weiter weg schiebt, um dort seine Ruhe zu haben.
Bei der Wahl der Möbel hat sich das Marktamt für eine pragmatische Variante entschieden. Die Möbel sind pflegeleicht, robust und stapelbar. Sie wurden auch günstig angeschafft, weil es sich bei der Initiative um einen Test handelt. Die Stadt Nürnberg will beobachten, wie die neuen Sitzgelegenheiten bei den Menschen ankommen. Die Stühle, aber vor allem Tische und Bänke sehen daher entsprechend einfach aus und bringen die Biergartenatmosphäre zwischen dem Schönen Brunnen und der Frauenkirche. außerdem besteht die Gefahr, dass die einzelnen Möbel so auf dem Platz verteilt werden, dass der Ort chaotisch wirken könnte.
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?“ In unserem Blog „Senf dazu“ können Sie unter nz.de/senf im Internet über die Leserfrage abstimmen und diskutieren.

Ella Schindler

"Wertet die neue Bestuhlung den Hauptmarkt auf?"

 

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

Wenn der olympische Gedanke noch nicht tot ist, so kränkelt er zumindest chronisch. Nicht erst jetzt, wenige Tage vor Beginn der Winterspiele in Südkorea, mehren sich wieder die ablehnenden Stimmen. Olympia – ist das eigentlich etwas anderes als eine Dauerwerbesendung und ein Konjunkturprogramm für die Baubranche? Und sollte das Publikum nicht besser ins örtliche Stadttheater gehen, wenn es eine Tragikomödie über Betrug und Bestechlichkeit des Menschen sehen will?

Nach den dopingverseuchten Radrennen und der ins Zwielicht geratenen Fifa hat mittlerweile auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) im Ansehen schwer gelitten. Es bekommt die Doping-Probleme nicht in den Griff, im Gegenteil. Der Umgang mit betroffenen Teilnehmern aus Russland war halbherzig, jetzt hebeln auch noch Sportrichter verhängte Sperren wieder aus. Skirennfahrer Felix Neureuther tat am Wochenende in einem Interview nicht als Erster sein Unbehagen kund. Der Glanz der Medaillen verblasse, kritisiert er, weil das Programm aufgebläht und kommerziell sei. Die Athleten selbst müssten endlich protestieren.

Was gibt es überhaupt noch Gutes über Olympia zu sagen, von der Traditionswahrung abgesehen? Vielleicht dass der Sport in einer mehr denn je zerstrittenen Welt eines der letzten Instrumente für Völkerverständigung darstellen kann – gerade im Fall der beiden Koreas? Oder der Bildungsaspekt. Als Zuschauer kann man abwegige Sportarten entdecken, atemberaubende Spitzenleistungen sauberer Athleten bewundern, von denen sich zu Hause auf dem Sofa nur träumen lässt. Olympia war immer auch Unterhaltung und Emotion. (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Isabel Lauer

Skandale: Ist Olympia noch attraktiv?

Wollen Sie Flocke live erleben?

Eisbrin_.JPGViele Flocke-Fans können es seit Monaten kaum noch erwarten, das Bärchen endlich einmal selbst zu erleben. Das Tier immer nur im Fernsehen – und dort meist noch in ziemlich veralteten Aufnahmen! – oder im Internet zu beobachten, ist einfach nicht dasselbe wie die echte Begegnung mit dieser charmanten Botschafterin Nürnbergs.
Am Mittwoch ist es nun so weit: Das Publikum darf dem Medienliebling erstmals einen Besuch abstatten. Die kleine Flocke wird im größeren der beiden Abteile der Eisbärenanlage im Tiergarten präsentiert. Zu Beginn nicht den ganzen Tag über, sondern nur ein paar Stunden lang am Vor- und Nachmittag – und auch nicht allein, sondern unter Aufsicht eines Pflegers. Die Zooleitung will die Gefahr ausschließen, dass ihrem Goldkind etwas passiert.

Es wird spannend: Kommen wirklich die prophezeiten riesigen Besucherströme, um das Eisbär-Baby möglichst bald zu sehen? Sind die Menschen dann bereit, sich mit Hunderten anderen auf einer eigens aufgebauten Tribüne zu drängen, um einen Blick auf das Objekt der Begierde werfen zu können? Versuchen die Nürnberger, lieber während der Woche zum Schmausenbuck hinaus zu fahren, um dem schlimmsten Rummel zu entgehen? Oder schrecken viele ganz zurück und warten erst mal ab, wie sich die Chose anlässt?
Möglicherweise nutzen auch Tierschutzaktivisten die weltweite (Medien-)Aufmerksamkeit, um gegen die Haltung der weißen Riesen in Zoos zu protestieren. Seit Monaten lassen sie immer wieder verlauten, dass Polarpetze als Zoobewohner denkbar ungeeignet seien. Dabei sind sie in ihrer Argumentation häufig unfair und scheren die Bedingungen in völlig unterschiedlichen Zoos über einen Kamm. Nürnberg ist in der glücklichen Lage, eine der weitläufigsten und naturnähesten Eisbären-Anlagen in ganz Europa zu besitzen. Aber klar: Die Arktis lässt sich am Schmausenbuck nicht nachbauen.

In unserer Wochenfrage möchten wir diesmal von Ihnen wissen: Wollen Sie Flocke live erleben? Abstimmen können Sie wie immer ab Montag auf der NZ-Homepage. Ihre Meinung zu Flocke können Sie auch im Tiergarten-Blog der NZ kundtun.

Warum waren Sie nicht wählen?

KommunalwahlNur etwas mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Nürnberger hat am vergangenen Sonntag gewählt. Im Umland war die Wahlbeteiligung häufig sogar noch schlechter. Dabei fallen doch die Entscheidungen der Kommunalvertreter im Alltag doch am deutlichsten auf. Also müsste das Interesse an Stadtrats- oder Bürgermeisterwahlen doch vergleichsweise höher sein.

Welche Gründe könnte es geben, dass so viele nicht wählen gehen?

Von der CSU wird das Sturmtief „Emma“ genannt. Gerade die älteren, eher konservativ eingestellten Menschen seien aus Sorge, ihnen könnte ein Ast auf den Kopf fallen, lieber zu Hause geblieben. Andererseits führt schönes Wetter wiederum dazu, dass die Leute ins Grüne fahren und deshalb nicht wählen. Das Wetter kann man praktisch immer als Grund oder Nichtgrund heranziehen.

Dann war da der eng bedruckte Stimmzettel so groß wie ein Plakat mit 527 Namen, die den meisten unbekannt sein dürften. So demokratisch das Kom­munalwahlverfahren auch ist, es verlangt dem Bürger einiges ab und nicht jeder hat Zeit, Nerven und Lust, sich die notwendigen Informationen zu besorgen.

Nicht zu vergessen die Haltung: Die machen doch eh alle eine Politik, die an mir vorbei geht. In Nürnberg dürfte das breite Rathausbündnis hierfür zusätzlich Munition geliefert haben. Unterschiede waren nur selten erkennbar. Keinem war so ganz klar, warum er die eine Partei wählen sollte und nicht die andere.

Schließlich gibt es auch triftige, private Gründe. Menschen haben oft andere Sorgen. Nicht jeder hat ein so geregeltes Arbeitsleben, wie jene Beamten, Lehrer oder auch Journalisten, die sich nun über mangelnde Beteiligung beklagen. Mancher hat auch einen Hund, den er nicht allein lassen will. Andererseits hätte er den natürlich auch (wie im Bild) zur Stimmabgabe mitbringen können.

Falls Sie uns Ihre Gründe fürs Nichtwählen nennen wollen, können Sie das hier gerne tun. Zudem können Sie auch bei unserer Leserfrage mitmachen, wo es darum geht, ob die Stadtratswahl zu kompliziert ist.  Abstimmen können Sie wie immer auf unserer NZ-Homepage.

Blogger verändern die Welt – nachhaltig

blogger_klein.jpgAuf der BioFach habe ich wieder einmal gestaunt, wie weit die Bio-Welt schon ist. Das war, bevor ich beim Treffen der nachhaltigen Blogger war: Denn dann wusste ich, dass die Bio-Welt noch viel weiter ist. Jedenfalls in Blogs. Im Pressecenter des CCN West traf sich am Freitag Abend eine verschworene Gemeinschaft, die sich aber größtenteils zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht sah: Kritische Konsumenten wie von den wundervollen Blogs http://www.karmakonsum.de/ und http://www.konsumguerilla.net/. Diese Leute sind so wichtig für die Bio-Branche, denn sie sind witzig, ideologiefrei und zeigen, dass bewusstes Handeln nix mit Freudlosigkeit zu tun hat.

Hedwig Danzer (http://nachhaltigkeit.blogs.com/) von den Möbelmachern hatte sich für dieses Treffen stark gemacht und wirklich die Creme de la creme der Menschen versammelt, denen es nicht egal ist, wie andere leben und wie ihr eigenes Leben in einigen Jahrzehnten aussehen wird. Die NürnbergMesse (http://www.nuernbergmesse.de/) hatte Raum, Essen und Manpower zur Verfügung gestellt – und Kommunikationschef Peter Ottmann gab zwar zu, noch nix zu verstehen von der Blogger-Welt, aber zu wissen, dass dieses Medium auch für die Messe von großer Bedeutung sein wird. Sein Mitarbeiter Geoffrey Glaser wird in Zukunft noch mehr zu tun haben.

Aber tatsächlich: Wer hätte gedacht, dass Leute ein Dorf mit nachhhaltiger Lebensweise in Österreich planen (http://www.lebensdorf.at/) oder eine Saftkelterei durch ihren Blog (http://www.saftblog.de/) bekannter wird als durch ihr eigentliches Produkt?

Dieses Bloggertreffen zeigte, dass es so viele Menschen gibt, deren Weg und Ziele ähnlich sind – und für die das Internet eine unglaublich tolle Plattform ist. Nach der Müsli-Revolution steht jetzt also die Blogger-Revolution bevor. Und auf der nächsten BioFach werden diese Menschen sicher eine noch größere Rolle spielen. Anfangen muss man halt mal.

Ist der Wahlkampf langweilig?

kommunal1.JPGSechs Jahre lang haben CSU, SPD, Grüne, aber meistens auch FDP und Freie Wähler praktisch einvernehmlich Stadtpolitik gemacht. Das war zwar gut, um die beiden rechten Stadträten außen vor zu lassen und ihnen nicht als Zünglein an der Waage unverdiente Wichtigkeit zukommen zu lassen. Beim jetzigen Wahlkampf rächt sich das jedoch. Die Plakate, bei denen die Aussage „für Nürnberg“ oft den Gipfel der Konkretisierung darstellt, sind von teilweise fast schon rührender Bemühtheit. Sie erinnern eher an das, was Personalchefs in Geldinstituten oder Verwaltungseinrichtungen an Bewerbungsunterlagen bekommen. „Wählt mich, ich schaue harmlos aus!“, scheinen alle diese Portraitfotos den Nürnbergern entgegenzuschreien…ach was, da schreit natürlich nichts, da wird höchstens gesäuselt.

Kommunal2.JPGAuch die beiden Spitzenkandidaten weisen da eher bescheidene Unterschiede auf. Keine Spur etwa von der Auseinandersetzung Scholz gegen Schönlein vor zwölf Jahren, wo der Wähler nicht bloß konträre Konzepte bei Schul- und Verkehrspolitik bewerten konnte, sondern auch die Auswahl zwischen barocken Gemütsmensch und trockenem Lateinlehrer hatte.

In das aktuelle Wahl“kampf“geschehen bringen lediglich die kleinen Parteien mitunter noch ein bisschen Farbe. Ihnen fehlen allerdings meist die Mittel, um aufwändigere Kampagnen umzusetzen.

Andererseits verdecken Aufregerthemen oft den Blick auf die Details. Der einzelnen Stadtratskandidat hat diesmal mit Sicherheit mehr Möglichkeiten, seine Persönlichkeit und Individualität einzubringen, um sich mit einem „Dreier“ nach oben häufeln zu lassen. Ob von dieser Individualität noch viel bleibt, wenn erst einmal der Fraktionszwang zugeschlägt, steht da allerdings auf einem anderen Papier.

In unserer Wochenfrage wollen wir diesmal von Ihnen wissen: Finden Sie den Kommunalwahlkampf langweilig? Abstimmen können Sie – wie immer ab Montag – auf unserer NZ-Homepage.

Hat Hans Meyer diesen Abschied verdient?

Hans Meyer bei der PokalsiegesfeierDer erste Titel seit 39 Jahren, die erste Qualifikation für das internationale Geschäft seit 19 Jahren: Hans Meyer hat den 1.FC Nürnberg in Gefilde geführt, von denen viele Anhänger nicht einmal zu träumen wagten, als der Trainer im Herbst 2005 verpflichtet wurde. Der Club taumelte damals als Tabellenletzter bekanntlich gerade seinem achten Bundesliga-Abstieg entgegen und wurde später sogar Pokalsieger (im Bild: Meyer und Clubpräsident Michael A. Roth bei der Siegesfeier am Nürnberger Hauptmarkt).
Doch der Ruhm ist schnell verblasst, am Montag erfuhr der 65-jährige Coach von seiner Entlassung. Nicht nur die wenig stilvolle Art, mit der der Verein Meyer abservierte, auch der Zeitpunkt entrüstet viele Fans: Immerhin hatte der Trainer-Oldie gerade mal zwei Spiele in der Rückserie Zeit, mit dem neuen Personal (Koller, Abardonado) zu arbeiten. Und es wäre dem Coach zu gönnen gewesen, wenn er die Früchte seiner Arbeit noch in der Uefa-Cup-Zwischenrunde mit den Spielen gegen Benfica Lissabon hätte ernten können. Dass diese Zwischenrunde überhaupt überraschend erreicht wurde, spricht zudem ebenfalls für Meyer.
Auf der anderen Seite hat der Club schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, als er zu lange an einem Trainer festhielt: 2003 vertrauten die Verantwortlichen darauf, dass Klaus Augenthaler mit dem Team noch die Kurve kriegen könnte. Das erwies sich als Trugschluss, Abstieg Nummer sieben war die Folge. Diesen Fehler wollte das Präsidium. offenbar nicht noch ein zweites Mal machen. Zudem schien Meyer angeschlagen, seine Ausbrüche vor laufenden Kameras wirkten unsouverän, seine scheinbar so launigen Sprüche nicht selten verletzend. Zudem lag er bei Personalentscheidungen nicht immer richtig, manche Spieler hat er wohl voreilig weggeschickt (Gresko, Nikl, Kennedy).
Dennoch: Da macht ein Coach noch die gesamte Vorbereitung auf die Rückrunde und muss dann zwei Spiele später gehen. Ergibt das Sinn?
Wir wollen daher von Ihnen wissen: Hat Hans Meyer diesen Abschied verdient? Abstimmen können Sie, wie immer ab Montag, auf der NZ-Homepage.

Packt es der Club noch?

FCN-Hoffnungsträger Jan KollerIn der Saison 1968/69 hat der Club ein bis heute unerreichtes Kunststück geschafft und stieg als amtierender Meister der Fußball-Bundesliga ab. 2007 holten die Nürnberger erstmals seit 1968 wieder einen Titel, und nun stehen sie als Pokalsieger prompt wieder auf einem Abstiegsplatz. Wiederholt sich die Geschichte?
Allzu pessimistisch sollten die Fans der am kommenden Wochenende beginnenden Rückserie vielleicht nicht entgegenblicken, denn die Mannschaft scheint stark genug für den Ligaverbleib: Im Sturm fand Europameister Charisteas zuletzt seinen Torriecher wieder, zudem hat man ja jetzt den neu verpflichteten Sturmtank Jan Koller (Bild). Um das Mittelfeld mit Spielern wie Misimovic, Kluge, Mnari oder Galasek beneiden die anderen Abstiegskandidaten den Club. Und die einst so starke Abwehr könnte durch die Rückkehr des lange verletzten Linksverteidigers Pinola auch wieder an Stabilität gewinnen.
Aber andererseits bieten auch klangvolle Namen keine Gewähr für den Klassenerhalt. Und schon für manche Überraschungsteams gab es im Jahr darauf ein böses Erwachen: Erinnert sei nur an den VfL Bochum, der 2004 ähnlich unerwartet in den Uefa-Cup vorstieß wie drei Jahre später der 1.FC Nürnberg. 2005 aber stürzten die Bochumer in die Zweite Liga ab. Geht es dem FCN genauso oder wird sich der Wind in der Rückserie drehen?
In unserer Leserfrage (wie immer ab Montag auf der NZ-Seite) wollen wir von Ihnen wissen: Packt es der Club noch?  mp